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Marcel Schrötter fehlte vor allem auf der Zielgeraden das Tempo © Tech 3

Marcel Schrötter ist mit Mugello nicht restlos zufrieden: Seine Pace hätte für die Top 10 gereicht - Der Topspeed und der Start sind die Hauptprobleme

Trotz angeschlagener Schulter zeigte Marcel Schrötter im Grand Prix von Italien keine Schwäche und sammelte mit Platz zwölf vier WM-Punkte. In der letzten Runde kam es noch zu einem deutschen Duell mit Sandro Cortese, bei dem Schrötter die Oberhand behielt. "Ich bin relativ gut und schnell hingekommen. Dann war wieder das Problem, dass ich drei Runden nicht vorbeigekommen bin, weil Sandros Motorrad auf der Geraden sehr gut geht", berichtet Schrötter das Duell.

"Ich war in der Bremsphase nicht nahe genug dran. Somit habe ich wieder drei Runden verloren. Als ich dann an ihm vorbei war, bin ich sechs bis sieben Zehntelsekunden schneller gefahren als er. Ich habe dann gesehen, dass er einigermaßen mitzieht. Er ist dann nahe gekommen und hat in der letzten Runde in zwei Kurven etwas probiert, aber glücklicherweise konnte ich meine Position halten."

Somit wurde Schrötter vor Cortese Zwölfter. Nach seinem schweren Trainingssturz am Freitag steht der Tech-3-Pilot mit einem zählbaren Ergebnis da. "Schon im Warmup habe ich mich im letzten Sektor verbessert. Mit dem zehnten Startplatz konnte ich relativ zufrieden sein. Dass es so gut ging, war relativ überraschend. Heute im Rennen war die erste Runde das Hauptproblem und deshalb auch die anschließenden Runden."

"Wenn man irgendwo steckt und zwei Sekunden langsamer fährt als man eigentlich könnte, dann ist das frustrierend", spricht Schrötter die schwache Startphase an. "Dabei verliert man schnell sechs bis acht Sekunden. Wenn man dann schaut, fehlen mir im Ziel 16 Sekunden auf den Ersten. Wenn man dann acht Sekunden abziehen würde, wäre ich auf Platz sechs, sieben dabei", rechnet der Deutsche hoch. "Das hätte ich mit meiner Pace erreichen können."

"Deswegen müssen wir weiter daran arbeiten, dass das auch klappt. Manchmal geht es auch gut, aber dann ist man weiter hinten. Es gibt dann auch ein paar Chaoten, die ihr Qualifying verhaut haben und dann ordentlich reinhalten. Ich muss mir angewöhnen, auch so reinzuhalten, damit ich die erste Runde besser überstehe." Neben der Startphase ist auch die Höchstgeschwindigkeit ein Manko. Schrötter verlor im Qualifying rund fünf km/h auf die Schnellsten.

Topspeed ein Problem

Das bereitet ihm Sorgen: "Es ist schon die ganze Saison so. Das große Problem ist, dass dieser Unterschied auch zu meinem Teamkollegen besteht. Gewicht ist eine Sache, es sind drei, vier Kilogramm Unterschied. Das ist aber kein Problem für den Topspeed, sondern bei der Beschleunigung. Deswegen ist es seltsam, warum da ein Unterschied ist. Wir haben schon meine Position auf dem Motorrad analysiert, und es sieht auch alles gut aus."

"Wir haben am Dienstag einen Test und werden schauen, dass wir uns in diesem Bereich verbessern können. Vielleicht probieren wir andere Verkleidungsteile, die besser zu meinem Körperbau passen. Es ist einfach schwierig, denn wenn die erste Runde nicht passt, dann steckt man im Verkehr. Man könnte schneller fahren, aber wenn das ganze Feld beisammen ist und die Vorderleute auch Windschatten haben, dann ist man auch auf der Bremse zu weit weg. So verliert man ein halbes Rennen, weil ich zu lange brauche, um an den Leuten vorbeizukommen."

Die angeschlagene Schulter bereitete Schrötter im Rennen dagegen keine großen Probleme: "Es war relativ konstant, ich musste aber schon beißen. Ich habe keine Schmerzmittel genommen, sondern nur eine Tablette. Aber schon in der Aufwärmrunde hatte ich ein komisches Gefühl in der Schulter. Es war über das Rennen schon ertragbar. Beim Umlegen musste ich etwas kämpfen, aber wichtig war, dass ich konzentriert bleibe. Das ist mir auch gut gelungen."

Angespornt wird Schrötter von den Erfolgen seines Kumpels Jonas Folger, der in Mugello als Dritter auf das Podest fuhr. "Klar, mich freut es für ihn. Er macht einen super Job. Wir haben beim gemeinsamen Training auch Spaß. Jetzt wird es aber Zeit, dass es bei mir besser klappt. Ich glaube aber, dass meine Zeit kommen wird", ist Schrötter überzeugt, dass auch er den Sprung an die Spitze schaffen kann.

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