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Tom Lüthi musste seinen Comeback-Versuch am Freitag abbrechen © Honda

Tom Lüthis Comeback-Versuch in Austin kam zu früh: Wegen Schmerzen im verletzten Ellenbogen muss der Schweizer am Freitag zurückziehen

Nach seinen raschen Fortschritten bei der Physiotherapie und beschwerdefreien Ausflügen mit Mountain-Bike und Rennrad am vergangenen Wochenende war Tom Lüthi (Suter) mit großer Zuversicht zu seinem Renn-Comeback nach Texas gereist. Doch dann stellte sich heraus, dass die Belastungen mit einer Moto2-Rennmaschine eine ganze Stufe härter sind als mit dem Fahrrad. Beim Bremsen und bei schnellen Richtungswechseln spürte der Star des Paddock-Teams stechende Schmerzen im rechten Ellbogen, in dem er bei einem Test-Sturz im Februar komplizierte Brüche erlitten hatte.

Der 26-jährige brachte das erste freie Training auf dem "Circuit of the Americas" in Austin nur mit zusammengebissenen Zähnen hinter sich. Das zweite freie Training am Nachmittag brach er trotz einer schmerzstillenden Spritze nach zwei fliegenden Runden ab und entschied sich, auf eine Rennteilnahme zu verzichten - die Gefahr eines erneuten Sturzes wäre größer gewesen als die Chance, in den Kampf um die Punkteränge einzugreifen.

"Ich war übers letzte Wochenende viel mit dem Mountain-Bike und dem Rennrad unterwegs und hatte das Gefühl, dass es mit dem Rennfahren gehen könnte. Doch jetzt weiß ich, dass es leichter ist, ein Fahrrad zu fahren als ein Rennmotorrad", muss Lüthi einsehen. "Die Beschwerden waren stärker, als ich gedacht habe. Vor allem bei den vielen Richtungswechseln hier, wo Schmerzen und die noch mangelnde Kraft im Arm zusammenkommen."

Verletzungsgefahr zu groß

"Ein wichtiger Punkt dabei ist die Verletzungsgefahr", stellt Lüthi heraus. "Mir ist zweimal das Vorderrad weggegangen, weil ich nicht schnell genug umlegen konnte und von der Ideallinie abkam. Das Vorderrad ist langsam eingekappt, doch ich war machtlos. Ich konnte nicht am Lenker ziehen, konnte es nicht unter Kontrolle halten. Zum Glück hat sich das Motorrad beide Male von alleine wieder gefangen. Dann bin ich an die Box gefahren und habe gesagt: Richtig Rennfahren geht nicht, vielmehr ist das Risiko da, dass ich mit wenig Geschwindigkeit stürzte, und dann wird's richtig gefährlich."

"Ich bin enttäuscht, weil ich die Rennteilnahme absagen muss und weil ich überzeugt war, es würde besser gehen. Trotzdem war meine Entscheidung, hierher zu kommen, richtig. Während ich zuhause nur zwischen Mountain-Bike und Kraftraum hin und herpendelte und das Rennfahren nicht simulieren konnte, weiß ich jetzt, wo wir stehen. Ich mache jetzt zielstrebig mit der Physiotherapie weiter und bereite mich so optimal wie möglich auf das nächste Rennen und ein hoffentlich erfolgreiches Comeback in Jerez vor", sagt der Schweizer.

Gadea darf nicht einspringen

Lüthi, dem auch die Rennärzte in Austin eine schnelle und komplikationslose Heilung bestätigten, setzt jetzt sein intensives Physiotherapieprogramm fort und hofft, wie ursprünglich geplant beim Europaauftakt in Jerez Anfang Mai wieder antreten zu können. Sergio Gadea, der Lüthi beim ersten Lauf in Katar vor zwei Wochen vertreten hatte, reiste ebenfalls nach Austin. Doch weil das Moto2-Reglement einen Fahrerwechsel nach Einschreibeschluss und Trainingsbeginn nicht mehr zulässt, darf der Spanier diesmal nicht einspringen. Der Texas-Grand Prix ist für das Team deshalb bereits zu Ende.

"Es war sehr mutig von Tom, schon in Austin wieder anzutreten", sagt Teaminhaber Daniel M. Epp. "Von einem Topfahrer wie ihm erwarte sich, dass er höhere Risiken einzugehen bereits ist, deshalb stehe ich weiterhin zu seinem Entschluss, nach Texas zu reisen und die ersten Runden zu absolvieren. Mit der gleichen Überzeugung stehe ich auch zu seiner Entscheidung nach dem ersten Trainingstag, sein Renn-Comeback auf den nächsten Grand Prix zu verschieben. Tom hat genau im richtigen Moment abgebrochen, bevor etwas passieren konnte. Wir haben jetzt eine Standortbestimmung über Toms Gesundheitszustand und müssen uns nun eben weitere zwei bis vier Wochen gedulden, bis er wieder absolut topfit sein wird."

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