vergrößernverkleinern
Yuki Takahashi feierte in Barcelona seinen ersten Sieg in der Moto2-WM © Honda

Yuki Takahashi feiert seinen ersten Moto2-Sieg und profitiert dabei Andrea Iannones Missgeschick, der bei gelber Flagge überholt hat

Die Moto2-Kategorie hat ihren Ruf als spektakulärste, unterhaltsamste und spannendste der drei WM-Klassen in Barcelona ein weiteres Mal eindrucksvoll unterstrichen. Yuki Takahashi gewann nach 23 packenden Runden den Großen Preis von Katalonien vor Tom Lüthi und Julián Simón. WM-Leader Toni Elias musste sich kurz vor dem Ziel Karel Abraham geschlagen geben und sich mit Rang fünf begnügen.

Doch der Reihe nach. Der von Platz drei gestartete Lüthi gewann den Start und führte das Rennen nach der ersten Kurve vor Elias, Takahashi, Andrea Iannone und Simón an. Die Spitzengruppe profitierte von ihren guten Startplätzen, denn im Mittelfeld kam es beim Anbremsen auf die erste Kurve einen Massencrash, der unter anderem Mike di Meglio, Shoya Tomizawa, Alex Debón, Héctor Faubel, Roberto Rolfo und Dominique Aegerter aus dem Rennen riss.

Doch der Segen der vorderen Plätze sollte sich zumindest für Iannone schon bald als Fluch herausstellen. Der Pole-Sitter war eingangs der zweiten Runde an Takahashi vorbeigangen - ausgerechnet an der Unfallstelle der ersten Runde, wo zu diesem Zeitpunkt noch die Streckenposten mit den Aufräumarbeiten beschäftigt waren und deshalb gelbe Flaggen geschwenkt wurden.

Iannone, der die gelben Flaggen offensichtlich übersehen hatte, ging kurz darauf auch an Lüthi vorbei und setzte sich schnell vom Rest des Feldes ab. Doch die Freude war nur von kurzer Dauer, denn schon in der sechsten Runde bedeutete ihm ein Streckenposten bei Start-Ziel per Anzeigetafel, dass er die zuvor gewonnen Position wieder abgeben und sich auf Rang zwei zurückfallen lassen müsste.

Iannone übersieht Boxentafel

Iannone hätte für dieses Manöver fünf Runden Zeit gehabt, doch er übersah sämtliche Zeichen der Rennleitung und auch die seines Teams, das ihm nicht nur wild gestikulierend auf der Boxenmauer, sondern auch mit einem handgeschrieben Zettel, auf dem "VAI 2" ("Geh' 2") stand, entgegen hielt. So kam es wie es kommen musste, Iannone wurde von der Rennleitung mit einer Durchfahrtstrafe belegt.

Die Anzeige dieser Bestrafung nahm der zu dem Zeitpunkt überlegen in Führung liegende Iannone schließlich wahr und am Ende der 15. Runde rollte er mit der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern durch die längste Boxengasse des WM-Kalenders. Der Speed-Up-Pilot sollte das Ziel schließlich als 13. erreichen. Die drei WM-Zähler waren nur ein schwacher Trost.

Horrorcrash auf der Zielgeraden

Unterdessen hatte sich Takahashi längst von Lüthi und Simón abgesetzt und führte nach zwei Dritteln der Renndistanz über drei Sekunden Vorsprung das Rennen an. Während sich der Schweizer im Zweikampf gegen den amtierenden 125er-Weltmeister durchsetzen und auf Platz zwei fahren konnte, kämpfte der in der turbulenten Anfangsphase etwas zurückgefallene Elias noch um den vierten Rang.

Doch schließlich war es Karel Abraham, der den WM-Leader in der letzten Runde in Schach hielt. Knapp dahinter kämpften Kenny Noyes und Carmelo Morales bis zum Zielstrich verbissen um den siebten Platz. Der spanische WM-Debütant wollte den US-Amerikaner noch kurz vor dem Ziel aus dem Windschatten heraus überholen, streifte dabei mit seinem Vorderrad den Hinterreifen seines Konkurrenten und überschlug sich anschließend bei hoher Geschwindigkeit auf der Zielgeraden.

Tode verpasst die Punkteränge

Morales wurde bei dem Sturz von seiner wild umherfliegenden Maschine getroffen und blieb zunächst beinahe regungslos auf dem Grünstreifen vor der Haupttribüne liegen. Eine anschließende Untersuchung im Streckenhospital hat allerdings ergeben, dass sich der 31-Jährige glücklicherweise keine lebensbedrohlichen Verletzungen zugezogen hat.

Arne Tode hat als 17. die WM-Punkteränge knapp verpasst. Der Suter-Pilot war einer der Profiteure des Massencrashs kurz nach dem Start und lag am Ende der ersten Runde sogar an zehnter Stelle. Doch im Verlauf des 23 Runden langen Rennens fiel Tode immer weiter zurück und konnte sich gegen die stärkere Konkurrenz nicht durchsetzen.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel