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Der Schweizer Dominique Aegerter feierte seinen ersten Grand-Prix-Sieg © FGlaenzel

Dominique Aegerter setzt sich gegen Mika Kallio durch und feiert auf dem Sachsenring seinen ersten Sieg - Marcel Schrötter als bester Deutscher Zwölfter

Nach seiner ersten Pole-Position hat sich Dominique Aegerter (Suter) am Sachsenring auch seinen ersten Sieg in der Moto2 gesichert. Der Schweizer verwies Mika Kallio (Kalex) in einem Herzschlagfinale auf den zweiten Platz. Aegerter und Kallio hatten sich gleich nach dem Start vom Rest des Feldes abgesetzt und den Sieg anschließend unter sich ausgemacht.

"Ich bin sehr glücklich, an diesem Wochenende kam alles zusammen" freut sich Aegerter und ergänzt: "Meine erste Pole-Position und mein erster Sieg. Es war ein sehr hartes Rennen, Kallio hat in jeder Runde gepusht. Ich kämpfte mit ihm und in der vorletzten Kurve konnte ich ihn überholen. Ich bin froh, dass ich jetzt mit 25 Punkten in die Sommerpause gehen und mit meinen Freunden feiern kann."

Dem geschlagenen Kallio war dagegen überhaupt nicht zum Feiern zumute, dazu hatte er das Rennen zu lange angeführt und den Sieg zu dicht vor Augen gehabt. "ich bin sehr enttäuscht. Es tut weh, den Sieg nach so einem harte Kampf in den letzten Kurven zu verlieren", berichtet der Finne und ergänzt: "Ich fuhr das ganze Rennen am Limit und pushte immer weiter, aber irgendwie hat er mich in der letzten Runde überholt." Am Ende fehlten Kallio lediglich 0,091 Sekunden zum Sieg.

Rang drei ging an Simone Corsi, der WM-Spitzenreiter "Tito" Rabat den letzten Podiumsplatz in der letzten Runde noch vor der Nase wegschnappte. "Ich bin glücklich, dass ich auf dem Podium stehe", sagt der Italiener und ergänzt: "Die Strecke ist toll und das Rennen war schwierig, aber ich habe ein starkes Ergebnis geholt. In der letzten Runde puschte ich sehr hart und überholte Tito in der letzten Kurve."

Die Ränge fünf und sechs gingen an Maverick Vinales und Franco Morbidelli, sodass Kalex fünf der ersten sechs Plätze belegte - nur ganz vorne stand am Ende eine Suter. Mit Randy Krummenacher auf Rang sieben und Tom Lüthi (beide Suter) auf Platz neun schafften es neben Aegerter zwei weitere Schweizer in die Top-10. Rang acht ging an Mattia Pasini (Kalex), Xavier Simeon (Suter) komplettierte die ersten Zehn.

Deutsche Piloten erleben Debakel

Die deutschen Piloten erlebten bei ihrem Heimspiel am Tag des Fußball-WM-Finales derweil ein echtes Debakel. Zunächst schied Jonas Folger mit einem technischen Problem aus. "Seit der ersten Runde ist der Quickshifter nicht mehr gegangen", berichtet der 20-Jährige im 'Sachsenring Radio' und ergänzt:"Bei jedem Schaltvorgang musste ich das Gas zudrehen. Dadurch konnte ich die Rundenzeiten nicht mehr fahren und bin bis auf Platz 22 zurückgefallen. Dann bin ich immer langsamer geworden und musste aufgeben."

"Es ist super enttäuschend, weil eine Kleinigkeit nicht funktioniert hat. Ich konnte nicht mehr machen." Kurze Zeit später musste dann auch noch Sandro Cortese seine Kalex mit einem Defekt abstellen. Der ehemalige Moto3-Weltmeister erklärt: "Auf der Start- und Zielgeraden ist mir der Gummi vom Schalthebel abgebrochen. Ich konnte nicht mehr schalten. Es ist extrem schade. Ich denke, es trifft niemanden die Schuld. Das kann passieren. Es war eines meiner besten Rennen, denn ich habe mich bis auf Platz elf nach vorne gekämpft."

"Ich bin im Rennen immer stärker als im Qualifying. Der Rhythmus hat gepasst. Schade, dass ich es nicht zeigen konnte." Immerhin Marcel Schrötter (Tech 3) brachte seine Maschine ins Ziel und wurde am Ende Zwölfter. Auch Wildcard-Inhaberin Nina Prinz sah die Zielflagge und landete auf Rang 27. "Das Rennen war auf jeden Fall klasse. Ich konnte viel bessere Rundenzeiten als im Qualifying fahren", freut sich die 31-Jährige.

"Ich bin happy, dass ich ein gutes Rennen fahren konnte. Danke an alle Fans und alle, die an mich glauben", sagt Prinz und antwortet auf die Frage, was für sie mit etwas mehr Erfahrung in der Moto2 drin wäre: "Ich denke, ein Platz im Mittelfeld wäre für mich möglich. Ich bin froh, dass es so gut geklappt hat." Den spektakulärsten Crash des Tages lieferte derweil Johann Zarco ab. Nach seinem Sturz ging seine Caterham-Suter in Flammen auf, der Franzose kam allerdings mit dem Schrecken davon.

In der Weltmeisterschaft liegt Rabat (170 Punkte) weiter in Führung, sein Vorsprung auf Kallio (151) ist allerdings von 26 auf 19 Punkte geschmolzen. Aegerter (96) liegt weiterhin hinter Vinales (120) auf Rang vier. Bester Deutscher ist Jonas Folger (47), der trotz seiner Nullnummer noch immer auf der neunten Position liegt. Nach der Sommerpause meldet sich die Moto2 am 10. August mit dem Rennen aus Indianapolis zurück.

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