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Jonas Folger (94) fuhr in der Spanischen Meisterschaft sein erstes Moto2-Rennen © FWeisse

Aufgrund des wechselhaften Wetters verlief das Moto2-Debüt von Jonas Folger in Spanien schwierig - Dennoch hat der Deutsche bei MZ viel Erfahrung gesammelt

Nach einem erfolgreich verlaufenen Test mit dem deutschen Moto2-Rennstall MZ am vergangenen Mittwoch in Valencia nahm der WM-Sechster der abgelaufenen Saison in der 125er-Klasse die Gelegenheit wahr, als Gaststarter bei der Spanischen Meisterschaft Rennerfahrung für seinen geplanten Klassenwechsel zu sammeln.

Nach einem Wetterumschwung von Freitag auf Samstagmorgen mit viel Regen und empfindlich kalten Temperaturen änderten sich für den Moto2-Neuling die Voraussetzungen für sein erstes Rennwochenende in der mittelschweren Klasse gravierend. Als erschwerendes Hindernis kam auch fehlende Erfahrung seiner Technik-Crew mit den in Spanien vorgeschriebenen Michelin-Regenreifen hinzu, weshalb es nicht einfach war eine optimale Abstimmung für die MZ-Moto2 zu finden.

Fehlender Grip am Hinterrad war die Folge. Der 18-Jährige konnte deswegen nicht früh genug aus den Kurven beschleunigen, wo viel Zeit verloren ging. Trotz aller wetterbedingten Widrigkeiten und dem bescheidenen Abschneiden sowohl im Rennen, als auch im Qualifying, wo sich Folger für den 22. Startplatz qualifizierte, hat sich die Reise nach Südspanien wegen der lehrreichen und wertvollen Erfahrungen allerdings gelohnt.

Im Rennen kam er am Sonntag als 18. ins Ziel. Bevor Folger weitere Testfahrten planen kann, stehen in der kommenden Wochen Vertragsverhandlungen mit MZ an. Als weitere Optionen werden auch Gespräche mit Kiefer Racing und dem französischen Rennstall Technomag-CIP geführt.

"Dieses Wochenende ist ganz und gar nicht nach meinen Vorstellungen verlaufen, ausgenommen die Freien Trainings am Freitag, wo die Bedingungen noch optimal waren. Wir waren am Freitag eigentlich in der Lage, dort weiterzumachen, wo wir am Mittwoch zuvor in Valencia aufgehört hatten", schildert Folger. "Jedoch das nasskalte Regenwetter ab Samstagmorgen hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht."

"Für derartig extreme Bedingungen fehlen dem Team einfach Erfahrungswerte mit den Michelin-Regenreifen, die in der Spanischen Meisterschaft verwendet werden. Wir sind damit auf keine optimale Abstimmung gekommen, weshalb hinten absolut kein Grip vorhanden war. Irgendwie ist der Hinterreifen nicht auf Temperatur gekommen. Ich konnte deshalb in keiner Kurve früh genug am Gasgriff drehen. Dadurch habe ich viel Zeit verloren."

"So gesehen ist es überflüssig lange über das Rennergebnis und auch über meinen Startplatz zu reden. Jedoch trotz der widrigen Bedingungen war es für mich sehr wertvoll nach Jerez zu reisen. Ich bin viele Runden gefahren und konnte dabei wertvolle Erfahrungen sammeln. Im Nachhinein sehe ich mich für den Umstieg in die Moto2-Klasse auf dem richtigen Weg."

"Schade, dass es nicht möglich ist in dieser Woche hier nochmals zu testen. Weitere Kilometer bei trockenen Verhältnissen wären im Anschluss an dieses schwierige Wochenende sehr hilfreich gewesen. Insgesamt betrachtet bin ich aber mit der Gesamtsituation zufrieden. In jedem Fall möchte ich mich bei Herrn Wimmer und MZ für diese Gelegenheit vielmals bedanken."

MZ-Teamchef Martin Wimmer ist mit Folgers Leistung zufrieden. "Jonas hat an diesem Wochenende unsere Vorgaben voll und ganz erfüllt. Er ist bei diesen extrem schwierigen Bedingungen ohne Sturz über die Runden gekommen und hat obendrein eine solide Leistung abgeliefert. Im Rennen hat er seine schnellsten Rundenzeiten des Wochenendes erzielt."

"Im Vergleich zu Alexander Lundh, der am vergangenen Wochenende in Valencia für uns gefahren ist und viel mehr Viertakt-Erfahrung hat, bin ich von Jonas um einiges mehr beeindruckt. Jonas steht jedenfalls in unserer Fahrerliste für 2012 ganz oben. Bevor wir uns aber endgültig entscheiden, wer in der kommenden Moto2-WM unser Fahrer sein wird, werden wir alle Optionen sorgfältig abgleichen."

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