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Andrea Iannone feierte in Brünn seinen zweiten Saisonsieg © Motorsport-Total.com

Andrea Iannone gewinnt den heiß umkämpften Grand Prix von Tschechien - Stefan Bradl wird hinter Marc Marquez Dritter und bleibt auf WM-Kurs

Spannender kann ein Motorradrennen kaum sein: Nach 20 heiß umkämpften Runden auf dem Brno Circuit hat Andrea Iannone den Moto2-Grand-Prix von Tschechien gewonnen. Der Italiener setzte sich gleich gegen vier Konkurrenten durch, die bis zum Ziel um den Sieg kämpften: Marc Marquez, Stefan Bradl, Alex de Angelis und Tom Lüthi. Für Iannone war es nach seinem Erfolg in Jerez der zweite Saisonsieg.

Bradl, der das Rennen lange Zeit anführte, wahrte durch den dritten Platz seine hervorragende Ausgangsposition in der Gesamtwertung. Gegenüber dem zweitplatzierten Marquez verlor er lediglich vier Zähler und führt die Weltmeisterschaft nach zehn von 17 Rennen mit 43 Punkten Vorsprung auf den Spanier an.

Der Kiefer-Pilot übernahm gleich beim Start die Führung und bog vor Pole-Sitter Marquez in die erste Kurve ein. Beim Anbremsen auf die dritte Kurve wäre der 125er-Champion beinahe in Bradl hineingerutscht. Beide Fahrer kamen zu weit nach außen ab, wodurch der ebenfalls hervorragend gestartete Lüthi auf Platz eins vorrücken konnte. Dahinter folgten Bradl, de Angelis und Marquez.

Fünfergruppe zieht davon

Dieses Quintett sollte das Geschehen auch in den folgenden 19 Runden bestimmen. Dem Rest des Feldes blieb allenfalls der Kampf um Platz sechs. Aus diesem Rennen verabschiedeten sich allerdings Randy Krummenacher, Jules Cluzel, Max Neukirchner und Bradley Smith relativ schnell - sie alle stürzten bereits in der Anfangsphase und schieden letztlich vorzeitig aus.

Nachdem er in der zweiten Runde wieder die Führung übernommen hatte, sah es im fünften Umlauf fast schon so aus, als ob sich Bradl an der Spitze würde absetzen können. Nach einem neuen Rundenrekord betrug sein Abstand auf den zweitplatzierten Iannone bereits 0,6 Sekunden. Doch der Italiener ließ nur eine Runde später bereits einen neuen Rekord folgen und schloss wieder zu Bradl auf.

Marquez und de Angelis behaken sich

Fortan wechselten sich Iannone, Marquez und de Angelis bei der Verfolgung Bradls ab, der sich allerdings nicht entscheidend absetzen konnte. Lüthi schien Mühe zu haben, an den Top 4 dranzubleiben, hielt aber aufgrund der zahlreichen zeitraubenden Positionswechsel der Streithähne vor ihm den Anschluss. Vor allem de Angelis und Marquez berührten sich mehrere Male, da der San Marinese besonders aggressiv zu Werke ging und dem Spanier oftmals kaum Platz ließ.

In der 13. Runde übernahm Iannone schließlich die Führung, die er nach einem Konter Bradls in der dritten Kurve auch behaupten konnte. Die Positionskämpfe an der Spitze wurden nun immer hitziger und Bradl, der zuvor rundenlang in Führung gelegen hatte, schien von der Angriffslust seiner Kontrahenten etwas überrascht zu sein. Dadurch, dass sich de Angelis und Marquez beinahe gegenseitig aus dem Rennen geschossen hätten, fand Bradl aber wieder schnell den Anschluss an Iannone.

Iannone bremst sich an allen vorbei

Vier Runden vor dem Ziel knöpfte sich der Kiefer-Pilot Iannone wieder vor und eroberte die Führung zurück. Eine Runde später zog Marquez nach, Iannone war plötzlich nur noch Dritter. Doch zwei Runden vor Schluss holte der Speedmaster-Pilot zum rennentscheidenden Angriff aus: Vor Kurve drei bremste er sich innen an Marquez und Bradl vorbei und war wieder Erster.

Bradl musste einen weiten Bogen fahren, um einer Kollision mit Iannone zu entgehen und reihte sich als Dritter hinter Marquez wieder ein. Diese Reihenfolge sollte auch bis zum Schluss Bestand haben, auch wenn Marquez ein weiteres Mal Iannone angriff, wogegen sich dieser aber erfolgreich wehren konnte.

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