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Jack Miller gewann vier der ersten neun Moto3-Rennen in diesem Jahr
Jack Miller kämpft für KTM um den Moto3-Titel © KTM

HRC-Boss Livio Suppo bedauert den Weggang von Jack Miller zu KTM, kann die Beweggründe des Australiers allerdings nachvollziehen

Drei Siege in sechs Rennen und trotz der Nullnummer in Mugello Führender in der Gesamtwertung: Jack Miller hat der Moto3-Weltmeisterschaft 2014 bisher klar seinen Stempel aufgedrückt und zeigt auf seiner Werks-KTM, dass er einer der schnellsten, wenn nicht sogar der schnellste Fahrer in der kleinsten Klasse der Motorrad-Weltmeisterschaft ist. Das dürfte vor allem den Honda-Verantwortlichen nicht gefallen, denn in der vergangenen Saison ging Miller beim Racing-Team-Germany (RTG) von Dirk Heidolf noch mit einer FTR-Honda an den Start.

Doch obwohl er einen Spitzenfahrer an die direkte Konkurrenz verloren hat, zeigt HRC-Boss Livio Suppo Verständnis für Millers Wechsel zu KTM und trauert dem schnellen Australier nicht hinterher. "Wir haben versucht ihn davon zu überzeugen, bei Honda zu bleiben. Wir hofften, er würde glauben, dass wir eine gute Maschine bauen", so Suppo gegenüber 'MCN'.

Doch Miller entschied sich für die sichere Variante und nahm das Angebot von KTM an. Für Suppo eine nachvollziehbare Entscheidung. "Im vergangenen Jahr war es für ihn einfacher, einen Vertrag mit dem offiziellen KTM-Team abzuschließen als Honda und einem Team zu vertrauen, welches kein offizielles Werksteam ist."

Beim KTM-Werksteam von Aki Ajo wusste Miller, dass er über konkurrenzfähiges Material verfügen würde, mit dem er um Rennsiege und auch die Weltmeisterschaft würde kämpfen können. Diese Perspektive war zum Zeitpunkt seiner Unterschrift bei den Österreichern bei RTG und Honda noch nicht gegeben.

"Als er sich entschloss, zu KTM zu gehen, war es zu früh. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch keine Entscheidung getroffen und es sah so aus, als würde nur das deutsche Team mit unserem Motorrad fahren", erklärt Suppo. Erst später entschied sich Honda zur Entwicklung eines neuen Motorrads, welches in dieser Saison prompt auf Augenhöhe mit den KTM fährt.

Suppo nimmt Miller den Wechsel daher nicht über und hofft, den schnellen Australier eines Tages wieder in den Schoß der Honda-Familie zurückzuholen. "Es ist verständlich, dass er sich anderweitig umgesehen hat, aber hoffentlich wird er in der Zukunft wieder zum Honda-Fahrer", so Suppo.

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