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Stefan Bradl bestritt 2005 mit 15 Jahren seine ersten WM-Läufe © getty

Stefan Bradl tröstet sich mit seiner Gesamtführung über den Nuller auf seiner Horror-Strecke hinweg. Das Team blickt nach vorn.

Assen/München - Assen ist für Stefan Bradl keine Reise wert, daran hat sich auch nach seinem steilen Aufstieg nichts geändert.

"Da bleibt man lieber daheim", sagte der 21-Jährige nach dem Großen Preis der Niederlande (Bericht) mit Blick auf die schwierigen Bedingungen in der "Kathedrale des Motorradsports".

Auf dem rutschigen Kurs landete Bradl drei Runden vor dem Rennende im Kiesbett, zum ersten Mal in der laufenden Saison ist der WM-Spitzenreiter damit leer ausgegangen (DATENCENTER: Moto2).

Bradl verliert Spaß

Bradl gingen auf dem Traditionskurs nicht nur WM-Punkte verloren, vor allem der Spaß blieb auf der Strecke.

"Da kann man sich's echt abgewöhnen", sagte der Moto2-Pilot nach seiner Rückkehr in die Box: "Es war nicht trocken, es war nicht nass. Die falschen Reifen hatte sowieso jeder drauf, das Setup war total daneben."

Die Wetterkapriolen hatten den Fahrern das Leben am gesamten Wochenende schwer gemacht, besondere Probleme gab es aber im Moto2-Rennen. Schon kleine Fahrfehler hatten große Folgen.

"Nur ein Streifen war trocken"

"Es war nur ein Streifen auf der Ideallinie trocken", erklärte der zum Zeitpunkt des Sturzes siebtplatzierte Bradl, und genau das wurde dem Zahlinger zum Verhängnis.

Das Hinterrad seiner Kalex rutschte am Kurveneingang weg, die Maschine war nach dem harmlosen Sturz nicht mehr fahrtüchtig.

Sauer hatte Bradl auf die Panne reagiert, mit den Händen gegen den Helm geschlagen und später im Fahrerlager wütend die Tür des Motorhomes zugeknallt. Der WM-Dominator war bedient, von vier Saisonsiegen verwöhnt, musste Bradl die Enttäuschung erst einmal verkraften.

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Vorsprung bleibt komfortabel

Schwer fiel das nicht, schließlich reicht schon ein kurzes Studium des WM-Klassements, um ein solches Missgeschick schnell abhaken und nach vorn blicken zu können.

57 Punkte liegt Bradl (127) nach sieben von 17 Läufen vor Marc Marquez (70), dem amtierenten 125ccm-Weltmeister, der in Assen gewann und sich nach einem missglückten Start in die neue Klasse inzwischen zum gefährlichsten Gegner entwickelt hat.

"Jammern auf hohem Niveau"

Der Spanier ist trotz seines Erfolges aber in weiter Ferne, deshalb bleibt Bradl ("Ich führe noch komfortabel") ganz entspannt. Ein einziger Ausrutscher kann den derzeit besten deutschen Motorrad-Piloten nicht in Unruhe versetzen.

Viel Zeit zum Grübeln bleibt ohnehin nicht, schon in der nächsten Woche (ab Freitag LIVE im TV auf SPORT1) geht es im italienischen Mugello weiter.

"Das ist Jammern auf hohem Niveau", sagte Bradl und schlug das Kapitel Assen ganz schnell zu. Sechsmal ist der deutsche Hoffnungsträger bei der Dutch TT an den Start gegangen, ein Podiumsplatz sprang dabei nie heraus. Kummer im niederländischen Regen ist Bradl gewöhnt.

Kiefer-Team will in die MotoGP

Auch im kommenden Jahr wird sich der Schwabe wieder ins Nachbarland aufmachen, vermutlich aber nicht mehr in der Moto2 um den Titel fahren. Der Wechsel in die Königsklasse MotoGP steht bevor.

"So wie es momentan aussieht, kann man damit rechnen", sagte Bradl beim "ZDF": "Es gibt Gespräche, ich will aufsteigen und habe das Potenzial."

Ob Bradl das Abenteuer mit seinem Kiefer-Team in Angriff nimmt oder zu einem etablierten Rennstall geht, ist weiterhin offen. "Es ist geplant, mit Stefan in die MotoGP aufzusteigen", sagte Teamchef Stefan Kiefer: "Wir versuchen alles, um ihn zu halten."

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