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Die schnelle Hilfe konnte Shoya Tomizawa nicht mehr retten © Honda

Der Italienische Motorrad-Verband weist auf die hohen Sicherheitsstandards in Misano hin und mahnt: "Man sollte schweigend gedenken, statt zu diskutieren"

Der tragische Unfall, bei dem Moto2-Pilot Shoya Tomizawa am vergangenen Sonntag ums Leben gekommen ist, sorgt weiter für Diskussionen. So wird die Sicherheit der italienischen Rennstrecke angezweifelt und kritisiert, dass das Rennen nicht nach dem Unfall abgebrochen wurde. Nun nimmt der Italienische Motorrad-Verband FMI Stellung, auch wenn die Verantwortung für die Moto2-Rennen nicht bei ihm, sondern beim internationalen Verband FIM liegt.

Der italienische Verband verweist in seiner Stellungnahme auf "die hohen Sicherheitsstandards" der Rennstrecke in Misano: "Die Strecke ist analog dem Reglement homologiert und in der Saison 2010 wurden dort sogar zwei Veranstaltungen der Italienischen Speed-Meisterschaft durchgeführt, der höchsten italienischen Rundstreckenklasse."

"Unmittelbar nach dem Unfall wurde der verletzte Fahrer schnell in einen sicheren Abschnitt der Strecke gebracht, und die Sanitäter konnten innerhalb sehr kurzer Zeit tätig werden und die bestmögliche Hilfe leisten", heißt es weiter. "Ein Krankenwagen stand bereit, um den Fahrer in der Medical Centre an der Strecke zu bringen, eine modernsten und technisch fortschrittlichsten Einrichtungen Italiens."

"Das Rennen zu stoppen - die Strecke war sofort gereinigt worden, inklusive all der Trümmerteile, die nach dem Unfall auf dem Asphalt lagen - hätte für die Sicherheit der Fahrer auf der Strecke keinen Unterschied gemacht", meint der italienische Verband. "Es hätte viel mehr die Hilfe verlangsamt, während man auf die Ankunft des Krankenwagens gewartet hätte."

"Der Motorradsport ist gefährlich", sagt FMI-Präsident Paolo Sesti. "Dessen müssen wir uns alle bewusst sein, auch jene, die nicht direkt in den Motorradsport involviert sind. Es werden kontinuierliche Bemühungen unternommen, um die Sicherheit während der Rennen zu erhöhen, und es wurden dabei schon herausragende Ergebnisse erzielt."

Laut Sesti wurde auch in Misano in den vergangenen Jahern viel für mehr Sicherheit getan: "Dazu gehören Änderungen an der Streckenführung, die Vergrößerung der Auslaufzonen, Änderungen an den Profilen der Randsteinen sowie die Anbringung von künstlichem Gras an den Randsteinen."

Sesti drückt seine "absolute Wertschätzung" für die Streckenbetreiber und das medizinische Personal in Misano aus: "Bei diesem Unfall wurde beispielhaft gehandelt." Und er mahnt, die Diskussionen zu beenden: "Es macht keinen Sinn, sich weiter über etwas zu empören, was ein Unglück war. Angebrachter wäre es, dem verstorbenen Fahrer in respektvollem Schweigen zu gedenken."

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