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Alex Rins gewann in Austin sein erstes Moto3-Rennen © FGlaenzel

Der Spanier Alex Rins (KTM) feiert in Texas nach Rennabbruch seinen ersten Grand-Prix-Sieg - Jasper Iwema nach schwerem Unfall im Krankenhaus

Das Moto3-Rennen auf dem neuen "Circuit of The Americas" in Texas (USA) musste nach einem heftigen Highsider von Jasper Iwema unterbrochen werden. Der Niederländer wurde ins Krankenhaus gebracht, hat sich nach ersten Informationen aber keine schweren Verletzungen zugezogen. Beim Neustart ging der Grand Prix über fünf Runden. Die drei Spanier Luis Salom, Alex Rins und Maverick Vinales lieferten sich einen engen Dreikampf um den Sieg. In der letzten Kurve setzte sich Rins durch und eroberte seinen ersten Grand-Prix-Sieg. Vinales und Salom komplettierten das Podium. KTM feierte einen Dreifachsieg. Jonas Folger (Kalex-KTM) kam als Vierter ins Ziel.

Die spektakuläre Moto3-Premiere in Texas war zunächst auf 18 Runden angesetzt, doch dann kam alles anders. Als die Lichter der Startampel ausgingen, preschten die Fahrer auf die spektakuläre erste Kurve zu. Salom bog als Erster ein, doch am anderen Ende kam Rins als Erster hinaus. Dahinter sortierten sich Vinales und Folger ein. Alle Fahrer kamen gut durch die steile erste Kurve und die erste Runde. Zu Beginn des zweiten Umlauf krachte es dann in der ersten Kurve. Alessandro Tonucci (Honda) und Florian Alt (Kalex-KTM) gerieten aneinander und beide lagen auf dem Boden. Sie konnten weiterfahren, aber die Hoffnungen auf ein gutes Ergebnis waren vorbei. Alt bog anschließend an die Box ab und gab auf.

In der Anfangsphase setzten sich Rins, Vinales und Salom vom Rest des Feldes ab. Folger, der das gesamte Wochenende über mangelndes Gefühl zum Vorderrad klagte, konnte das Tempo nicht halten und musste abreißen lassen. Hinter dem Deutschen drehte Alex Marquez (KTM) einsam seine Runden. Einige Sekunden dahinter bildete sich eine große Verfolgergruppe. KTM und Kalex-KTM dominierten auch in Texas das Spitzenfeld.

An der Spitze fuhren die drei Spanier Rins, Vinales und Salom ihr eigenes Rennen. Diese drei Fahrer standen schon in Katar auf dem Podest. Folger lag einsam auf Platz vier und fuhr pro Runde rund eine Sekunde langsamer als das Spitzentrio. Zehn Runden vor dem Ende brach dieses Trio auf, denn Salom musste abreißen lassen. Somit duellierten sich Rins und Vinales um die Führung, wobei Rins über weite Strecken an der Spitze lag und Vinales an dessen Hinterrad klebte.

Iwema-Sturz sorgt für Abbruch

In der zwölften Runde wurde das Rennen plötzlich abgebrochen. Iwema war mit einem heftigen Highsider abgeflogen und er wurde von den Rettungskräften versorgt. Der Niederländer wurde anschließend im Medical Center untersucht. Laut ersten Informationen waren die lebensnotwendigen Funktionen okay. Er war auch bei Bewusstsein. Nach der ersten Untersuchung wurde Iwema per Helikopter in eine Krankenhaus nach Austin geflogen.

Rins jubelte schon über den Sieg und wollte ins Parc-Ferme einbiegen, doch die Rennleitung entschied sich für einen Neustart. Der Sprint wurde über fünf Runden ausgetragen. Rins hatte sich zu früh gefreut. Die Startaufstellung wurde nach dem Stand nach Runde zehn bestimmt: In Reihe eins standen Rins, Vinales und Salom. Reihe zwei bestand aus Folger, Marquez und Niklas Ajo (KTM).

Neustart: Sprint über fünf Runden

Als zum zweiten Mal die Lichter der Startampel ausgingen, preschten die drei Spanier Rins, Vinales und Salom auf die erste Kurve zu. Folger probierte es außen, aber Salom übernahm die Führung vor Rins und Vinales. Folger klebte direkt dahinter. Alle kamen gut durch die ersten Kurven, doch dann verbremste sich Vinales und verlor mehrere Positionen. Am Ende der ersten Runde führte Salom vor Rins, Ajo und Folger.

Salom und Rins setzten sich gleich wieder vom Rest ab, während Vinales Gegner um Gegner überholte und wieder nach vorne kam. Marquez verabschiedete sich durch Sturz aus der Spitzengruppe. Folger hatte keine Chance gegen den heranstürmenden Vinales und musste dem Spanier Platz drei überlassen. Mittlerweile entbrannte das Duell zwischen Rins und Salom um die Führung.

Die beiden schenkten sich nichts und überholten sich mehrmals. Vinales kam dem Duo mit schnellsten Rennrunden immer näher. Zu Beginn der letzten Rennrunde hatte er den Anschluss geschafft und drei Fahrer kämpften um den Sieg. Auf der Gegengeraden überholte Rins Salom im Windschatten und ging in Führung. In der Zielkurve probierte es Salom und bremste sich innen vorbei. Er war aber zu schnell und verpasste die Linie. Rins und auch Vinales schlüpften innen durch.

Rins überquerte als Erster die Ziellinie und feierte seinen ersten Grand-Prix-Sieg. Vinales hatte auf der Ziellinie 0,244 Sekunden Rückstand. "Ich bin so glücklich. Ich und mein Team haben an diesem Wochenende hart gearbeitet. In der letzten Kurve war es sehr eng, aber endlich habe ich gewonnen", jubelt Sieger Rins. Auch Vinales war nach seiner Aufholjagd zufrieden. "Ich bin glücklich. Ich habe in der Spitzkehre einen Fehler gemacht, habe aber gekämpft und freue mich über den zweiten Platz."

Salom hatte in der letzten Kurve viel riskiert und am Ende Platz drei an Land gezogen. "Ich wusste aus der ersten Rennhälfte, dass mein Vorreifen völlig zerstört war", berichtet der Spanier. "Im Qualifying war alles in Ordnung, aber ich weiß nicht, was heute los war." In der WM liegen Rins und Salom mit 41 Punkten an der Spitze. Vinales hat 40 Zähler auf dem Konto. Folger konnte das Tempo der drei Spanier nicht gehen und sah die karierte Flagge als Vierter.

In der ersten Verfolgergruppe setzte sich Miguel Oliveira mit der Mahindra gegen Jack Miller (FTR-Honda) vom Racing-Team-Germany durch und belegte Platz fünf. Zulfahmi Khairuddin (KTM) kam alleine fahrend als Siebter über die Linie. Anschließend folgte eine größere Kampfgruppe bis Platz zwölf. Alexis Masbou (FTR-Honda) wurde Achter, gefolgt von Brad Binder (Suter-Honda), Jakub Kornfeil (Kalex-KTM), Danny Webb (Suter-Honda) und Arthur Sissis (KTM).

Die letzten WM-Punkte nahmen Isaac Vinales (FTR-Honda), Efren Vazquez (Mahindra) und Ajo mit. Ana Carrasco (KTM) war nahe an den WM-Punkterängen dran, doch in der letzten Runde fiel sie noch auf Platz 20 zurück. Rookie Philipp Öttl (Kalex-KTM) kämpfte sich im Rennen ebenfalls nach vor, doch als 17. ging er leer aus.

Für das Kiefer-Team war es ein schwarzer Tag. Nachdem Alt schon in der Anfangsphase aufgeben musste, stürzte auch Toni Finsterbusch in der ersten Rennhälfte. Mit Rückstand hetzte er dem Feld hinterher. Beim Neustart stand der Deutsche wieder am Ende der Startaufstellung. Finsterbusch kam aber nur zwei Runden weit und lag dann erneut auf dem Boden. Der nächste Grand Prix findet am 5. Mai im spanischen Jerez statt.

Der Spanier Alex Rins (KTM) feiert in Texas nach Rennabbruch seinen ersten Grand-Prix-Sieg - Jasper Iwema nach schwerem Unfall im Krankenhaus

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