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Rossi wurde 2002, 2003, 2004, 2005, 2008 und 2009 Weltmeister in der MotoGP © imago

Der Weltmeister will sich nach seinem Schienbeinbruch Zeit bei seinem Comeback lassen. Dennoch denkt er an eine Rückkehr in zwei Monaten.

Von Rainer Nachtwey

München - Nach zwei Operationen am verletzten Schienbein und dem Verlassen der Klinik ist Valentino Rossi wieder guter Dinge.

Der neunmalige Weltmeister denkt bereits an seine Rückkehr aufs Motorrad und stellt dabei eine mutige Rechnung auf:

"Es macht keinen Unterschied, ob ich vier oder sechs Rennen verpasse. Es könnte sein, dass ich in Brünn wieder dabei bin, aber das muss nicht zwangsläufig der Fall sein", sagt der 31 Jahre alte Italiener in einem teaminternen Interview seines Yamaha-Rennstalls.

Der Große Preis von Tschechien findet vom 13. bis 15. August statt, also etwas mehr als zwei Monate nach seinem Sturz im freien Training zum GP in Mugello (Das Video).

Vorsichtige Prognose des Arztes

Der behandelnde Arzt im Krankenhaus von Florenz, Dr. Roberto Buzzi, hatte Rossi nach der zweiten Operation eine vollständige Heilung und Belastbarkeit von fünf bis sechs Monaten in Aussicht gestellt.

"Man kann davon ausgehen, dass Dr. Buzzi mit seiner Prognose sehr vorsichtig war", schätzt Rossi die Prognose des Mediziners ein.

Angst vor Infektion

Dennoch werde er eine Rückkehr nicht überstürzen. "Ich möchte, dass die Verletzung ausheilt, das ist das einzige, was mich interessiert. Ich werde mir aber all die Zeit nehmen, die ich brauche", führt er weiter aus.

In dieser Zeit werden nun zwei "Schlüsselphasen" auf ihn zukommen. Derzeit muss er das verletzte Bein hoch lagern. Zudem ist das Risiko einer Infektion gegeben.

Erst wenn diese Phase beendet sei, könne er an die ersten Schritte auf Krücken und Reha-Training nachdenken, meint Rossi.

Reifentemperatur ist der Auslöser

Erstmals spricht Rossi über den Hergang seines Highsiders im freien Training.

"Ich hatte einen frischen Reifen drauf und bin zwei Runden gefahren. Dann bin ich etwas langsamer gefahren, weil Hector Barbera hinter mir war", erinnert er sich.

"Als ich zurück auf die Ideallinie bin, kam Dani Pedrosa an. Ich wollte auch ihm keine Probleme bereiten, also bin ich noch einmal zur Seite gefahren. Aber als ich wieder Gas gegeben habe, ist es plötzlich und unerwartet passiert. Sieben Sekunden haben gereicht, um die Reifentemperatur drastisch fallen zu lassen."

"Es war mein Fehler"

Rossi widerspricht damit Nicky Haiden.

Der Weltmeister von 2006, der hinter Rossi fuhr als die Yamaha Rossi abwarf, hatte einen technischen Defekt an der Maschine vermutet.

"Es war mein Fehler", gesteht Rossi ein.

Schulter kann ausheilen

Seinem ersten schweren Sturz gewinnt Rossi dennoch Positives ab. "Endlich kann ich an der Reha für die Schulter arbeiten, ohne Eile und ohne Operationen."

Bereits im Krankenbett will er mit den ersten Übungen beginnen und verspricht seinen Fans:

"Ich bin mir sicher, dass die Schulter bei meinem Comeback komplett ausgeheilt sein wird. Wenn ich zurückkomme, werde ich perfekt in Form sein."

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