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Tito Rabat (53) und Mika Kallio (36) sind bei Saisonhalbzeit die großen WM-Favoriten © MarcVDS

Mit Tito Rabat und Mika Kallio kämpfen zwei Teamkollegen um den Moto2-WM-Titel - Marc-VDS-Teamchef Michael Bartholemy gibt keine Stallorder aus

Die Moto2 wird derzeit von Marc VDS dominiert. Mit Ausnahme des Regenrennens in Assen und einigen Highlights der Rookies Maverick Vinales, Luis Salom und Jonas Folger bestimmten Tito Rabat und Mika Kallio das geschehen. Mit Ausnahme von Le Mans stand immer einer der beiden auf der Pole-Position. Sechs der acht Rennen wurden von Rabat und Kallio gewonnen. In der WM führt Rabat 26 Punkte vor Kallio. Vinales hat als WM-Dritter bereits 48 Punkte Rückstand. Für Teammanager Michael Bartholemy ist das das Ergebnis jahrelanger Arbeit.

"Es hat viel Arbeit benötigt, um dorthin zu kommen, wo wir in dieser Saison stehen. Als wir im Jahr 2010 in die Moto2 gekommen sind, waren wir Neulinge. Niemand kannte uns. Gute Fahrer zu bekommen, war schwierig, denn wir waren eine unbekannte Größe. Wir starteten die Saison mit Fahrern, die von anderen Teams übergangen wurden", erinnert sich Bartholemy zurück. "Aber drei Jahre später haben wir mit einem von ihnen, nämlich mit Scott Redding, um die WM gekämpft."

"Jetzt haben wir nicht nur bewiesen, dass wir Rennen gewinnen, sondern auch mit beiden Fahrern um den Titel kämpfen können. Wie man sich vorstellen kann, haben viele Fahrer an unsere Türe für 2015 geklopft. Was wir bisher erreicht haben, macht mich stolz." Der Grand Prix auf dem Sachsenring markiert die Saisonhalbzeit. Einer der Marc-VDS-Fahrer sollte Weltmeister werden, doch es warten nach Deutschland noch lange neun Wochenenden, darunter auch der Asien-Trip mit Japan, Malaysia und Australien.

"Wir haben zwar einen großen Vorsprung in der WM, aber wir waren im Vorjahr in einer ähnlichen Situation", erinnert sich Bartholemy an das Duell Redding gegen Pol Espargaro zurück. Damals hatte der Brite große Chancen auf den Titel, doch ein Trainingssturz in Australien beendete die Hoffnungen. Deshalb weiß der Teammanager: "Wir dürfen nicht selbstgefällig werden, denn ein Fehler, ein Ausfall und der Vorsprung könnte sich in Luft auflösen."

Bisher gingen Rabat und Kallio auf und neben der Strecke wie gute Teamkollegen miteinander um. Sollte es im letzten Saisondrittel um den WM-Titel gehen, werden sich die Gemüter erhitzen? "Ich wurde schon oft auf Teamorder angesprochen", meint Bartholemy. "Ja, wir haben mit den Fahrern gesprochen und ihnen gesagt, dass wir nicht sehr glücklich wären, wenn sie sich gegenseitig aus dem Rennen nehmen würden. Es gibt aber keine Teamorder. Sie fahren um die WM und wir werden es ihnen auch weiterhin erlauben."

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