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Nicolas Terol setzte sich in Austin gegen die Konkurrenz durch © Aspar

Nicolas Terol (Suter) gewinnt in überlegender Manier das Moto2-Rennen in Austin - Dominque Aegerter verpasst nach starkem Rennen das Podium

Nicolas Terol (Suter) hat endgültig seinen Durchbruch in der Moto2-Klasse geschafft: Nach einer schwierigen Debütsaison im Vorjahr mischte der letzte 125er-Weltmeister der Geschichte bei den ersten beiden Rennen 2013 im Spitzenfeld mit. In Austin lieferte der Spanier eine überzeugende Leistung ab und fuhr souverän zu seinem ersten Sieg in der Moto2-Klasse. Spannend ging es im Dreikampf um die restlichen Podestplätze zu.

Das gesamte Rennen über kämpften Mika Kallio (Kalex), Dominique Aegerter (Suter) und Esteve Rabat (Kalex) gegeneinander und sorgten für viel Spektakel. In der letzten Kurve unterlief Routinier Kallio der entscheidende Fehler und Rabat sicherte sich den zweiten Platz. Aegerter mischte lange mit und musste sich am Ende mit Platz vier zufriedengeben. Pole-Setter Scott Redding (Kalex) konnte nicht das Tempo der Trainings reproduzieren und wurde Fünfter Pol Espargaro (Kalex) schied früh aus. In der WM führt Scott Redding nach zwei Rennen mit 31 Punkten.

Über 19 Runden lang boten die Moto2-Asse viel Action und der Schweizer Aegerter stand im Mittelpunkt. Beim Vorstart sprang das Motorrad von Marcel Schrötter (Kalex) nicht an, aber er durfte seinen Startplatz einnehmen. Als das Rennen freigegeben war, bog Takaaki Nakagami (Kalex) zwar als Erster in die erste Kurve, doch der Japaner verpasste die Linie und verlor wieder Boden. In den ersten Kurven übernahm Redding vor Nakagami, Terol und Aegerter die Führung. Espargaro sortierte sich als Siebter ein. In der Anfangsphase ging es turbulent zu. Redding machte einen Fehler, Aegerter überholte Nakagami und der Schweizer übernahm in Runde zwei die Führung.

Sie dauerte aber nur wenige Kurven, bevor Redding wieder das Kommando übernahm. Pech hatte Cortese, denn die Rennleitung meldete einen Frühstart des Deutschen. Die Wiederholung zeigte, dass der Moto2-Rookie viel zu früh losgefahren war. Cortese musste deshalb eine Durchfahrtsstrafe antreten und anschließend dem Feld hinterherhetzen. Im Spitzenfeld änderte sich das Bild in der vierten Runde. Espargaro stürzte und schied aus. Die Streckenposten halfen dem Spanier, der sichtlich Schmerzen in den Beinen hatte.

In der Anfangsphase konnte sich kein Fahrer entscheidend an der Spitze absetzen. Nach fünf Runden hatte sich eine fünfköpfige Gruppe gebildet. Terol führte das Rennen zu diesem Zeitpunkt vor Redding, Kallio, Aegerter und Simone Corsi (Speed Up) an. Redding, der in den Trainings extrem schnell war, konnte diese Performance im Rennen nicht umsetzen und fiel mit Fortdauer ans Ende dieser Spitzengruppe. Auch Nakagami mischte nicht mehr mit, denn der Japaner steuerte die Box an und parkte seine Kalex.

Aegerter zeigte ein kampfstarkes Rennen und setzte Kallio für Platz zwei unter Druck. In der achten Runde unterlief dem Schweizer allerdings ein kleiner Fehler und er rutschte hinter Redding auf Rang vier zurück. Aegerter gab sich aber nicht geschlagen und übte Druck auf den Briten aus. Im Gegensatz dazu verabschiedete sich sein Teamkollege Randy Krummenacher durch Sturz in Kurve sieben. Er stand auch in den USA klar im Schatten von Aegerter, der sich neun Runden vor Schluss den dritten Platz von Redding schnappte und damit auf Podestplatzkurs war.

Aegerter kämpft um einen Podestplatz

Aegerter setzte sein starkes Rennen fort und holte sofort wieder Kallio ein. Der Schweizer fand aber lange keinen Weg am erfahrenen Finnen vorbei. Gefahr drohte von hinten, denn Rabat zeigte eine gute Aufholjagd: Er schnappte sich Redding, der immer langsamer wurde, und schloss auf das Duo Kallio/Aegerter auf. An der Spitze drehte Terol einsam seine Runden. In der ersten Rennhälfte hatte er sich ein Polster von drei Sekunden aufgebaut, das er souverän verwaltete.

Fünf Runden vor dem Ziel schnappte sich Aegerter Kallio in Kurve eins, doch der Finne konnte sofort kontern. Rabat hatte aufgeschlossen und in den letzten Runden gab es einen Dreikampf um die letzten beiden Podestplätze. Drei Runden vor dem Ziel verbremste sich Kallio in Kurve eins. Aegerter nutzte die Chance und drückte sich innen vorbei. Damit war der Schweizer wieder Zweiter. Allerdings musste er im Windschatten auf der 1,2 Kilometer langen Geraden Kallio wieder passieren lassen.

Wenige Kurven später schlüpfte auch Rabat durch und Aegerter war nur noch Vierter. Die Entscheidung fiel in der letzten Runde. Rabat attackierte Kallio und drückte sich durch zu Platz zwei. Kallio konterte und nahm Rabat den zweiten Platz wieder ab. Aegerter versuchte mitzuziehen, doch dabei berührte er das Hinterrad von Kallio. Mit Glück blieben beide sitzen, doch Aegerter musste kurz in die Auslaufzone und verlor einige Meter.

An der Spitze war alles klar: Terol verwaltete seinen Vorsprung und feierte seinen ersten Moto2-Sieg. Kallio machte in der Zielkurve noch den entscheidenden Fehler, Rabat ging innen durch und wurde schließlich Zweiter. Aegerter kam 1,6 Sekunden dahinter über die Linie und wurde wie in Katar Vierter. Redding griff am Ende nie in den Kampf um die Podestplätze ein und er sah die karierte Flagge als Fünfter. Das weitere Feld war in mehrere kleine Gruppen aufgesplittert. Johann Zarco (Suter) hielt Routinier Anthony West (Speed Up) in Schach und belegte Platz sechs.

Mattia Pasini (Speed Up) wurde Achter, gefolgt von Alex de Angelis (Speed Up), Toni Elias (Kalex) und Mike di Meglio (MotoBI). Schrötter eroberte nach Katar auch in Austin WM-Punkte, denn der Deutsche kam als Zwölfter ins Ziel. Die letzten Punkte nahmen Xavier Simeon (Kalex), Jordi Torres (Suter) und Ricard Cardus (Speed Up) mit. Cortese wurde nach seiner Durchfahrtsstrafe 26. und Letzter. Der nächste Grand Prix findet am 5. Mai in Jerez (Spanien) statt.

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