Motorrad-Pilot Sandro Cortese ist vier Wochen nach dem Gewinn des WM-Titels in seinem Heimatort Berkheim von rund 7000 Fans gefeiert worden. Beim Höhepunkt des Empfangs fuhr der Moto3-Champion mit seiner Weltmeistermaschine die Hauptstraße der 2700-Seelen-Gemeinde im Allgäu auf und ab.

"Ich hätte mir in meinen schönsten Träumen nicht ausmalen können, in Berkheim eine Ehrenrunde zu drehen", sagte der KTM-Pilot vor dem Showrun auf einer abgesperrten Strecke. Trotz Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt genoss der Schwabe die Ausfahrt vor der eigenen Haustüre sichtlich.

400 Helfer waren im kleinen Örtchen bei Ulm seit Tagen damit beschäftigt gewesen, für einen weltmeisterlichen Rahmen zu sorgen. Der Ort wurde für den Verkehr gesperrt, am Festplatz eine Großleinwand aufgestellt. Die Bühne war auf das Dach eines Reisebusses gebaut worden, wo sich Cortese auch ins Goldene Buch eintrug.

Mit der Organisation hatte die Hauptperson nur wenig zu tun, Cortese war nach dem Saisonfinale in Valencia erst am Mittwoch nach Hause gekommen. "Allzu viel habe ich nicht machen können", sagte der 22-Jährige. Er habe eher aus der "zweiten Reihe" mitgeholfen.

Beim WM-Fest wurde den vielen Fans einiges geboten. Eine A-cappella-Gruppe brachte Cortese ein Ständchen, der zweimalige DTM-Champion Mattias Ekström raste mit seinem Audi und Cortese auf dem Beifahrersitz durch den Ort. Dazu sorgten Freestyle-Motocrosser für Unterhaltung, Kunstflieger Matthias Dolderer zischte über die Häuserdächer.

Bei der WM-Party im Illertal waren neben vielen Fans auch Wegbegleiter aus der Motorradszene zu Besuch. Unter anderem feierte auch MotoGP-Pilot Stefan Bradl (Zahling) mit.

Cortese hatte seinen ersten WM-Titel im vergangenen Monat durch den Sieg beim Großen Preis von Malaysia in Sepang vorzeitig perfekt gemacht. Im nächsten Jahr fährt der Schwabe für das Team Intact GP in der schwereren Moto2.