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Überraschungsmann Claudio Corti fuhr seine erste Moto2-Pole-Position ein © Honda

Arne Tode hatte in Silverstone eine Sensation auf der Hand, letztendlich war aber Stefan Bradl als Dritter bester Deutscher - Pole für Claudio Corti

Ein aus deutschsprachiger Sicht sehr erfreuliches Ergebnis brachte das heutige Moto2-Qualifying für den morgigen Grand Prix von Großbritannien in Silverstone hervor: Stefan Bradl sicherte sich sensationell den dritten Startplatz, Arne Tode (beide Suter) wurde hervorragender Achter und der Schweizer Tom Lüthi (Moriwaki) kam immerhin auf Rang neun.

Lange sah es nach einer ganz großen Überraschung durch Tode aus, der zwischenzeitlich sogar in Führung lag und erst elf Minuten vor Schluss von Yonny Hernández (BQR) abgelöst wurde. "Er fühlt sich pudelwohl auf dieser Strecke und das Motorrad passt auch", lächelt Teamchef Dirk Heidolf vom Racing Team Germany, das ein solches Erfolgserlebnis angesichts der negativen Gerüchte um die Zukunft des Rennstalls gut gebrauchen kann.

Tode nicht ohne Probleme

"Wir hatten leider ein technisches Problem, ich nehme an eine rutschende Kupplung. Das ist ärgerlich", sagt Tode. "Der achte Startplatz ist ganz toll, aber es wäre sogar noch mehr drin gewesen! Die erste Reihe wäre sicherlich gegangen. Man braucht dafür aber Windschatten, denn sonst verlierst du gleich mal zwei, drei Zehntel. Aber ich habe mir für morgen viel vorgenommen. Wichtig wird ein guter Start - dann Ellbogen raus in den ersten Kurven!"

Bester Deutscher war aber nicht Tode, sondern Bradl, der sich in Anwesenheit seines genesenen Vaters Helmut im Vergleich zu Mugello enorm steigern konnte. Der Kiefer-Pilot startete zurückhaltend ins Wochenende und war auch im Qualifying nicht von Anfang an ganz vorne dabei, aber mit seinem letzten Run kam er noch bis auf 0,789 Sekunden an die Bestzeit heran. Die wurde übrigens wie schon im Freien Training von Claudio Corti (Suter) aufgestellt: 2:09.624 Minuten.

"Das hätte ich nicht gedacht", jubelt Bradl. "Wir haben gegenüber dem Freien Training noch einmal etwas verändert, was voll aufgegangen ist. Ich bin überrascht, aber umso größer ist jetzt die Freude." Ist nun sogar ein Sieg möglich, Stefan? "Man wird sehen. Das Wetter ist hier immer sehr wechselhaft, aber wir haben jetzt eine gute Abstimmung und ich bin heilfroh, dass es geklappt hat, denn heute Morgen habe ich noch gedacht, das wird ein Desaster", entgegnet der Deutsche.

Totaler Triumph für Suter

Jules Cluzel, Teamkollege von Polesetter Corti bei Forward, belegte den zweiten Platz, gefolgt von Bradl, Julian Simon (Suter) und Hernández. Holiday-Gym-G22-Ersatzmann Xavier Simeon belegte mit weniger als einer Sekunde Rückstand den starken sechsten Platz. Abgerundet wurden die Top 10 von Alex Baldolini (I.C.P./7.) und Fonsi Nieto (Moriwaki/10.). Übrigens: In der ersten Startreihe stehen diesmal nur Suter-Motorräder!

Nicht allzu gut lief es aus britischer Sicht, denn Lokalmatador Scott Redding landete nur auf dem zwölften Platz, fünf Tausendstelsekunden vor seinem Suter-Markenkollegen Dominique Aegerter. Doch einige erwischte es noch schlimmer: Mitfavorit Shoya Tomizawa (Suter/11.) leistete sich nach seinen zwei Stürzen am Vormittag einen weiteren Abflug, ebenso wie Raffaele de Rosa (Tech 3/36.), für den nach dem spektakulären Crash bei Becketts Endstation war.

Gar nicht erst am Qualifying teilnehmen konnte Alex de Angelis: Die Force GP210 des ehemaligen Gresini-MotoGP-Piloten stand mutterseelenallein in der Scot-Box, weil beim Italiener nach einem Unfall im Freien Training ein gebrochener Lendenwirbel diagnostiziert wurde. Eine Teilnahme am morgigen Grand Prix von Großbritannien ist damit nicht mehr möglich, schon in Assen möchte de Angelis aber ein Comeback geben.

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