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Pol Espargaro meldete sich mit dem Sieg beim Kampf um den Titel zurück © FGlaenzel

Pons-Pilot Pol Espargaro sichert sich durch eine beherzte Aufholjagd den Sieg in Misano und verringert den Rückstand in der WM auf 23 Punkte

Es sollte wieder nicht sein: Takaaki Nakagami (Kalex) muss weiter auf seinen ersten Sieg in der Moto2 warten. Der Japaner führte das Rennen in Misano lange an und hatte zeitweise einige Sekunden Vorsprung. Doch Pons-Pilot Pol Espargaro gab nicht auf und kämpfte sich an den Nakagami heran. Am Ende konnte Espargaro den Sieg holen und damit den Rückstand ind er Fahrerwertung auf 23 Punkte verringern. Neben Espargaro und Nakagami schaffte Esteve Rabat (Kalex) den Sprung aufs Podium. WM-Leader Scott Redding musste mit Platz sechs zufrieden sein.

Beim Start setzte sich Espargaro direkt an die Spitze. Hinter dem Spanier folgten Nakagami, Rabat und Redding. Suter-Pilot Dominique Aegerter lieferte erneut einen sehr guten Start ab und lag nach der ersten Runde auf Position fünf. Xavier Simeon (Kalex), Tom Lüthi (Suter) und Johann Zarco (Suter) konnten sich ebenfalls in der Spitzengruppe festsetzen. An der Spitze konnte sich Nakagami gegen Espargaro durchsetzen und versuchte, die Verfolger abzuschütteln.

Aegerter duellierte sich in der Verfolgergruppe mit Redding, der das richtige Maß aus Risiko und Sicherheit finden musste. Nakagamis Vorsprung wurde immer größer. Die italienischen Fans wurden wie bereits in der Moto3 auf ihre Leidensfähigkeit geprüft: Forward-Pilot Simone Corsi (Speed Up) stürzte und schied aus. Und auch die Fans von Sandro Cortese (Kalex) mussten eine Enttäuschung verkraften. Der amtierende Moto3-Weltmeister stürzte in der elften Runde und vergab damit die Chance auf Punkte.

Aufholjagd wird belohnt

Nakagami verwaltete an der Spitze seinen Vorsprung. Dahinter konnte sich Espargaro von Teamkollege Rabat absetzen. SAG-Pilot Marcel Schrötter (Kalex) lag zur Halbzeit des Rennens auf Position 13. Zarco, Aegerter, Redding und Lüthi kämpften einige Sekunden hinter den Top 3 um den vierten Platz. Die Positionen wechselten von Runde zu Runde. Obwohl die Top-3-Piloten jeweils durch recht komfortable Abstände getrennt waren, wurde es noch einmal spannend.

Rabat zog das Tempo an und drehte sehr schnelle Rundenzeiten. Der vor ihm fahrende Espargaro konnte sich ebenfalls noch einmal steigern. Beide Pons-Piloten kamen näher an Nakagami heran, der mit nachlassenden Reifen kämpfte. Der Vorsprung des Japaners schmolz von Sektor zu Sektor. Drei Runden vor dem Ende des Rennens war Espargaro am Hinterrad der Italtrans-Kalex dran.

Auf der Zielgeraden setzte sich Espargaro neben Nakagami und ging als Führender in die vorletzte Runde. In der Verfolgergruppe konnte Lüthi die anderen drei Piloten abschütteln und fuhr einem sicheren vierten Platz entgegen. Nakagami hingegen wollte sich nicht mit Platz zwei zufrieden geben und kämpfte, um den Anschluss zu halten. Doch Espargaro war in der Schlussphase deutlich schneller und holte sich den Sieg in Misano.

Redding betreibt Schadensbegrenzung

WM-Leader Redding presste sich in der letzten Kurve noch an Zarco vorbei und holte Platz sechs. Damit betrieb der Brite Schadensbegrenzung. Espargaro hat fünf Rennen vor dem Ende der Saison nur noch 23 Punkte Rückstand. Der Sieg in Misano war für den Spanier sehr wichtig, um die Chancen in der Fahrerwertung zu erhalten. Entsprechend emotional feierte der zukünftige Tech-3-Yamaha-Pilot mit Bruder Aleix den Triumph im Parc Ferme.

"Es war schwierig. Nakagami war bei Start unglaublich, er war mit vollem Tank und den neuen Reifen so schnell, es war schwierig, ihm zu folgen", berichtet der Pons-Pilot. "Nach einigen Runden kehrte das Vertrauen von gestern aber zurück. Ich konnte so einen Vorsprung auf Nakagami herausfahren. Letztendlich habe ich das Rennen gewonnen, aber Glückwunsch an Nakagami, er war so schnell."

Nakagami erinnerte in der Auslaufrunde an seinen verstorbenen Landsmann Shoya Tomizawa und besuchte mit einer japanischen Flagge die Unfallstelle. "Ich bin sehr glücklich, denn ich habe in jeder Runde in jeder Kurve 100 Prozent gegen. Manchmal war ich über dem Limit, da hätte ich beinahe die Front verloren und wäre gestürzt. Aber Shoya hat mir geholfen. Diesen zweiten Platz widme ich Shoya Tomizawa, ich danke ihm. Nach vier zweiten Plätzen in Folge will ich beim nächsten Rennen meinen ersten Sieg feiern", so der Japaner.

Für Rabat war am Ende nicht mehr als der dritte Platz drin. "Ich hatte einen guten Start und habe zu Beginn viel Druck gemacht. Nachdem Pol davonzog, musste ich einen guten Rhythmus finden. Es war mir unmöglich, ihm zu folgen. Das Podium ist gut für mich", bilanziert der Spanier, der sein fünftes Podium der Saison feierte. Kalex-Pilot Schrötter musste sich am Ende beim Kampf um Platz elf Anthony West (Speed Up), Mattia Pasini (Speed Up) und Julian Simon (Kalex) geschlagen geben. Schrötter sammelte als 14. aber immerhin zwei weitere WM-Punkte.

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