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Vertritt Colin Edwards seinen Kumpel Valentino Rossi im Werksteam? © Yamaha

Die Entscheidung, wer Valentino Rossi ab Barcelona im Yamaha-Werksteam ersetzen soll, steht offiziell noch aus - Colin Edwards oder Ben Spies?

Beim Grand Prix von Großbritannien tritt das Yamaha-Werksteam nur mit einem Piloten an. Während Jorge Lorenzo in Silverstone seine WM-Führung ausbauen möchte, bleibt das Motorrad mit Startnummer 46 in der Garage. In Assen möchte das Team genauso verfahren, doch ab dem Rennwochenende in Barcelona sollen wieder beide Yamaha-Werksmaschinen eingesetzt werden.

Noch ist nicht klar, wer den verletzten Valentino Rossi in Katalonien und in den folgenden Rennen vertreten soll. "Wir hatten viele, viele Meeting, aber wir haben uns immer noch nicht entschieden", bestätigt Yamaha-Rennleiter Lin Jarvis gegenüber 'MotoMatters.com'. Es scheint sich aber abzuzeichnen, dass die Wahl auf einen der beiden Tech-3-Piloten fallen wird.

Die offiziellen Yamaha-Testfahrer Norihiko Fujiwara und Wataru Yoshikawa scheinen für den Job dagegen nicht in Frage zu kommen. "Einen Ersatz zu finden, ist wie mit Dominosteinen zu spielen", so Jarvis weiter. Der Yamaha-Rennchef spricht damit folgendes Problem an: Bedient sich das Werksteam bei seiner Kundenmannschaft Tech 3, muss sich wiederum dessen Teamchef Hervé Poncharal um einen geeigneten Piloten für seine zweite Maschine bemühen.

Der Franzose hatte bereits in der vergangenen Woche ausgeschlossen, dass einer der beiden Superbike-Piloten Cal Crutchlow oder James Toseland dafür in Frage käme. Zu groß wäre die Umstellung von der R1 auf die M1, von den Pirelli- auf die Bridgestone-Reifen. Zudem wäre die Terminhatz, die auf den Fahrer zukäme, womöglich zu viel, um dann noch gute Leistungen von dem Piloten erwarten zu können.

Edwards oder Spies?

Nicht zuletzt aus diesem Grund hatte sich Crutchlow, dem dieser Job offenbar angeboten wurde, gegen die Möglichkeit entschieden, für ein paar Rennen in die MotoGP zu wechseln. Bleibt die Frage, welcher der beiden Tech-3-Piloten bis auf weiteres ins Werksteam wechselt. Weder Ben Spies noch Colin Edwards bewerben sich offensiv um die Krankheitsvertretung auf Rossis Motorrad.

Edwards betonte bereits in der vergangenen Woche, dass es nicht sein "vorrangiges Ziel" sei, ins Werksteam zurückzukehren: "Ich bin zufrieden wo ich bin. Wenn sie aber meinen Rat brauchen und denken, dass ich der richtige Mann bin, werden wir sehen was passiert."

Spies äußert sich ähnlich zurückhaltend. "Natürlich würde ich gerne das Werksmotorrad fahren", so der MotoGP-Rookie. Für den Job des Lückenbüßers sei er sich allerdings zu schade - vor allem dann, sollte Rossi auch 2011 neben Lorenzo für das Yamaha-Werksteam fahren. "Dann wurde man nicht in die erste Klasse springen und danach wieder zurück in die Holzklasse. Das ist das Problem, das man hier hat."

Unabhängig von der Frage, wer Rossi ab Barcelona im Werksteam vertreten soll, findet es Lorenzo gut, dass das Team zunächst für zwei Rennen auf eine Vertretung verzichtet. "Ich denke, sie tun das, um Vale Respekt zu zollen", so der Spanier. "Er befindet sich momentan in einer schlechten Situation und hat starke Schmerzen. Es ist eine respektvolle Geste von Yamaha."

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