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Der Spanier Marc Marquez hat auf Stefan Bradls Heimstrecke gewonnen © Repsol

Stefan Bradl verpasst den Heimsieg auf dem Sachsenring knapp, führt aber weiterhin die WM souverän an - Den Sieg feiert der Spanier Marc Marquez

Tausende Fans verfolgten auf den Tribünen ein spannendes Moto2-Rennen auf dem Sachsenring. Lokalmatador Stefan Bradl und Marc Maruez lieferten sich lange einen Kampf. Am Ende holte sich der Spanier die entscheidenden Zehntel Vorsprung heraus und feierte seinen vierten Moto2-Triumph, den dritten in Folge. Bradl wurde trotzdem für Platz zwei von seinen Fans gefeiert. Die beiden Schweizer Randy Krummenacher und Tom Lüthi verpassten das Podium knapp.

Mika Kallio konnte nicht am Rennen teilnehmen, weil seine Maschine schon beim Weg in die Startaufstellung mit technischem Defekt ausrollte. Bradl kam beim Start perfekt von der Linie weg und bog als Führender in die erste Kurve ein. Marquez folgte, übernahm in der ersten Runde aber noch die Spitze. Im großen Moto2-Feld herrschte gleich in der ersten Kurve Konfusion. Vier Fahrer rodelten durch das Kiesbett. Bradley Smith verpasste seinen Bremspunkt deutlich. Julian Simon kollidierte mit Xavier Simon und stürzte. Das Comeback des Spaniers war früh vorbei.

Marquez setzte sich in den ersten Runden gleich um einige Meter von Bradl ab. Am Hinterrad des Deutschen klebte Alex De Angelis. Der ehemalige MotoGP-Pilot ging an dem Deutschen in Umlauf zwei vorbei, Bradl konterte sofort. Die Verfolgergruppe wurde von Lüthi auf Platz vier angeführt. Der Schweizer konnte die Lücke nach vorne rasch schließen und das Feld lag wieder beisammen. Marquez versuchte in der Anfangsphase gleich eine Soloflucht. Das funktionierte aber nicht.

Neukirchner in Unfall verwickelt

Riesenglück hatten zwei Piloten: Aleix Espargaro flog per Highsider in Kurve sieben ab. MZ-Pilot Max Neukirchner hatte keine Chance für ein Ausweichmanöver und prallte voll in das Motorrad des Spaniers hinein. Beide konnten weggehen. Das Heimrennen war für Neukirchner damit bereits früh vorbei. Bei dem Sturz zog er sich leichte Prellungen zu. Espargaro wurde ins Krankenhaus zu Untersuchungen gebracht.

An der Spitze entwickelte sich im ersten Renndrittel eine Fünfergruppe, die von Marquez angeführt wurde. Auf den Plätzen folgten de Angelis, Bradl, Yonny Hernandez und Lüthi. Die Top 3 konnten sich anschließend leicht absetzen. Bradl hängte sich an das Hinterrad seines Konkurrenten und übte Druck aus. 17 Runden vor Schluss deutete Bradl ein Überholmanöver an, zog aber zurück. Die Taktikspielchen hatten begonnen. Kurz darauf verbremste sich Marquez in der ersten Kurve und Bradl zog vorbei. Der Spanier ließ seinen Konkurrenten durch.

Die Fans auf den Tribünen jubelten. Durch diese Spielchen schaffte Lüthi wieder den Anschluss und die Spitzengruppe bestand wieder aus vier Piloten. Der Schweizer fuhr nach zuletzt schwierigen Rennen einen kämpferischen Grand Prix. De Angelis verwickelte Marquez in ein Duell, während Bradl sicher auf Platz eins seine Runden drehte.

Marquez holt entscheidende Zehntel heraus

Acht Runden vor dem Ende überholte Marquez Bradl und Lüthi übernahm Platz drei. Eine starke Aufholjagd zeigte Krummenacher, der mit schnellsten Rennrunden auf die Spitze aufschloss und sich von Hernandez Platz fünf schnappte. An der Spitze wurde es heißer. Marquez und Bradl setzten sich für die Schlussphase leicht ab. Krummenacher hatte derweil den Anschluss gefunden und kämpfte mit Lüthi und de Angelis um den letzten Podestplatz.

Die Entscheidung fiel bereits zwei Runden vor Schluss. Marquez konnte sich um wenige Zehntel absetzen. Die Lücke war gerade groß genug, damit Bradl keinen Angriff mehr wagen konnte. Den kleinen Vorsprung verwaltete Marquez sicher ins Ziel und feierte damit seinen dritten Sieg in Folge. Bradl überquerte die Ziellinie als Zweiter und wurde von seinen Fans gefeiert. In der WM führt der Deutsche weiter mit 47 Punkten Vorsprung vor dem Spanier.

De Angelis komplettierte das Podium als Dritter. Im Schweizer-Duell setzte sich schließlich Krummenacher durch, der als Vierter sein bestes Moto2-Resultat feierte. Lüthi kam als Fünfter über die Linie. Dominique Aegerter, der dritte Schweizer im Bunde, machte viele Plätze gut und sammelte als Zwölfter wieder einige Punkte.

Einige Sekunden hinter Lüthi sah Hernandez die karierte Flagge auf Platz sechs. Scott Redding, Simone Corsi, Jules Cluzel und Michele Pirro komplettierten die Top 10. Anthony West kam mit der MZ als 23. ins Ziel. Das nächste Rennen findet Mitte August in Brünn statt. In Tschechien hat Bradl bereits in der 125er-Klasse gewonnen.

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