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Jonas Folger konnte seine Moto2-Führung nicht bis zum Schluss verteidigen © FGlaenzel

Jonas Folger ist zufrieden mit seinem dritten Platz in Mugello und auch mit der WP-Premiere, weiß aber, dass er in den nächsten Rennen noch viel dazulernen kann

Jonas Folger lag beim Moto2-Rennen in Mugello lange Zeit in Führung, am Ende belegte er hinter Esteve Rabat und Luis Salom aber nur den dritten Platz. Trotzdem zieht er nach dem Wochenende in Italien eine positive Bilanz: "Ich bin zufrieden, auf alle Fälle", sagt der AGR-Kalex-Pilot. "Es waren wieder drei Sekunden auf den Ersten, wie in Le Mans. Jetzt hat es für das Podium gereicht, das ist für uns wichtig, und wir haben viele Punkte gesammelt."

Im Finish hatte er jedoch keine realistische Chance mehr, es mit den beiden Spaniern ernsthaft aufzunehmen: "Sie waren wirklich schnell, vor allem im letzten Rennabschnitt. Aber wir hatten ein gutes Wochenende und einen guten Rennanfang. Danke ans Team und an all meine Sponsoren. Es ist das zweite Podium. Darüber können wir wirklich glücklich sein", freut sich Folger.

Wenn es etwas zu nörgeln gibt, dann lediglich die mangelnde Konstanz über die komplette Renndistanz. Das lag heute vor allem an den Reifen, die "ungefähr ab Rennmitte" abbauten. In jene Phase mischte sich auch ein Verbremser "wegen Chattering" - und schon war er seine Führung los. "Ich habe gewusst, ich kann nicht wegfahren, und ich habe gesehen, dass der Abstand zum Vierten relativ groß war. Das war für uns wichtig."

Fehler mit stärker werdender Konkurrenz

"Sobald ich gemerkt habe, dass die anderen hinter mir sind, habe ich einen Fehler gemacht - und dann waren sie eh schon durch. Ich habe versucht mitzuziehen, aber es war wirklich schwierig. Ich war zwei, drei Runden ziemlich am Limit, bin viel Risiko eingegangen. Aber dann habe ich noch einen Fehler gemacht und ein bisschen verloren, und von da an habe ich mich darauf konzentriert, den Abstand zum Vierten zu kontrollieren", schildert Folger.

"Mit den neuen Reifen habe ich ein bisschen zu viel attackiert. So schaffte ich am Ende nicht mehr die Rundenzeiten wie die anderen beiden, aber wir haben noch viele Rennen, um zu lernen und das Motorrad zu verstehen. Ich kann mich fahrerisch auch noch verbessern. Aber wir haben gute Arbeit geleistet", so der 20-Jährige, der als erster Kalex-Fahrer von Öhlins zu WP gewechselt ist. Das war heute nicht das Problem: "Das Vertrauen war mit WP von Anfang an da."

Erstes Rennen mit WP statt Öhlins

"Es war unser erstes Rennen mit diesen Suspensions, von daher haben wir noch viel zu lernen. Wir können schnelle Rundenzeiten fahren. Jetzt müssen wir uns auf die Rennen konzentrieren und schauen, dass wir konstanter werden. Am Rennbeginn waren wir ziemlich schnell unterwegs, bloß zum Schluss fehlt uns immer der Tick mehr, den die anderen noch haben. Aber wir hatten noch nicht so viele Rennen und haben noch viel zu lernen, von daher können wir zufrieden sein", sagt Folger.

Ob ein abwartender Rennbeginn die klügere Strategie gewesen wäre? "Schwierig", entgegnet er. "Ich fühlte mich auf dem Reifen wohl und bin mit WP noch nie Rennen gefahren, wusste also nicht, wie sich das im Rennen entwickelt. Ich habe am Anfang ein bisschen zu viel gepusht, muss ich sagen, aber das war auch nicht schlecht, denn so sind wir von den anderen weggefahren. Zum Schluss hatte ich einfach nicht den Speed wie die anderen, und das müssen wir jetzt analysieren."

In der Weltmeisterschaft liegt Folger nach sechs von 18 Rennen an siebter Stelle, als bester Deutscher mit 47 Punkten. WM-Leader und Mugello-Sieger Esteve Rabat hat 124 Zähler auf seinem Konto. Von daher hält er erst einmal "gar nichts" davon, auf den Punktestand zu schauen: "Wir machen einfach so weiter wie jetzt, denn bisher machen wir einen super Job. Wir haben wenige Fehler gemacht. Bis jetzt können wir absolut zufrieden sein", so die Zwischenbilanz.

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