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Luis Salom (39) setzte sich auch in Silverstone im spansichen Vierkampf duch © KTM

Luis Salom gewinnt den spanischen Vierkampf in Silverstone und baut mit seinem sechsten Saisonsieg seine WM-Führung aus - Jonas Folger Sechster

Auch beim Grand Prix von Großbritannien in Silverstone machten sich die starken Spanier die ersten vier Plätze in der Moto3-Klasse untereinander aus. Auf der schnellen Strecke feierte KTM einen Vierfachsieg. Vizeweltmeister Luis Salom setzte sich durch und feierte trotz gebrochener Ferse seinen sechsten Saisonsieg. Zweiter wurde Alex Rins, der Salom in der letzten Runde nicht mehr gefährden konnte. Dessen Teamkollegte Alex Marquez kletterte zum zweiten Mal in seiner Karriere auf das Podium und feierte als Dritter ein weiteres Erfolgserlebnis.

Maverick Vinales war nach den starken Trainingsleistungen als Geheimfavorit ins Rennen gestartet, doch am Ende wurde es Platz vier. Dadurch baute Salom seinen WM-Vorsprung auf Vinales auf 26 Punkte aus. Rins liegt als WM-Dritter 33 Punkte zurück. Jonas Folger kämpfte mit seiner Kalex-KTM in der Verfolgergruppe mit und musste sich im Zielsprint Mahindra-Pilot Miguel Oliveira geschlagen geben. Folger behielt mit Rang sechs seinen vierten WM-Rang, doch Marquez kommt dem Deutschen immer näher. Die weiteren vier Deutschen im Feld kamen ins Ziel, sammelten jedoch keine WM-Punkte.

Als die Fahrer in die Startaufstellung rollten, wurde Zulfahmi Khairuddin in die Boxengasse geschoben, denn sein KTM-Motor war ausgegangen. Als die Startampel das Rennen über 17 Runden freigab,setzt sich Salom durch und übernahm die Führung. Dahinter sortierten sich Rins, Vinales und Folger ein. Im hinteren Teil des Feldes kam es zu einem Unfall. Die beiden TSR-Honda-Teamkollegen Alan Techer und Juanfran Guevara waren genau wie Wildcard-Starter Wayne Ryan involviert.

Die lange, breite und schnelle Silverstone-Strecke war prädestiniert für eine Windschatten-Schlacht. Und so kam es auch, denn die Positionen wechselten in den ersten Runden mehrmals, in fast jeder Kurve gab es Überholmanöver. In den ersten Runden bildete sich eine vierköpfige Führungsgruppe mit den üblichen Verdächtigen: Vinales, Rins, Salom und Marquez machten sich die Führung unter sich aus. Folger führte wenige Sekunden dahinter die Verfolgergruppe an.

Nach dem ersten Renndrittel konnte sich Vinales, der bereits die Trainings dominiert hatte, aus der Spitzengruppe lösen und sich um knapp eine Sekunde von Salom, Rins und Marquez absetzen. Vinales wurde ohne Windschatten aber rasch wieder eingeholt. Das Quartett lieferte sich zahlreiche Überholmanöver. Einmal überholte Salom in Brooklands gleich drei Fahrer. Niemand konnte sich einen Vorteil sichern.

Die Entscheidung fiel in der spannenden letzten Runde. Salom begann die letzten 5,9 Kilometer vor Rins. Im Laufe der Runde verloren Marquez und Vinales im Duell einige Meter und der Sieg wurde nur noch zwischen Salom und Rins entschieden. Rins probierte es in der Woodcote im Windschatten, aber er kam nicht vorbei. Salom feierte seinen sechsten Saisonsieg und baute seine WM-Führung aus, denn Vinales wurde hinter Rins und Marquez Vierter.

"Es war ein hartes Rennen", atmet Salom im Parc Ferme durch. "Maverick war zu Beginn des Rennens sehr stark. Ich musste mich stark anstrengen. Ich wusste, dass die letzte Runde ziemlich schwierig wird. Der Kurs ist lang, aber man kann nur schwer überholen." Unter dem Strich machte Salom alles richtig und ließ Rins keine Chance für einen Angriff. "Ich bin sehr zufrieden", meint Rins über seine Leistung. "Das Rennen war wie die andere in im diesem Jahr."

"Ich gab alles in der letzten Runde, um Salom einzuholen. Ich war auf der Gegengeraden im Windschatten. Sein Motorrad war etwas schneller als meines. Platz zwei ist gut." Marquez sorgte für ein starkes Familienergebnis, denn sein älterer Bruder Marc wurde im MotoGP-Rennen Zweiter. Beide nahmen einen Pokal aus Silverstone mit. "Es fühlt sich wie ein Sieg an", jubelt der jüngere Marquez. "Nach dem Sturz war die Nacht ziemlich hart. Ich war im Rennen am Limit. Es war ein schöner Kampf mit Maverick. Ich wollte einen Podestplatz. Wir möchten so weitermachen und besser werden."

Hinter den Top 4 kämpfte eine vierköpfige Gruppe um die Verfolgerplätze. Miguel Oliveira (Mahindra) setzte sich durch und kam als Fünfter über die Linie. In seinem Windschatten folgte Folger, dem auf der Linie 64 Tausendstelsekunden auf den Portugiesen fehlten. Jack Miller (FTR-Honda) vom Racing-Team-Germany war ebenfalls in dieser Kampfgruppe dabei und kam auf Position sieben über die Linie. Alexis Masbou (FTR-Honda) wurde Achter.

Öttl verpasst WM-Punkte hauchdünn

In der nächsten Gruppe ab Platz neun setzte sich Jakub Kornfeil (Kalex-KTM) gegen Efren Vazquez (Mahindra), Isaac Vinales (FTR-Honda), Romano Fenati (FTR-Honda) und Niccolo Antonelli (FTR-Honda) durch. Lokalmatador John McPhee (FTR-Honda) sammelte als 14. zwei WM-Punkte. Der Deutsche Philipp Öttl (Kalex-KTM) kämpfte um den letzten WM-Punkt, doch kurz vor Rennende ging Arthur Sissis (KTM) unmittelbar vor Öttl zu Boden.

Der Youngster und Niklas Ajo (KTM) mussten über die Wiese ausweichen und verloren wertvollen Boden. Öttl und Ajo duellierten sich bis zum Zielstrich, bis sich schließlich der Finne hauchdünn durchsetzte. Öttl belegte den undankbaren 16. Platz. Die drei weiteren Deutschen im Feld gingen leer aus. Toni Finsterbusch belegte Platz 21 und sein Kiefer-Teamkollege Florian Alt Rang 25. Luca Amato kam mit mehr als einer Minute Rückstand als 26. ins Ziel. Beim nächsten Rennen wird der Deutsche nicht mehr auf einer Suter-Honda sitzen, sondern auf einer Mahindra. Der nächste Grand Prix findet am 15. September in Misano statt.

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