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Sandro Cortese siegte eine Woche nach dem Armbruch über seinen Körper © FGlaenzel

Keine Punkte, aber dennoch zufrieden: Eine Woche nach seinem Armbruch kommt Sandro Cortese beim Moto2-Rennen in Silverstone ins Ziel

Nachdem er sich nur eine Woche zuvor in Brünn den Arm brach, war Sandro Cortese beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone wieder zurück auf der Strecke, um sein elftes Moto2-Rennen in Angriff zu nehmen und auf einen tapfer erkämpften 21. Platz zu fahren. Zwar ging Cortese heute ohne Punkte aus, aber der 21. Platz im fühlte sich wie ein Sieg für ihn und seine Intact-GP-Mannschaft an.

Als sich der 23-Jährige im Großen Preis von Tschechien den rechten Arm brach, konnte sich noch keiner vorstellen, dass er nur sieben Tage später wieder an einem Rennen teilnehmen könnte. Doch der amtierende Moto3-Weltmeister wollte so schnell wie möglich mit seiner Kalex auf die Strecke zurück und kämpfte über das Wochenende in Silverstone gegen seine Schmerzen an.

"Ich denke, das war für uns alle ein kleiner Sieg heute", sagt Cortese. "Wenn ich an diesen Montag zurückdenke und an die Schmerzen nach der OP, dann hätte ich mir niemals vorstellen können, hier zu fahren. Doch dann haben wir kurzfristig entschieden, es doch in Silverstone zu versuchen. Wir haben uns das gesamte Wochenende tapfer durchgeschlagen. Heute hat mein Kopf über meine Schmerzen gesiegt. Ich denke, das war sehr, sehr wichtig für den weiteren Verlauf meiner Karriere. Ich werde mich immer daran zurückerinnern können, denn so eine Situation wird sicher irgendwann einmal wiederkehren."

Auch ohne Punkt glücklich

"Es sind zwar keine Punkte rausgekommen, aber ich bin vielleicht ein stärkeres Rennen gefahren, als zuvor in diesem Jahr", meint der Berkheimer. "Mein Kopf war sicherlich weiter als es mein Körper zugelassen hat. Aber wir haben unser Ziel erreicht, wir haben allen gezeigt, dass wir bereit sind, zu kämpfen. Das hat uns als Team weitergebracht. Bis Misano habe ich eineinhalb Wochen Zeit, in der die Hand heilen kann. Bis dahin sind die Fäden gezogen und ich denke, dann können wir durchaus wieder weiter vorne anknüpfen."

"Es war mit Sicherheit heute nicht leicht für Sandro. Er hat auf jeden Fall starke Schmerzen gehabt. Das Hauptproblem am ganzen Wochenende war, dass er in zwei Fingern seiner Brems-Hand kein richtiges Gefühl hatte", erklärt Teamchef Jürgen Lingg. "Er musste seinen Fahrstil komplett umstellen und jeder, der Motorrad fährt, weiß wie schwierig das ist. Und wenn man sich so am Limit bewegt, ist es natürlich doppelt schwer."

Zuversicht für Misano

"Er hat wirklich einen super Job gemacht und alles gegeben. Er hat gezeigt, dass er ein Kämpfer ist. Wir sind sehr glücklich und es war einfach wichtig, dass wir hier in Silverstone waren, auch wenn es keine Punkte gab. Aber sein großes Ziel ist es, eines Tages in der MotoGP zu fahren und da muss er auch lernen, mit solchen Situationen umzugehen", sagt Lingg. "In Misano denke ich, dass er zwar noch nicht 100% fit sein wird, aber auf jeden Fall in besserer Form als hier."

Mit gestärktem Selbstbewusstsein blickt der Moto2-Rookie jetzt dem 12. Saison-Rennen entgegen, das vom 13. bis 15. September im italienischen Misano ausgetragen wird. Das gibt ihm eineinhalb Wochen Zeit, um sich von seiner Verletzung zu erholen und im Großen Preis von San Marino in besserer Form zurückzukommen.

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