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Eskil Suter (li.) gewann im Vorjahr mit Marc Marquez die Moto2-WM © Repsol

Eskil Suter sieht sein Fabrikat und Kalex in der Moto2 auf einem ähnlichen Niveau - Fahrer wie Marc Marquez haben die optimale Körpergröße

Die Moto2-Klasse wird aus technischer Sicht seit 2011 vom Duell Kalex gegen Suter bestimmt. In der ersten Moto2-Saison 2010 gewann Toni Elias mit einem Moriwaki-Chassis die Weltmeisterschaft. Damals holte Kalex keinen einzigen Sieg, erst mit Stefan Bradl begann 2011 die Erfolgsserie des deutschen Produkts. In der laufenden Saison wurden alle Rennen von Kalex- oder Suter-Fahrern gewonnen. Acht Siegen gingen an Kalex, zwei an Suter. Dabei ist auffällig, dass nur die Teams Pons und Marc VDS mit Kalex gewonnen haben. Die beiden Suter-Siege eroberte das Aspar-Team.

Die Motorräder befinden sich auf einem ähnlichen Niveau, obwohl das Pendel Richtung Kalex ausschlägt. Nach elf Rennen liegen vier Kalex-Fahrer auf den ersten vier WM-Plätzen. "Beide Motorräder arbeiten auf eine ähnliche Art und Weise", meint Suter-Konstrukteur Eskil Suter bei 'Crash.net'. "Wir haben aber unsere eigene Philosophie. Sie sind sich sehr ähnlich, aber unser Motorrad ist etwas kleiner, weil die Schweizer kleiner sind als die Deutschen."

"Unser Rahmen wurde für einen normal großen, konkurrenzfähigen Fahrer der mittleren Klasse gebaut. Das ist maximal eine Körpergröße von 170 Zentimetern und einem Gewicht von 55 bis 65 Kilogramm", erläutert Suter. "Man muss ein Motorrad für diese Größe konstruieren, weil es diese Fahrer sind, die Weltmeister werden. Es gibt Ausnahmen wie Valentino Rossi, der schlank und leicht, aber auch recht groß war. Für so einen Fahrer macht man eventuell einige Anpassungen oder baut andere Teile."

Dennoch wird für größere und schwerere Fahrer kein spezielles Motorrad gebaut. Scott Redding fuhr 2010 und 2011 Suter, wechselte dann zu Kalex und ist nun deutlich erfolgreicher. "Man passt die Größe des Motorrades über die Sitzposition, den Tank, die Fußrasten und den Lenker an", so Suter. "Ich kenne keinen Hersteller, der für unterschiedliche Fahrer spezielle Rahmen gebaut hat. Wie gesagt, die meisten konkurrenzfähigen Fahrer haben die Größe von Marc Marquez. Für diese Größe ist das Design ausgelegt."

Der amtierende Moto2-Weltmeister wiegt bei einer Körpergröße von 168 Zentimetern 59 Kilogramm. "Es hat keinen Sinn, für Ausnahmen wie Scott Redding oder Valentino Rossi ein spezielles Motorrad zu bauen. Aus dieser Sicht haben diese Fahrer einen klaren Nachteil in den kleinen Klassen. In der 125er-Klasse konnte man nie Weltmeister werden, wenn man mehr als 70 Kilogramm wog. Das war einfach unmöglich. Glücklicherweise verschwindet dieser Nachteil in der MotoGP, denn diese Motorräder haben zu viel Motorleistung."

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