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Eskil Suters wird auch 2011 mit mehreren Teams in der Moto2 vertreten sein © Mark VDS

Das MotoGP-Chassis der Schweizer Fahrwerksschmiede Suter-Racing-Technology nimmt Gestalt an - Erste Testfahrt soll bald stattfinden

Bei der Suter-Racing-Technology im schweizerischen Turbenthal geht die Entwicklung des MotoGP-Fahrwerks in die Endphase. Die Konstruktion und der Zusammenbau des Motorrades sind beinahe abgeschlossen. Firmenchef Eskil Suter will sein jüngstes "Baby" schon demnächst auf einer Rennstrecke im Fahrbetrieb sehen. Wo das erste Roll-Out der mit einem 1.000er-BMW-Motor ausgestatteten Suter-MotoGP stattfinden wird, steht noch nicht fest.

"Das Chassis und die Schwinge sind bereits seit einiger Zeit fertiggestellt", so Suter. "Im Moment sind wir noch mit dem Zusammenbau des Motorrades beschäftigt. Dies dauerte auch eine geraume Zeit, bis wir das Gröbste auf die Räder stellen konnten. Denn verschiedene Komponenten, wie zum Beispiel Auspuff und Kabelbaum, können wir erst auf der aktuellen Maschine anpassen und das dauert halt noch eine Weile. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir aber definitiv sagen, dass wir noch Ende dieses Monats oder spätestens Anfang September das Roll-Out durchführen werden."

Für Suter ergibt aber auch aus anderen Gründen keine Möglichkeit, die Rennstrecke in Brünn am Montag nach dem Rennen nutzen zu können. "Das Reglement verbietet es uns, sich diesen Test anzuschließen. Dies sollte sich für uns auch in keiner Weise nachteilig auswirken, denn ich denke, dass wir bis 2012 auch so noch ausreichend Zeit haben werden. Die genaue Vorgehensweise müssen wir aber nochmals abstimmen, wann und wo wir damit zum ersten Mal fahren werden. Beim ersten Roll-Out geht es sowieso primär um reine Funktionstests. Erst zu einem späteren Zeitpunkt werden wir auf einem Grand-Prix-Kurs fahren, wo es Referenzdaten gibt."

Auch der Pilot für die erste Probefahrt und die anschließenden Tests in der Weiterentwicklung steht bis dato noch nicht fest. "Vorrangig habe ich dabei an Carmelo Moralles gedacht", so Suter weiter. "Aber da muss man auch noch ein wenig abwarten, wie er sich von seinen Verletzungen aus dem schweren Sturz in Barcelona erholt." Suter arbeitet aber auch eifrig an der Weiterentwicklung der Moto2-MMX für die Saison 2011. "Beim Test in Aragón wurden weiterentwickelte Teile erfolgreich getestet. Aber im Prinzip war es noch nicht unser 2011er-Motorrad."

Insgesamt konnten sich im Motorland Aragón sechs Moto2-Piloten von der Suter-MMX, an der diese Modifikationen angebracht wurden, einen detaillierten Eindruck verschaffen. "Fünf davon haben ganz klar ein positives Feedback abgegeben", resümiert Suter, "während der sechste keine gravierenden Unterschiede erkennen konnte. Vielleicht hatte er damals einen nicht besonders guten Tag. Jedenfalls erwarten wir uns sehr viel von diesen Modifikationen für schnelle und flüssige Rennstrecken, wie zum Beispiel Brünn eine ist."

Neue Moto2-Maschine wird in Misano vorgestellt

Es ist angedacht die Suter-MMX des Baujahres 2011 Anfang September in Italien vorzustellen. "Erst beim Grand Prix in Misano können wir unser nächstjähriges Moto2-Motorrad herzeigen und den Interessenten vorstellen. Zwei Wochen später in Aragón wollen wir den davon abgeleiteten Production-Racer präsentieren. Das wird dann quasi das Motorrad mit Low-Cost-Technologie sein."

Der umtriebige Schweizer Geschäftsmann, der erst am vergangenen Wochenende seine Langzeit-Freundin Michaela geheiratet hat, zieht auch bereits die Fäden für kommendes Jahr. "Im Endeffekt ist jetzt die Zeit, wo man beginnt, sich Gedanken über die nächste Saison zu machen. Vielleicht kommt für uns das eine oder andere Team noch dazu. Ich denke aber, dass es bestimmt nicht weniger Motorräder werden."

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