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"Tito" Rabat ist nach seinem vierten Saisonsieg klar auf WM-Kurs © MarcVDS

"Tito" Rabat baut mit seinem Heimsieg in Barcelona die WM-Führung in der Moto2-Klasse aus - Jonas Folger und Sandro Cortese ausgeschieden

Der Favorit hat sich durchgesetzt: Esteve "Tito" Rabat (Kalex) feierte einen unangefochtenen Heimsieg beim Grand Prix von Katalonien auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya. Mit seinem vierten Saisonsieg vergrößerte der Spanier seinen WM-Vorsprung auf seinen MarcVDS-Teamkollegen Mika Kallio, der Vierter wurde, auf 34 Punkte. Moto3-Weltmeister Maverick Vinales (Kalex) eroberte den zweiten Platz. Johann Zarco (Caterham-Suter) kletterte als Dritter auf das Podest. Die beiden Deutschen Jonas Folger und Sandro Cortese (beide Kalex) sahen die Zielflagge nicht.

Der Grand Prix begann äußerst turbulent: Beim Start preschten Kallio und Rabat nebeneinander auf die erste Kurve zu. Rabat drückte sich außen an seinem Teamkollegen vorbei und übernahm sofort die Führung. Dahinter kam es in der ersten Kurve zu einer Berührung zwischen Cortese und Folger. Cortese wurde über die asphaltierte Auslaufzone geschickt und fiel weit zurück. Dafür zeigte Dominique Aegerter (Suter) von Startplatz zehn wieder einen perfekten Start. Im Mittelfeld kam es in der ersten Kurve zu einem Unfall zwischen Simone Corsi, Randy Krummenacher und Franco Morbidelli, die alle drei stürzten.

Am Ende der ersten Runde führte Vinales vor Kallio, Rabat und Aegerter. Tom Lüthi (Suter) und Folger waren Siebter und Achter - Cortese nach dem Zwischenfall in der ersten Kurve nur 19. Allerdings stürzte der Deutsche schon in der zweiten Runde und war ausgeschieden. Die turbulenten Ereignisse setzten sich zu Beginn der dritten Runde fort. Luis Salom (Kalex) stürzte beim Umlegen zu Kurve zwei. Der nachfolgende Folger musste ausweichen, kam dabei von der Strecke ab und stürzte im Kiesbett. Auch seine Hoffnungen auf einen Podestplatz waren vorbei.

Rabat souverän

In der Anfangsphase entwickelte sich ein Duell zwischen Rabat und Vinales um die Führung. Knapp dahinter fuhr Kallio als Dritter. Die beiden Schweizer Aegerter und Lüthi folgten auf den Positionen vier und fünf. Mit Fortdauer des Rennens übernahm schließlich Rabat das Kommando und holte sich souverän seinen vierten Saisonsieg. "Ich bin sehr glücklich, denn wir hatten ein gutes Wochenende."

"Ich hatte einen guten Start und hatte in den ersten Runden einen guten Kampf mit Mika und Vinales. Danach wollte ich einfach nur pushen", schildert Rabat das Rennen aus seiner Sicht. "Ich bin sehr glücklich und habe es genossen, hier zuhause zu gewinnen." Vinales konnte den Anschluss zu Rabat nicht halten, kam aber vier Sekunden hinter seinem spanischen Landsmann sicher als Zweiter ins Ziel.

Für den amtierenden Moto3-Weltmeister war es nach seinem Sieg in Austin sein zweiter Podestplatz in der Moto2-Klasse. "Die Reifen waren das größte Problem", meint Vinales, warum er den Anschluss nicht halten konnte. "Aber ich denke, dass wir insgesamt ein gutes Rennen abgeliefert haben. Am Anfang wollte ich Tito einholen, aber das war unmöglich. Heute war Tito zu stark, aber in den nächsten Rennen wollen wir uns verbessern. Tito hat ein sehr gutes Motorrad."

In das Schweizer Duell um Platz drei mischte sich in der zweiten Rennhälfte Jordi Torres (Suter) ein. Der Spanier überholte Aegerter, doch sieben Runden vor dem Ende stürzte Torres in Kurve zehn. Aegerter versuchte außen auszuweichen, wurde aber von der herumfliegenden Suter getroffen. Der Schweizer blieb sitzen, musste aber ins Kiesbett ausweichen. Dadurch fiel Aegerter bis auf Platz neun zurück. Lüthi war dadurch seine härtesten Gegner los, aber in der letzten Runde schlossen Zarco und Kallio wieder auf.

Lüthi verliert Podestplatz

Beide konnten den Schweizer noch überholen. Somit eroberte Zarco als Dritter den ersten Podestplatz für das neue Caterham-Team. "Es war so toll, denn es war nicht einfach. Das Ziel war es, die Führungsgruppe einzuholen. Aber das ging nicht, ich war immer etwas zu weit weg", blickt der Franzose auf seine Aufholjagd. "Ich blieb aber entspannt genug, um konstante Rundenzeiten zu fahren."

"Am Ende kämpfte ich dann mit Lüthi und Kallio um das Podium. Sie kamen in Kurve neun etwas weit raus, also konnte ich innen reinstechen und den Podiumsplatz bis zum Ende verteidigen. Ich bin sehr glücklich, vielen Dank an das Team und Tony (Fernandes, Teambesitzer; Anm. d. Red.). Ich hoffe, dass wir noch viele weitere Podiumsplätze haben werden."

Lüthi kam hinter Kallio als Fünfter über die Linie. Mattia Pasini (Kalex) und Ricky Cardus (Tech 3) belegten vor der nächsten größeren Gruppe die Plätze sechs und sieben. Axel Pons (Kalex) setzte sich im Zielsprint gegen Marcel Schrötter (Tech 3) durch und wurde Achter. Zum dritten Mal in dieser Saison wurde Schrötter Neunter. Dahinter folgten Anthony West (Speed Up), Lorenzo Baldassari (Suter) und Julian Simon (Kalex).

Takaaki Nakagami (Kalex) sammelte als 13. WM-Punkte. Aegerter kam schließlich als 14. ins Ziel. Den letzten WM-Punkt eroberte Louis Rossi (Kalex). Der Schweizer Robin Mulhauser (Suter) zeigte das stärkstes Rennen in seiner Karriere und belegte den 18. Platz. Neun Fahrer kamen bei diesem turbulenten Rennen nicht ins Ziel. Der nächste Grand Prix findet am 28. Juni in den Niederlanden (Assen) statt.

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