vergrößernverkleinern
Loris Capirossi hätte lieber ein hässliches, aber dafür schnelles Motorrad © Suzuki

Loris Capirossi bevorzugt schnelle Motorräder, selbst wenn sie blöd aussehen sollten - Weniger Elektronik wäre wünschenswert

Loris Capirossi ist 37 Jahre alt, hat 301 Grand-Prix-Starts auf dem Buckel - und ist nach wie vor äußerst ehrgeizig. "Ich bin wirklich daran interessiert, was wir in Zukunft erreichen können", so der Suzuki-Pilot gegenüber 'Crash.net'. Beim Saisonauftakt in Katar wurde Capirossi Zehnter, in Jerez stürzte er. "Das Motorrad ist schon besser als zu Jahresbeginn und ich denke, wir sind in einer guten Position, um uns im Laufe der Saison weiter zu verbessern."

Die Suzuki GSV-R gilt gemeinhin als sehr launisches Motorrad, das auf äußere Umstände mitunter empfindlich reagiert. Doch auch das sei zuletzt besser geworden. "Wenn die Empfindlichkeit im vergangenen Jahr bei 20 Prozent lag, liegt sie in diesem Jahr vielleicht bei zehn Prozent", so Capirossi gegenüber 'GP Week'.

Die diesjährige GSV-R gilt allerdings auch als eine der schönsten MotoGP-Maschinen. Das findet auch Capirossi: "Unser Motorrad sieht immer gut aus. Aber wir brauchen ein gutes Motorrad, ob es nun schön aussieht oder nicht. Ich hätte gerne das hässlichste Motorrad des gesamten Fahrerlagers, wenn es das schnellste wäre."

Generell seien die aktuellen Viertaktmaschinen allerdings wesentlich angenehmer zu fahren als die alten 500er-Zweitakter. "Die 500er-Zweitakter gaben den Fahrern eine kürzere Zeitspanne. Mit ihnen war es sehr schwierig, ohne Verletzung mehr als drei oder vier Jahre an der Spitze zu bleiben. Die Viertakter verlängern das Leben der Fahrer. Ich bin 37 und bin immer noch hier und immer noch schnell. Das ist der Unterschied."

Zwar seien die modernen Grand-Prix-Maschinen nicht unbedingt leichter zu fahren, aber es gebe einfach gewisse Unterschiede. "Mit einer Viertaktmaschine kann man einen größeren Fehler begehen und damit davonkommen, wegen der Traktionskontrolle und all diesen Dingen. Meiner Meinung nach sollten wir einiges von der Elektronik abschaffen. Denn jetzt haben wir zu viel. Es macht außerdem auch nicht so viel Spaß zuzusehen wie in der Vergangenheit."

Capirossi kann sich solche Ansichten inzwischen leisten. "Nach so vielen Saisons mag mich jeder. Jeder glaubt an mich und ich verstehe mich mit allen sehr gut." Doch das war nicht immer so. So war sein Titelgewinn bei den 250ern 1998 sehr umstritten. Capirossi rammte beim Saisonfinale in Argentinien in der letzten Kurve der letzten Runde WM-Konkurrent und Markenkollege Tetsuya Harada von der Strecke.

"Ich wollte wirklich gewinnen. Damals haben mich alle Magazine kritisiert, der Verband sagte, ich hätte das Richtige getan", erinnert sich der Italiener. "Inzwischen habe ich ein richtig gutes Verhältnis zu Tetsuya, der auch in Monaco lebt. Er hat zwei Töchter und wir sehen ihn oft."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel