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Kein Fan des Strafenkatalogs in der WM: KTM-Ajo-Werkspilot Jack Miller © FGlaenzel

Nachdem Rennleiter Mike Webb für die Verursachung des Unfalls in Mugello zwei Strafpunkte ausspricht, schimpft WM-Leader Jack Miller was das Zeug hält

Die Reise nach Mugello hat sich für KTM-Werkspilot Jack Miller nicht gelohnt. Der Australier kassierte beim Grand Prix von Italien seinen ersten Nuller und büßte damit beinahe den kompletten Vorsprung in der Fahrerwertung ein. Miller verschätzte sich bei einem Überholmanöver und riss Honda-Pilot Alex Marquez und KTM-Pilot Enea Bastianini ebenfalls aus dem Rennen, nachdem er mit Mahindra-Pilot Miguel Oliveira kollidierte.

"Ich fuhr etwas zu aggressiv in die Kurve und versuchte, zu viele Fahrer auf einmal zu überholen. Dann landete ich auf meinem Arsch", schildert Miller seine Sichtweise. "Es gab eine Lücke, die ich nutzen wollte, doch dann machte Oliveira die Tür zu. Ich berührte sein Hinterrad und wollte die Situation retten, was mir beinahe gelungen wäre. Doch dann fuhr Marquez in mein Heck und ich flog über den Lenker."

Für das Manöver kassierte der WM-Führende zwei Strafpunkte. Rennleiter Mike Webb erklärte Miller nach dem Rennen, warum er die Strafe bekam. Dadurch wurde die Laune des Ajo-Piloten nicht besser. "Es war meine Schuld, doch trotzdem bin ich angepisst. Herr Webb sprach mit mir und sprach zwei Strafpunkte aus. Ich war überrascht, dass ich nicht mehr Strafpunkte erhielt, als ich fluchte. Ich erwartete den dritten Strafpunkt", bemerkt der Australier.

In Argentinien wurde Miller selbst Opfer eines zu aggressiv fahrenden Kollegen. Romano Fenati drängte Miller von der Ideallinie und gewann das Rennen. Miller war wenig begeistert und forderte immer wieder härtere Strafen. "Das war ein Witz. Ich kritisierte, dass die Konstanz im System fehlt", schimpft der KTM-Pilot, der seine Strafe aus Mugello nicht überbewertet: "Was bedeuten zwei Strafpunkte schon? Es gleicht einer Verwarnung. Sie könnten lieber sagen: 'Mach das bitte nicht wieder.'"

Sollte Miller noch einmal zwei Strafpunkte kassieren, muss er beim nächsten Rennen vom letzten Platz starten. Bei sieben Punkten droht ein Start aus der Boxengasse. Zehn Punkte sorgen für einen Ausschluss beim nächsten Rennen. "Ich würde das Manöver erneut durchführen, würde es aber cleverer anstellen", erklärt Miller entschlossen. "Würde ich es erneut machen, obwohl ich weiß, dass ich stürzen kann? Ja, wenn man eine Lücke sieht, dann probiert man es. Was verflucht noch einmal hat man sonst hier verloren? Ich bin hier, um Rennen zu gewinnen. Die Meisterschaft ist das große Ziel."

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