vergrößernverkleinern
Valentino Rossi hatte zuletzt zweimal das Nachsehen gegenüber Jorge Lorenzo © Yamaha

Wird Valentino Rossi von seiner verletzten Schulter stärker behindert als bislang angenommen? Dr. Claudio Costa und Jeremy Burgess bestätigen dies

Seit einem Motocross-Unfall im April leidet Valentino Rossi unter Schmerzen in seiner Schulter. Bei den vergangenen beiden Rennen in Jerez und Le Mans wurde der Weltmeister von seinem Teamkollegen Jorge Lorenzo jeweils deutlich in den Schatten gestellt. Doch Rossi verzichtete darauf, seine Verletzung als Grund für die eigene Unterlegenheit anzuführen.

Dabei hätte er laut Rennarzt Dr. Claudio Costa allen Grund dazu gehabt. "Die Sache mit der Schulter war immer etwas ernster, als jedermann gedacht hatte", so Costa gegenüber 'Autosprint'. "Die Schulter wurde bei dem Sturz beinahe ausgekugelt. Dies hat eine Instabilität erzeugt, wenn auch nur eine geringfügige."

So sei unter anderem der Knorpel am Schultergelenk beschädigt worden. "Dies ist eine wesentliche, zeitlich begrenzte Behinderung", erklärt Costa. Nach dem Rennen in Le Mans hat sich Rossi von Costa erneut untersuchen lassen. Erst dabei sei das volle Ausmaß der Verletzung ans Tageslicht gekommen.

"Valentino ist nicht der Typ, der nach Ausflüchten sucht. Aber er leidet", so Costa. Dies bestätigt auch Rossis Crewchief Jeremy Burgess: "Die Telemetriedaten zeigen eindeutig, wie Valentino zurzeit fahren muss: er ist gezwungen, in Kurven langsamer einzubiegen. Er muss eine ungünstige Position auf dem Motorrad einnehmen und fährt teilweise mit einem Arm, um den anderen zu schonen."

Angesichts dieser Aussagen erscheinen die jüngsten Siege Lorenzos in einem anderen Licht. Zumindest findet das Burgess. "Wenn ich in den Schuhen unserer Rivalen steckte, würde ich jetzt das Beste daraus machen. Denn wenn Valentino geheilt ist, werden seine Rennen sicherlich nicht so aussehen."

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel