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Stefan Bradl steht kurz vor dem Gewinn der Moto2-Weltmeisterschaft 2011 © motorradrennen.com

Während Stefan Bradl das letzte Rennen der Saison kaum abwarten kann, hofft sein verletzter Kontrahent Marc Marquez auf eine Blitzheilung

Unterschiedlicher hätte Tag für die beiden Titelanwärter in der Moto2-Weltmeisterschaft kaum verlaufen können. Während Stefan Bradl den ersten Trainingstag beim Grand Prix von Valencia unter wechselhaften Witterungsbedingungen mit der Tagesbestzeit abschloss (1:41.777 Minuten), musste der verletzte Marc Marquez erneut aussetzen. Der Spanier sieht nach seinem Sturz vor zwei Wochen nach wie vor auf einem Auge doppelt.

Sollte Marquez auch am Qualifikationstraining nicht teilnehmen, stünde Stefan Bradl als neuer Moto2-Champion fest. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass der Monlau-Pilot am Samstagnachmittag ebenfalls nicht auf seine Suter-Maschine steigen kann, ist groß. "Ich werde den Samstagvormittag noch abwarten. Wenn der Arzt sagt, dass es geht - dann fahre ich. Vielleicht kommt ja noch irgendein Wunder," sagte Marquez gegenüber 'Sport1'.

"Es wäre schade, das letzte Rennen nicht zu fahren, vor allem wenn man bedenkt, wie die Meisterschaft verlaufen ist", fährt der siebenfache Saisonsieger fort. "Aber manchmal passieren solche Dinge. Mit einer Verletzung kann man nichts machen. Wenn das Problem deine Sicht beeinträchtigt, ist es sogar noch schlimmer. Das ist wesentlich heikler, das muss man vollständig auskurieren."

Ob diese vollständige Heilung über Nacht passiert, darf indes bezweifelt werden. Marquez' Teamchef und Mentor Emilio Alzamora rechtfertigte allerdings das Vorgehen seiner Mannschaft. "Die medizinischen Untersuchungen von Doktor Mir uns seinem Spezialisten-Team in der Dexeus-Klinik haben eindeutig ergeben, dass Marc eine längere Erholungspause benötigt. Etwa zwei oder drei Wochen mehr", erläuterte der Ex-Weltmeister.

Aber: "Einer der Ärzte hat gesagt, dass der Genesungsprozess in manchen Fällen beschleunigt werden kann", meinte Alzamora, ohne zu erklären, wodurch eine solche Blitzheilung zustande kommen könnte. "Aus Respekt vor Marc und der tollen Saison, die er gehabt hat, wollen wir die Tür offenlassen. Auch wenn das Team versteht, dass dies fast unmöglich ist."

Bradl wünscht sich Entscheidung auf der Strecke

Bradl blendete die unklare Situation um Marquez am Freitag hingegen völlig aus. "Die Tagesbestzeit heute ist okay", sagte der Kalex-Pilot. "Ich habe in beiden Sessions nicht alles riskiert und trotzdem ein gutes Gefühl gehabt. Deshalb können wir für den Freitag absolut zufrieden sein. Für morgen hoffe ich, dass die Wetterbedingungen klarer werden, entweder ganz nass oder komplett trocken. Dann kann ich es kaum noch erwarten am Sonntag das Rennen zu fahren."

"Für Marc tut es mir leid", erklärte Bradl. "Ich hätte auch am liebsten die Entscheidung auf der Strecke und nicht so, wie es jetzt im Moment aussieht, ohne die Beteiligung von Marc." Bradls Teammanager Stefan Kiefer ergänzte: "Über den WM-Titel denken wir überhaupt nicht nach. Wir sehen den Sonntag als normales Rennen, wollen hier eine super Leistung abliefern und die Saison mit einem Top-Ergebnis beenden."

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