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Ana Carrasco (links) bekommt durch Maria Herrera Konkurrenz © FGlaenzel

Neben Ana Carrasco geht beim Moto3-Rennen in Alcaniz auch deren spanische Landsfrau Maria Herrera an den Start: Die MotoGP-Stars freuen sich

Ana Carrasco bekommt an diesem Wochenende in Motorland Aragon Konkurrenz: Die 16-jährige Spanierin, die in der Moto3-WM seit Saisonbeginn für das Calvo-Team auf einer KTM an den Start geht, ist beim 13. Saisonlauf nicht der einzige weibliche Teilnehmer im Starterfeld. Die 17-jährige Spanierin Maria Herrera startet mit einer Wildcard und bringt als Empfehlung zwei Siege aus der spanischen Moto3-Meisterschaft mit.

Die jüngere, aber in der Weltmeisterschaft erfahrene Carrasco fuhr in Indianapolis ihr bislang bestes Rennen. Im Mekka des US-Rennsports verpasste sie mit Platz 17 ihren ersten WM-Punkt nur knapp. Die etablierten Stars der MotoGP-Szene können sich gut vorstellen, dass angesichts der neuen Konkurrenzsituation mit Herrera der erste von einer Frau errungene WM-Punkt in der Moto3-Klasse nicht mehr lange auf sich warten lässt.

"Ich finde, das sind tolle Neuigkeiten", sagt MotoGP-Tabellenführer Marc Marquez. "Der Motorradrennsport wird immer als Männerdomäne dargestellt. Ich bin mir aber sicher, dass auch ein Mädchen schnell sein kann. Maria hat kürzlich starke Rennen gezeigt."

Der amtierende MotoGP-Weltmeister Jorge Lorenzo stimmt zu: "Für den Sport ist es toll, dass zwei Mädels mitfahren. Soweit ich mich erinnern kann, hat es das bei einem offiziellen WM-Lauf noch nicht gegeben. Im nächsten Jahr könnte es durchaus häufiger vorkommen. Maria fährt stark. Zwei Rennen in der Spanischen Meisterschaft zu gewinnen, ist alles andere als einfach. Ana braucht in der Weltmeisterschaft noch etwas Zeit. Ich glaube aber, dass beide vielversprechende Karrieren vor sich haben."

Auch Lorenzos Yamaha-Teamkollege, der neunfache Motorrad-Weltmeister Valentino Rossi, findet den weiblichen Doppelschlag "gut für den Sport" und merkt an: "Dass Maria hier dabei ist, ist für Ana eine große Motivation, vor ihr ins Ziel zu kommen. Natürlich wird es für die beiden nicht einfach, denn die Jungs wollen natürlich nicht hinter ihnen ins Ziel kommen. Ich glaube, es wird sehr interessant."

Honda-Pilot Dani Pedrosa bezeichnet das Antreten von Carrasco und Herrera in der Weltelite als "mutig" und erklärt: "In diesem Sport finden sich seit jeher Männer an der Spitze. Allein schon die Tatsache, als Frau in diesem Umfeld anzutreten, ist sehr mutig. Ich werde mir das Rennen von Maria auf jeden Fall ansehen und bin gespannt, wie sie sich schlägt. Die Strecke kennt sie gut. Es wird sicher interessant."

Stefan Bradl erinnert in diesem Zusammenhang an die deutsche 250er-Pilotin Katja Poensgen, die beim Grand Prix von Italien 2001 in Mugello auf Platz 14 und damit in die Punkteränge fuhr. Diese Errungenschaft lässt Bradl zur Erkenntnis kommen: "Das ist wahrscheinlich die einzige Sache, bei der Deutschland besser ist als Spanien." So wird sich auch der LCR-Honda-Pilot das Moto3-Rennen am Sonntag anschauen und ist vor allem auf das Abschneiden von Debütantin Herrera gespannt.

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