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Ducati entwickelt für 2012 eine komplett neue Desmosedici © Ducati

Angesichts des neuen Motorenreglements in der MotoGP haben sich Honda und Ducati dazu entschlossen, Neuentwicklungen in die Wege zu leiten

Bereits im vergangenen Jahr hat die Grand-Prix-Kommission beschlossen, ab der Saison 2012 wieder Motoren mit 1.000 cm³ Hubraum in der MotoGP zuzulassen. Derzeit gilt in der "Königsklasse" noch eine Begrenzung auf 800 Kubikzentimeter. Diese Maschinen sollen aber auch noch über die Saison 2011 hinaus eingesetzt werden dürfen - die Hersteller sind also nicht gezwungen, ab 2012 mit neuen, größeren Motoren anzutreten.

Angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise, die auch vor der Motorrad-Weltmeisterschaft nicht Halt gemacht hat, sind in letzter Zeit schon Befürchtungen aufgekommen, wonach der ein oder andere Hersteller deshalb auf Neuentwicklungen verzichten könnte - zumal zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht einmal feststeht, ob die größeren Motoren aufgrund des höheren Mindestgewichts auch auf der Rennstrecke einen echten Zeitenvorteil bringen.

Doch nun hat Ducati-Boss Alessandro Cicognani bestätigt, dass seine Marke auf jeden Fall einen neuen Vierzylinder-Motor entwickeln wird. Aber: "Wir evaluieren nach wie vor die Größe des Hubraums", so Cicognani gegenüber 'Motor Cycle News'. Aufgrund der unterschiedlichen Mindestgewichte und Tankgrößen ist man sich in Bologna derzeit noch nicht sicher, welche Lösung die vielversprechendste sein wird.

Ebenso wie Ducati betont auch Honda, dass man definitiv ein neues Motorrad entwickeln wolle. "Wir werden ein brandneues Motorrad bauen", versichert HRC-Vizepräsident Shuhei Nakamoto. Yamaha und Suzuki haben ebenfalls Neuentwicklungen für die Saison 2012 angekündigt.

Privatteams dürfen zudem ab 2012 unter der so genannten "Claiming Rule" mit modifizierten Ein-Liter-Serienmotoren antreten - ebenfalls aus Kostengründen und eingebaut in Prototyp-Chassis. So erhoffen sich die Verantwortlichen, das Starterfeld von derzeit 17 Teilnehmern wieder zu vergrößern. "Die Leute beschweren sich über die Regeländerungen und sagen, dass die 'Claiming-Rule'-Teams keine echten Prototypen wären. Aber wir müssen etwas tun", findet Tech-3-Teamchef Hervé Poncharal.

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