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Sieger in Deutschland: Toni Elias zieht in der Fahrer-WM langsam davon © Gresini

Toni Elias untermauert mit dem Sieg am Sachsenring seine Ambitionen auf den Moto2-WM-Titel - Stefan Bradl als Neunter bester Deutscher

Nichts wurde es mit einem zweiten deutschen Podium beim Heim-Grand-Prix auf dem Sachsenring: Zwar durften sich Arne Tode (2.) und Stefan Bradl (7./beide Suter) nach ihren starken Qualifyings gute Chancen ausrechnen, doch im heutigen Rennen gelang den beiden sehr zum Bedauern der Fans kein absolutes Spitzenergebnis.

Dabei hatten sie sich vor dem Start noch zuversichtlich gezeigt. Tode wollte "das Bestmögliche rausholen und an den Jungs dranbleiben. Ich hoffe, dass ich einen guten Start habe und ein gutes Rennen zeigen kann. Im letzten Jahr hat das in der IDM auch geklappt", sagte er, während Bradl ankündigte: "Es wird in der ersten Kurve nicht einfach. Ich hoffe, dass ich die erste Runde überstehe und ein bisschen Glück habe. Ich habe eine gute Pace. Wird schon gutgehen."

Deutsche ohne Glück

Letzterer war als Neunter tatsächlich bester Deutscher im Feld, doch abgesehen von ein paar netten Zweikämpfen und einer starken Anfangsphase konnte er keine Akzente setzen. Seine stärkste Runde war die vierte, in der er zuerst Tode überholte und damit Siebter war, dann auch noch in einem Atemzug Alex Debón (FTR) und Toni Elias (Moriwaki) schnappte. Doch Bradl konnte den fünften Platz nicht halten und überquerte die Ziellinie nach 29 Runden als Neunter.

"Ich bin gut durch die erste Kurve und hatte einen guten Speed, aber dann konnte ich nicht mehr mithalten, weil der Hinterreifen total hinüber war", berichtet der Zahlinger nach seinem Heimrennen. "Ich bin froh, dass ich noch lebe. In der Bergabpassage ist das Hinterrad bei 220 km/h dermaßen abgegangen, dass ich hätte tot sein können. Ich konnte die Maschine gerade noch abfangen. Aber mit den Top 10 bin ich zufrieden."

Für Tode begann das Rennen mit einer Schrecksekunde, als er wenige Augenblicke vor dem Start den Motor abwürgte und diesen erst wieder starten musste. Dennoch kam er einigermaßen gut von der Linie weg, sodass er als Vierter durch die erste Kurve fuhr. Der Pilot des Racing Teams Germany fiel aber sukzessive immer weiter zurück und kam in der siebten Runde gar zu Sturz - sehr zum Leidwesen von Teamchef Dirk Heidolf.

Speed Up zu Beginn dominant

An der Spitze bildete sich zunächst ein Speed-Up-Express mit Gabor Talmacsi und Andrea Iannone. Die beiden mussten in der Schlussphase jedoch dem enormen Speed von Elias Tribut zollen, gegen den wieder einmal kein Kraut gewachsen war. Letztendlich hatte Elias 3,297 Sekunden Vorsprung auf Iannone. Dritter wurde Roberto Rolfo (Suter); Talmacsi fiel noch hinter Fonsi Nieto (Moriwaki) und Karel Abraham (FTR) auf Platz sechs zurück.

Der Schweizer Dominique Aegerter (Suter) kam als Achter ins Ziel, 1,779 Sekunden vor Bradl, aber 11,373 Sekunden hinter dem Sieger. Pech hatte sein Landsmann Tom Lüthi (Moriwaki), der im Kampf um Rang 20 mit Anthony West (MZ-RE/13.) kollidierte. "Anthony war vorne", macht Lüthi West keinen Vorwurf. "Ich wollte eigentlich an die Gruppe davor ranfahren, denn das wäre ein versöhnliches Ende des Wochenendes gewesen. Leider hat es nicht sollen sein."

Zu den prominenteren Unfallopfern des Tages zählten heute Julián Simón (Suter) und Simone Corsi (Motobi). Letzterer schied kurz vor Schluss an dritter Stelle liegend aus. Aber bereits am Start gab es einen Riesencrash, als Raffaele de Rosa (Tech 3) eine Kettenreaktion auslöste, durch die gleich fünf Piloten eliminiert wurden. In der Fahrer-WM führt unverändert Elias vor Lüthi - nun bereits mit 42 Punkten Vorsprung.

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