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Lin Jarvis muss zurzeit gleich mehrere Themen abarbeiten © Yamaha

Yamaha-Rennleiter Lin Jarvis kündigt eine Entscheidung in Sachen Rossi-Ersatz für kommende Woche an

Lin Jarvis ist derzeit ein gefragter Mann in der MotoGP-Szene. Der Yamaha-Rennleiter muss Medien und Fans erklären, warum er noch keinen Ersatz für den momentan verletzten Valentino Rossi gefunden hat. Darüber hinaus gehen die Diskussionen, welche Piloten ab kommender Saison für das Yamaha-Werksteam fahren werden, unvermindert weiter. Beide Fragen sind nach wie vor nicht beantwortet.

"Es ist noch keine Entscheidung gefallen", so Jarvis 'gegenüber 'Sport1'. "Um ehrlich zu sein, tun wir uns etwas schwer, einen Ersatzfahrer für Valentino in Katalonien zu finden. Wir müssen bis dahin jemanden finden, wir dürfen nur zwei Rennen auslassen. Erstens ist es grundsätzlich schwierig, einen Fahrer für dieses Niveau zu finden."

"Und selbst wenn wir einen Fahrer auf diesem Level finden, also wenn wir zum Beispiel einen Fahrer von Tech 3 nehmen würden, müssten wir diesen Piloten bei Tech 3 ersetzen", so Jarvis weiter. "Es gäbe also eine Art Domino-Effekt, denn wenn wir ein Problem lösen, schaffen wir uns ein neues. Wir sind immer noch mit diesem Problem beschäftigt, aber wir müssen uns bald entscheiden."

Der Yamaha-Rennchef gibt zu, dass er diese Frage gerne schon an diesem Wochenende geklärt hätte. "Aber wir sind noch nicht soweit. Wir werden kommende Woche eine Entscheidung treffen." Das Rennwochenende in Silverstone sei generell etwas merkwürdig für Yamaha. "An jedem Rennwochenende hatten wir diese gewisse Spannung im Team und meistens waren beide Fahrer an der Spitze. Jetzt ist einer unserer Fahrer im Krankenhaus und der andere führt die Meisterschaft an. Es ist wirklich seltsam."

Ungewöhnlich ist auch die diesjährige Situation auf dem Fahrermarkt der MotoGP. Die Verträge der Top 4 laufen am Ende der Saison aus. Jarvis würde gerne sowohl mit dem derzeit verletzten Rossi als auch mit Lorenzo verlängern. "Das ist ein 'Dreamteam' in diesem Jahr und wenn wir es behalten können, werden wir das tun. Wir stehen mit beiden Fahrern und ihren jeweiligen Managements in engem Kontakt."

Doch bei Yamaha ist man sich darüber bewusst, dass man den Ausgang der Vertragsverhandlungen womöglich nicht in der eigenen Hand hält. "Wir sind nun einmal nicht allein auf dieser Welt. Ginge es nur um Yamaha, wäre es einfacher. Doch es gibt auch unsere Konkurrenten, die ebenfalls an ihren Plänen für das kommende Jahr arbeiten. Ich denke, dass sie bei den Verpflichtungen recht aggressiv zu Werke gehen werden", so Jarvis.

Rossis momentaner Gesundheitszustand hat auf Yamahas Verhandlungsziele offenbar keinen Einfluss. "Nach allem, was ich weiß, plant Valentino so schnell wie möglich zurückzukehren", so Jarvis. "Ich habe gehört, dass das gut läuft und er im Zeitplan ist, vielleicht sogar vor dem Zeitplan. Er kann es kaum erwarten, noch in diesem Jahr wieder in der Meisterschaft zu starten. Und ich glaube, dass er die Absicht hat, noch viele Jahre Rennen zu fahren." Dies solle er nach Jarvis' Wille am besten bei Yamaha tun.

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