Stefan Bradls Weltmeister-Titel ist Lohn für Mut, Fleiß und viel Talent. Simoncellis Tod überschattet den Triumph des Deutschen.

Glückwunsch Stefan Bradl! Der erste Weltmeister-Titel eines deutschen Piloten seit Dirk Raudies ist verdienter Lohn für einen jungen Fahrer, der mit viel Talent, enormem Fleiß und einem eisernen Willen das Glück auf seine Seite gezwungen hat.

In einer Moto2-Saison, die an Turbulenzen wahrhaftig nicht arm gewesen ist. Allein das aufgeregte Hin und Her um Bradls geplatzten Aufstieg in die Königsklasse MotoGP hätte manch anderen durchaus aus der Spur bringen können.

Bradl aber hat Kurs gehalten, Weltmeister-Kurs sozusagen.

Der junge Champion aus dem bayerischen Zahling hat also allen Grund der Welt, auf seinen Titel-Triumph sehr stolz zu sein - selbst wenn die Krönung durch das Pech seines spanischen Rivalen Marc Marquez letztlich kampflos und mithin etwas unspektakulär erfolgt ist.

Und doch ist es Bradls Dilemma, dass ein Schatten über seinem ersten Weltmeisterschaftsgewinn liegt - es ist der Schatten der Todesfahrt des italienischen Kollegen Marco Simoncelli.

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Selbstverständlich kann der Bayer dafür nichts, aber alle Beobachter - und gewiss auch er selbst - werden seine Thronbesteigung stets in einem Atemzug mit dem Unglück nennen.

Dem jungen Deutschen ist das bewusst, und er hat, klug genug, gar nicht erst versucht, die Simoncelli-Tragödie beiseite zu schieben. Explosive Feierleichkeiten werde es nicht geben, hatte Bradl vor dem WM-Finale angekündigt.

Und als sein Triumph durch Marquez' Quali-Verzicht engültig besiegelt war, wirkte Bradl denn auch eher erleichtert, denn vom Sieg berauscht.

Eines hat Simoncellis Tod dem jungen Weltmeister ganz gewiss vor Augen geführt. Wie nah unbändige Freude und tiefe Trauer in seiner Sportart beisammen liegen können.

Diese ernste Erfahrung kann für Bradl, den Champion, von enormer Bedeutung sein, persönlich wird sie ihn gewiss reifen lassen.

Die Freude über seinen außerordentlichen Triumph in einem außerordentlichen Jahr sollte er sich vom Ernst des Lebens aber auf keinen Fall verderben lassen.

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