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Es wurde zeitweise die falsche Richtung bei der Abstimmung eingeschlagen © Kiefer

WM-Favorit Stefan Bradl hatte nach einem fulminanten Saisonauftakt kleine Probleme - Gegen Saisonende hat sein Kiefer-Team wieder die richtige Richtung eingeschlagen

Stefan Bradl gegen Marc Marquez. Dieses Duell hat die Moto2-Saison 2011 elektrisiert. Der Deutsche startete fulminant und gewann vier der ersten sechs Rennen, gleichzeitig hatte Rookie Marquez seine Probleme und begann das Jahr mit drei Nullrunden. Lange sah es nach einem Bradl-Durchmarsch aus, doch der Spanier konnte im Frühsommer sein Talent auch in Ergebnisse umsetzen und gewann Rennen um Rennen. Schließlich übernahm Marquez in Motegi die WM-Führung. Da der 18-Jährige in Sepang nicht antreten konnte, hat Bradl wieder alle Trümpfe in der Hand.

Für den Gegner herrscht großer Respekt. "Marc ist sehr jung, sehr schnell und sehr talentiert. Er ist mit 18 Jahren schon ein kompletter Rennfahrer. Außerdem hat er ein Team und ein Management auf höchstem Niveau", zollt Bradl in der 'Augsburger Allgemeine' Respekt. Seit Aragon fährt Marquez mit der neuen Suter, die sich bislang als Volltreffer erweisen hat. Im Gegensatz dazu hatte Bradl konstant das Tempo für einen Podestplatz, doch im Sommer langte es nie ganz für den Sieg.

Gegen Saisonende hat die Kiefer-Mannschaft mit der Kalex wieder aufgeschlossen und Bradl verpasste in Australien und Malaysia nur knapp den Sieg. Was waren die Gründe für den Leistungsabfall nach dem starken ersten Saisondrittel? "Marquez hat sehr schnell aus seinen Fehlern gelernt. Am Anfang hatte er viele Ausfälle, aber dann hat er den richtigen Knopf gefunden", analysiert Bradl. "Als er in Le Mans das erste Rennen gewonnen hat, war er im Aufwind. Für uns wurde es dagegen schwierig."

"Wir wollten das Motorrad verbessern, aber wir sind in die falsche Richtung gegangen, was man an den Zeiten gesehen hat. Jetzt, am Ende der Saison, haben wir das Motorrad wieder etwas zurückgebaut. In Australien und Malaysia war ich in etwa so unterwegs wie beim Grand Prix in Barcelona, und das war das fünfte Rennen." Egal was in Valencia noch passieren wird, Bradl ist auf jeden Fall Vizeweltmeister.

Damit ist er mit seinem Vater Helmut gleichgezogen, dem das im Jahr 1991 in der 250er-Klasse gelungen war. "Vizeweltmeister bin ich ja schon in jedem Fall, jetzt will ich natürlich ein Stück besser sein. Aber warten wir mal ab, wie es in Valencia läuft, dann können wir da hoffentlich feiern." Sein Vater ist nicht mehr bei jedem Rennen vor Ort, aber dennoch spielt er weiterhin eine große Rolle.

"Ohne ihn wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin. Besonders am Anfang meiner Laufbahn hat er mir unheimlich viel geholfen. Bei den Rückschlägen hat die ganze Familie zu mir gehalten. Es ist das größte Geschenk meiner Mutter und meines Vaters, dass sie mich so weit gebracht haben. Der Erfolg ist ein großes Dankeschön dafür", sagt der 21-Jährige.

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