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Pol Espargaro startete von der Pole-Position und gewann den Saisonauftakt © Ponsracing

Pol Espargaro entscheidet das Duell gegen Scott Redding und gewinnt den Saisonauftakt in Katar - Dominique Aegerter Vierter, Marcel Schrötter in den Punkten

Im ersten Moto2-Rennen der Saison entwickelte sich ein spannendes Duell zwischen den beiden Kalex-Fahrern Pol Espargaro und Scott Redding. Unter dem Flutlicht auf dem Losail-Kurs in Katar fiel die Entscheidung in den letzten Runden. Espargaro setzte sich gegen den Briten durch und startete mit einem Sieg in die neue Saison. Redding fehlte auf der Ziellinie eine knappe Sekunde. "Das gesamte Wochenende war hart, nicht nur das Rennen. Wir haben hart gekämpft", sagt der strahlende Sieger. "Mit neuen Reifen hatten wir ein sehr leichtes Heck."

"Taka (Nakagami; Anm. d. Red.) hatte einen unglaublichen Start und war in den ersten Runden sehr stark. Es war schwierig, ihm zu folgen. Scott ging an mir vorbei und ich folgte ihm. Ich muss ihm danken. Ohne ihn hätte ich nicht gewonnen. Am Ende gab es mit Scott einen Kampf um die ersten 25 Punkte der Saison. Ich bin sehr froh und danke meinem Team." Es war am Ende ein enges Duell. "Ich habe es versucht. Die finale Runde war eng", berichtet Redding. "Ich verlor in der Runde in die Startaufstellung die Kupplung, doch die Jungs haben in der Startaufstellung gute Arbeit geleistet."

"In den ersten Runden hatte ich Vibrationen durch die Kupplung. Doch das wurde besser. Ich ging an Pol und Nakagami vorbei und hatte einen guten Rhythmus. Ich führte, was gar nicht mein Plan war. Doch ich nutzte die Chance." Doch am Ende reichte es knapp nicht: "Pol hatte das gesamte Rennen über ein gutes Tempo", erkennt Redding die Leistung seines Rivalen an.

"Ich hatte starkes Chattering. Dennoch war es ein tolles Rennen. Ich bin froh, das erste Rennen der Saison hinter mich gebracht zu haben." Zum ersten Mal in seiner Karriere kletterte Takaaki Nakagami (Kalex) als Dritter auf das Podest."Ich bin sehr froh, zum ersten Mal auf dem Podest zu stehen", freut sich der Japaner. "Zu Beginn des Rennens wollte ich davonziehen, doch dann hatte ich nach zehn Runden starkes Chattering."

Spannend ging es auch in der großen Verfolgergruppe zu, in der Dominique Aegerter (Suter) und Marcel Schrötter (Kalex) kräftig mitmischten. Mehr als zehn Fahrer lieferten sich einen engen Schlagabtausch und im Zielsprint hatte Aegerter die Nase vorne. Der Schweizer wurde mit dem vierten Platz belohnt, während Schrötter als 13. über die Ziellinie kam. Moto2-Rookie Sandro Cortese (Kalex) beendete sein erstes Rennen in der mittleren Klasse auf Platz 17 und sammelte damit keine WM-Punkte. Auch der Schweizer Randy Krummenacher (Suter) ging als 19. leer aus. Insgesamt 20 Runden dauerte das Rennen der Moto2.

Nakagami führt in der Anfangsphase

Mike di Meglio musste aus der Boxengasse starten, denn seine MotoBI sprang beim Vorstart nicht an und er wurde aus der Startaufstellung geschoben. Beim Start setzte sich Nakagami durch und übernahm vor Espargaro die Führung. Dahinter sortieren sich Redding, Aegerter und Esteve Rabat (Kalex) ein. Alle Fahrer kamen gut durch die ersten Kurven. Schrötter war als Zehnter im Spitzenfeld mit dabei. Am Ende der ersten Runde konnten sich Nakagami, Espargaro und Redding bereits etwas von Aegerter und Rabat absetzen. Ratthapark Wilairot (Suter) musste einmal durch die Boxengasse fahren, denn er hatte einen Frühstart hingelegt.

Auch Cortese hatte keine perfekte erste Runde, denn er hatte einige Positionen verloren und war als 22. im Pulverdampf des Mittelfeldes. In der Anfangsphase lag plötzlich Axel Pons neben der Strecke. Der Spanier war ein weiteres Mal an diesem Wochenende gestürzt. Auch Moto2-Rookie Louis Rossi (Tech 3) stürzte in der Anfangsphase und war ausgeschieden. Routinier Anthony West (Speed Up) ging ebenfalls zu Boden. Eine gute Leistung zeigte dagegen Schrötter, denn er verbesserte sich in den ersten Runden auf Platz acht und überholte dabei Johann Zarco (Suter) und Mika Kallio (Kalex).

An der Spitze hatte Nakagami in der Anfangsphase alles unter Kontrolle. Nach sechs Runden hatte er einen Vorsprung von einer Sekunde auf Redding/Espargaro. Topfavorit Espargaro tat sich zunächst schwerer als erwartet. Vier Sekunden hinter den Top 3 kämpfte eine große Verfolgergruppe, in der auch Aegerter und Schrötter zu finden waren. In der achten Runde gab es an der Spitze den ersten Führungswechsel. Redding hatte Nakagami ein- und überholt. Espargaro war als Dritter ebenfalls am Japaner dran.

Duell zwischen Espargaro und Redding

Kurz darauf verpasste Nakagami die Ideallinie in einer Kurve und Espargaro übernahm Platz zwei. Es entwickelte sich in der zweiten Rennhälfte ein Duell zwischen Redding und Espargaro um die Spitze. Fünf Runden vor dem Ende setzte der Spanier in der ersten Kurve sein Manöver und ging in Führung. Redding gab sich aber nicht geschlagen und hing weiterhin am Hinterrad des Pons-Fahrers. Trotz des neuen Gewichtslimits war Redding auf der langen Zielgeraden rund vier km/h langsamer als Espargaro.

Der Spanier begann schließlich als Führender die letzte Runde. Redding versuchte im kurvigen Teil eine Attacke, doch er kam nicht vorbei. Kurz darauf bremste der Brite etwas zu spät für eine Linkskurve und musste aufmachen. Das Duell war entschieden. Espargaro eröffnete die neue Saison mit einem Sieg. Redding hatte im Ziel schließlich acht Zehntelsekunden Rückstand. Das Duo war in der zweiten Rennhälfte alleine auf weiter Flur, denn Nakagami konnte das Tempo nicht mitgehen. Der Japaner sah die Zielflagge zwölf Sekunden hinter dem Sieger und kletterte zum ersten Mal in seiner Karriere als Dritter auf das Podest.

Das größte Spektakel zeigte die große Verfolgergruppe. Das gesamte Rennen über kämpften elf Fahrer um die Plätze vier bis 14. Es gab häufige Positionswechsel. Die Entscheidung über den vierten Platz fiel im Zielsprint. Aegerter setzte sich hauchdünn gegen Kallio durch und kam als Vierter über die Linie. Dahinter folgten Julian Simon (Suter), Simone Corsi (Speed Up), Alex de Angelis (Speed Up), Rabat und Xavier Simeon (Kalex).

Am Ende dieser großen Gruppe waren auf den Plätzen elf bis 14 Jordi Torres (Suter), Zarco, Schrötter und Nicolas Terol (Suter) zu finden. Schrötter mischte teilweise im Spitzenfeld dieser Gruppe mit, doch im letzten Renndrittel verlor er wieder einige Positionen. Den letzten WM-Punkt nahm Ex-Weltmeister Toni Elias (Kalex) als 15. mit. Cortese arbeitete sich im Laufe des Rennens wieder auf Position 17 nach vor. Im Ziel betrug sein Rückstand auf den Sieger 41 Sekunden. Randy Krummenacher (Suter) wurde 19. Lüthi-Ersatz Sergio Gadea (Suter) blieb als 20. ebenfalls blass.

Mehrere Fahrer sahen die Zielflagge nicht. Neben Pons, Rossi und West waren das auch Ricard Cardus (Speed Up) und Mattia Pasini (Speed Up). Letzterer wurde von di Meglio aus dem Weg geräumt. Dieser Vorfall wurde nach dem Rennen von der Rennleitung untersucht. Cardus wurde zu Untersuchungen ins Medical Center gebracht. Er hatte sich bei seinem Sturz die Hüfte angeschlagen und einen Fuß verletzt. Der nächste Grand Prix findet am 21. April in den USA (Austin) statt.

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