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Überlegener Sieg: Andrea Iannone war im verregneten Jerez nicht aufzuhalten © Honda

Andrea Iannone feiert bei feuchten Bedingungen einen überlegenen Sieg und übernimmt die WM-Führung - Stefan Bradl auf Platz fünf

Andrea Iannone hat den Grand Prix von Spanien gewonnen. Der Italiener setzte sich in einem spannenden Regenrennen auf dem Circuito de Jerez in überlegener Manier durch und übernahm damit die Führung in der Zwischenwertung der Moto2-Weltmeisterschaft. Tom Lüthi wurde Zweiter, Simone Corsi komplettierte als Dritter das Siegertreppchen.

Als das Rennen um 12:15 Uhr gestartet wurde, war die 4,4 Kilometer lange Strecke in Andalusien komplett feucht. Während des 26-Runden-Rennens regnete es mal mehr, mal weniger stark, so dass sich keine abtrocknende Ideallinie herausbilden konnte. In den Trainingssitzungen am Freitag und Samstag war es in Jerez noch sommerlich trocken gewesen, die Piloten hatten also am Rennsonntag nicht viel Zeit, um sich auf die veränderten Verhältnisse einzustellen.

Yuki Takahashi gewann den Sprint bis zu ersten Kurve und bog als Erster vor Pole-Sitter Stefan Bradl in den Rechtsknick nach Start-Ziel ein. Doch schon in der dritten Kurve übernahm Bradley Smith die Führung. Der Tech-3-Pilot hatte offenbar als Erster das richtige Gefühl für die rutschige Piste. Bradl fiel dagegen im Verlauf der ersten beiden Runden zurück - analog zum verhaltenen Auftakt Sandro Corteses im 125er-Rennen, der von der Pole-Position gestartet ebenfalls zunächst nicht richtig in Tritt gekommen war.

In der zweiten Runde führte Corsi vor dem ebenfalls gut gestarteten Lüthi. Smith, Bradl und Takahashi folgten dicht dahinter. Doch schon zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich ab, dass Iannone der schnellste Pilot in diesem Rennen sein würde. Der Suter-Pilot belegte in der Qualifikation zwar nur Platz elf, aber im feuchten Warmup am Sonntagmorgen setzte er die Bestzeit. Iannone verlor in der Anfangsphase keine Zeit, um zur Spitze aufzuschließen.

Iannone holte schnell auf

In der dritten Runde ging Iannone an Bradl vorbei, vier Runden später mischte er sich bereits mitten unter das Führungsquartett, das zu diesem Zeitpunkt von Lüthi angeführt wurde. Dass Iannone in diesem Rennen nicht aufzuhalten sein würde, zeigte sich spätestens in dessen Zweikampf mit Corsi: die beiden Italiener berührten sich mehrfach, als sich Iannone mit aller Macht durchsetzte und die Verfolgung von Lüthi aufnahm.

Unterdessen verabschiedete sich Takahashi nach einem Sturz in der Rechtskurve hinter dem Fahrerlager aus dem Rennen. Kurz danach fielen auch Jules Cluzel und Marc Marquez aus, nachdem der Franzose beim Anbremsen auf die erste Kurve nach Start-Ziel die Kontrolle verlor und Marquez geradewegs abschoss. Beide Fahrer blieben glücklicherweise unverletzt. Cluzel entschuldigte sich für sein Missgeschick wenig später bei Marquez, der damit auch in seinem zweiten Moto2-Rennen nicht ins Ziel kam.

Lüthi von Iannones Angriff überrascht

Zur Rennmitte führten Lüthi und Iannone das Rennen einsam an. Das entscheidende Überholmanöver gelang Iannone, als sich der Schweizer auf der Start-Ziel-Geraden nach hinten links umdrehte, um sich zu vergewissern, wo sein Kontrahent war. Doch Iannone war bereits rechts aus dem Windschatten Lüthis herausgefahren und zog spielerisch leicht am Interwetten-Pilot vorbei und übernahm die Spitze. Lüthi gab später an, sich in dieser Szene verschaltet zu haben.

Fortan drehte Iannone einsam seine Runden, Lüthi ging es bloß noch darum, auf dem rutschigen Untergrund Platz zwei sicher ins Ziel zu bringen. Neun Runden vor Schluss sah es noch einmal so aus, als ob Bradl vielleicht den drittplatzierten Corsi würde angreifen können, nachdem er zuvor Smith überholen konnte. Doch sowohl Bradl als auch Smith hatten größte Mühe, nicht auszurutschen - an eine Aufholjagd war nicht mehr zu denken.

Neukirchner in den Top 10

Zwei Runden vor dem Ziel konnte Bradl gerade noch einen Hinterradrutscher abfangen und Smith holte sich die vierte Position zurück. Etwas weiter hinten im Feld drehte dagegen Max Neukirchner gegen Rennende mächtig auf. Der MZ-Pilot konnte in der Zielkurve seinen Teamkollegen Anthony West überholen und fuhr als Zehnter über die Ziellinie. Für den Australier, der lange Zeit auf Platz sieben gelegen war, blieb somit nur der elfte Rang.

Ein äußerst ereignisreiches Rennen lieferte Alex de Angelis ab. Der Motobi-Pilot wurde nach einem Frühstart mit einer Durchfahrtsstrafe belegt. Als sich der San Marinese wieder ins Feld einreihte, lag er auf Position 32. Nach einer beeindruckenden Aufholjagd kam de Angelis aber als Siebter ins Ziel.

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