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Der 21- Jährige Stefan Bradl holte bisher sieben Grand-Prix-Siege © imago

Der Moto2-Weltmeister hat Talent fürs Racen geerbt. Dennoch war er 2007 zurückgetreten. Nun hat er seine Kritiker Lügen gestraft.

München - Das Talent bekam Stefan Bradl praktisch mit in die Wiege gelegt.

Schon mit vier Jahren saß er zum ersten Mal auf einem Motorrad. Es war zwar nur eine Mini-Maschine, eine Honda QR-50 mit 2,5 PS, aber immerhin.

Jetzt, 17 Jahre später, ist Stefan Bradl Weltmeister in der Moto2-Klasse und träumt vom Aufstieg in die "Königsklasse" MotoGP, wo Superstars wie Casey Stoner oder der neunmalige Weltmeister Valentino Rossi fahren (BERICHT: Marquez kapituliert - Bradl ist Weltmeister).

Die Begeisterung für den risikoreichen Hochgeschwindigkeitssport hat der in Augsburg geborene 21-Jährige von seinem Vater Helmut.

Der wurde 1991 Vize-Weltmeister in der 250er Klasse und betreibt nun gemeinsam mit Bruder Max ein Motorradhaus im heimischen Zahling.

"In der Technik unterlegen"

"Stefan hat mehr Talent als ich und ein besseres Gefühl", sagt der stolze Vater. Zudem besitze er die nötige Fitness und vor allem den Willen.

Der Berater und Kritiker Helmut Bradl sagt: "Er ist in der Technik aber noch unterlegen und sollte sich da verbessern."

Familienmensch Bradl

Die Familie spielt für den Erfolg des jungen Bayern eine große Rolle.

Stefan Bradl eilte nach seinem Einstieg in den Rennsport mit 13 Jahren schnell von Erfolg zu Erfolg 476076(DIASHOW: Stefan Bradls Karriere).

Mit 17 geriet die Karriere jedoch ins Stocken. Der Teenager erklärte im Februar 2007 seinen Rücktritt vom Rennsport - auch, weil er für eine monatelange Saison-Vorbereitung von der Familie getrennt in Spanien gelebt hätte.

"Er hat sich da nicht wohlgefühlt. Es war die richtige Entscheidung, seine Entscheidung. Ich habe ihm immer gesagt: Ohne Spaß hat das alles keinen Sinn", sagt sein Vater über diese Zeit.

[kaltura id="0_5bihpd6n" class="full_size" title="Toni Mang im SPORT1 Interview"]

Nicht kaltschnäuzig genug?

Doch Stefan Bradl merkt schnell, wie sehr ihm das Duell mit anderen Fahrern auf zwei Rädern fehlt und kehrt wenige Monate später zurück.

Aber an ihm bleibt der Ruf hängen, nicht kaltschnäuzig genug für den beinharten Rennsport zu sein. Bradl lässt sich allerdings nicht beirren und geht Schritt für Schritt seinen eigenen Weg.

"Das waren nicht nur erfolgreiche Zeiten. Es sind am Ende die Niederlagen, die einen am meisten prägen, das weiß auch der Stefan", sagt Helmut Bradl.

"Egal ob Meister oder Kaiser"

Das wohl größte Lob für Stefan Bradl kam noch vor dem Saisonfinale in Valencia aus dem Mund einer deutschen Motorrad-Legende.

"Er kann am ehesten in meine Fußstapfen treten", sagte der fünfmalige Weltmeister Toni Mang im SPORT1-Interview (VIDEO: Toni Mang im SPORT1-Interview).

Sein Umfeld mit dem Zentrum der Familie wird zweifellos dafür sorgen, dass Stefan Bradl auch im jetzigen Erfolg mit beiden Beinen auf dem Boden bleibt: "Wenn ich ihn in der Werkstatt brauche, dann muss er auch herhalten. Er ist immer noch mein Sohn. Und da ist es egal, ob er Meister oder der Kaiser oder etwas anderes ist", sagt Vater Helmut.

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