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Das Hinterrad von Jack Miller ist ein begehrtes Objekt in der Moto3-Klasse © FGlaenzel

Langsame Fahrer warten oft auf den Windschatten schnellerer Piloten: Die Fahrer sind sich der möglichen Gefahr bewusst - Valentino Rossi rät zu Cleverness

In der Motorrad-WM kommt es in allen drei Klassen zu Situationen, in denen sich ein langsamerer Fahrer an die Topleute anhängt und sich so zu einer schnellen Runde ziehen lässt. Das sorgt vor allem im Qualifying für brenzlige Situationen, denn viele Fahrer suchen das Hinterrad von einem schnellen Mann. Auf schnellen Kursen verschärft sich dieses Problem zusätzlich. Alleine in Mugello bringt der Windschatten in der Moto3-Klasse rund eine halbe Sekunde. In den eng umkämpften kleinen Klassen ist das ein immenser Vorteil beim Kampf um die Startplätze.

Es kann allerdings zu gefährlichen Situationen kommen, wenn langsame Fahrer auf einen schnellen Mann warten und nicht nur extrem langsam herumrollen, sondern auch fast stehenbleiben. Der Geschwindigkeitsunterschied ist eine der gefährlichsten Komponenten im Motorsport. Auch in der Moto3 wurden in Mugello im Qualifying im Windschatten bis zu 240 km/h gemessen. Die Warterei ist oft ein Thema und Anlass zu Diskussionen.

Honda-Pilot Alex Rins, der in Mugello die Pole-Position erobert hat, war verwundert über die Schlussphase. Unzählige Fahrer warteten auf Jack Miller und Romano Fenati, um sich anzuhängen. Es herrschte Verkehr wie zur Rush Hour. "Nach meinem Crash war ich in der Box und habe im Fernsehen gesehen, dass es mit so vielen Fahrern etwas gefährlich wurde", sagt Rins und betont: "Es ist gefährlich. Das war auch schon in Le Mans und auf anderen Strecken der Fall."

Auch in der Moto2 ist das ein Thema, denn aufgrund der Einheitsmotoren ist der Windschatten ein wichtiger Faktor. Marcel Schrötter ist ebenfalls der Meinung, dass die Warterei gefährlich ist: "Klar. Man muss eine Runde abbrechen. Das reicht, um die Konzentration ein wenig zu verlieren. Die Reifen kühlen auch ab. Deswegen ist es nicht optimal, in der letzten Kurve zu warten und sich dann im Windschatten ziehen zu lassen. Dann sind deine Reifen kalt."

Es stellt sich die Frage, ob sich die Sicherheitskommission mit diesem Thema befassen sollte. Superstar Valentino Rossi, dessen Meinung im Fahrerlager Gewicht hat, geht ins Detail: "Wir sprechen oft darüber, denn vor allem in den kleinen Klassen warten am Ende immer alle. Es ist aber unmöglich, dieses Problem zu lösen, denn wie soll man langsame Fahrer bestrafen, oder nur den einen, aber nicht den anderen Fahrer bestrafen?"

Deswegen hat Rossi auch nur einen Rat an die Nachwuchsfahrer: "Die Fahrer müssen in diesen Situationen clever sein." Deswegen rechnet er nicht damit, dass von offizieller Seite etwas gegen die Warterei unternommen werden kann. "So ist die Moto3 eben", lacht Rossi mit Blick auf die jungen Heißsporne.

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