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Livio Loi sorgte in Argentinien mit Platz vier für das beste Ergebnis einer Kalex-KTM © MarcVDS

Kalex spielt in der Moto3 derzeit keine Rolle im Spitzenfeld: Die Probleme sind schwierig einzukreisen - Außerdem fahren die Topfahrer bei den Herstellern

Kalex gewann in dieser Saison bisher alle Moto2-Rennen, aber in der Moto3 ist die Kalex-KTM bisher weit vom Sieg entfernt. Lediglich MarcVDS-Youngster Livio Loi mischte in Argentinien an der Spitze mit und wurde Vierter. Aus der Sicht von Kalex ist es bisher der einzige Lichtblick einer ansonsten schwierigen Saison. Insgesamt sieben Kalex-KTM sind in diesem Jahr in der Moto3 vertreten. Neben Loi ist das Philipp Öttl, das Kiefer-Team mit dem Duo Luca Grünwald und Gabriel Ramos, RW-Racing mit Ana Carrasco und Scott Deroue sowie Aspar mit Juanfran Guevara.

Die bisherige Ausbeute ist ernüchternd. Kalex-KTM ist nach sechs Rennen mit 28 WM-Punkten Letzter. Alleine 13 Zähler steuerte Loi in Argentinien bei. Warum konnte der junge Belgier dort vorne mitfahren, aber sonst nicht? "Das ist die größte Frage", steht auch Kalex-Konstrukteur Alexander Baumgärtel im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' vor einem großen Rätsel. "Wir bekommen von allen Fahrern unterschiedliches Feedback."

"Jeder hat sein eigenes Problem und es ist ganz schwer einzukreisen. Auch dadurch, weil die Konstanz fehlt. Wir können ganz schwer sagen, woran es liegt." Im Vorjahr war Jonas Folger der Spitzenfahrer auf einer Kalex-KTM. Ein erfahrener Fahrer fehlt in diesem Jahr im Aufgebot. Das sieht auch Baumgärtel: "Im Jahr davor war es Luis Salom. Es wäre natürlich schön, wenn man da ein paar Fragezeichen im Kopf ausstreichen könnte. Das würde unser Leben einfacher machen."

"Wir suchen permanent Punkte, an denen wir arbeiten können. Da bekommen wir aber auch positives und negatives Feedback. Es fehlt die Konstanz." Neben den Werkseinsätzen hat Kalex in der kleinsten Klasse einen schweren Stand. KTM und Honda betreiben großen Aufwand. Deshalb ist die Chance, dass ein Kalex-Team einen Topfahrer erhält, auch gering.

Topfahrer bei den Herstellern

"Das ist eine ganz schwierige Geschichte, wenn es mit Mahindra, Honda und KTM drei Werksteams gibt. Es gibt acht, neun Fahrer, die auf diesem Level sind. Sie werden dann sicher zu den Werksteams gehen, beziehungsweise ganz andere Angebote bekommen", sieht es Baumgärtel realistisch. "Das ist die Situation, mit der wir uns abfinden müssen."

Routinier Mika Kallio probierte bei einem Test in Almeria vor einigen Wochen das Motorrad von Loi aus. Allerdings brachte das auch nicht die erhofften Erkenntnisse, obwohl es zunächst positiv aussah: "Er konnte auch eine gute Tendenz vorgeben. In Almeria haben sie dann auch eine gute Abstimmung für Livio gefunden. In Le Mans und in Mugello waren sie dann wieder daneben", lautet das ernüchternde Fazit von Baumgärtel über den Test mit einem Routinier.

Öttl, der sich nach einem schwierigen Saisonstart wieder gefangen hat und zuletzt regelmäßig in die WM-Punkte gefahren ist, sieht ein Manko: "Wir haben keinen Topfahrer. Keiner von uns ist ein Kaliber wie der Jonas im Vorjahr", spricht der Deutsche Klartext. "Das Motorrad ist schwierig zu fahren und schwierig abzustimmen. Wenn du das Motorrad aggressiv fährst, funktioniert es nicht. Fährst du langsam und aggressiv, funktioniert es auch nicht."

"Wenn du schnell und ruhig fährst, dann funktioniert alles. Die Abstimmung passt im Groben. Man muss ruhig und schnell fahren, dann läuft es. Wir sind schon konkurrenzfähig, aber es ist schwieriger als andere Motorräder abzustimmen." Deswegen können positive Ausrutscher nach oben, wie es bei Loi in Argentinien der Fall war, jederzeit passieren. "Wenn alles zusammenpasst, dann kannst du so etwas schaffen", ist Öttl überzeugt.

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