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Dani Pedrosa, Jorge Lorenzo und Casey Stoner stellten sich der Presse © Bridgestone

Vor dem Grand-Prix-Wochenende in Barcelona stellten sich fünf MotoGP-Piloten den Fragen der Presse - Casey Stoner nach wie vor angeschlagen

Auf der offiziellen Pressekonferenz im Vorfeld des Grand Prix von Katalonien äußerten sich Jorge Lorenzo, Dani Pedrosa, Casey Stoner, Ben Spies und Aleix Espargaró zu ihren Erwartungen in Bezug auf das kommende Wochenende. Während die spanischen Fahrer auf heimischen Boden besonders gut abschneiden möchten, möchte MotoGP-Rookie Spies zunächst einmal die Strecke kennenlernen.

"Dieses Rennen ist für alle spanischen Piloten sehr wichtig", so Lorenzo. "Nach dem Sieg in Jerez, ist uns ein Stein vom Herzen gefallen. Jetzt gilt es, einfach so wie bisher weiterzumachen, das heißt zu versuchen, Rennen zu gewinnen. Aber am wichtigsten ist es, ins Ziel zu kommen." Im vergangenen Jahr verlor der Yamaha-Pilot den Sieg in der letzten Kurve an Valentino Rossi. "Ich habe damals zwar das Rennen verloren, aber immerhin habe ich eine Lektion für die Zukunft gelernt. Das ist für mich sehr wichtig."

Angesichts der Verletzung seines schärfsten Rivalen gilt Lorenzo für viele Beobachter der Grand-Prix-Szene bereits jetzt als der kommende Weltmeister. "Ich bin wohl der erste fiktive Champion in der Geschichte", scherzt der Mallorquiner. "Die Presse muss halt etwas veröffentlichen, aber zumindest für mich und das Team geht die Meisterschaft noch sehr lange. Es warten noch zwölf unterschiedliche Rennstrecken auf uns. Die Sache ist noch nicht durch, so viel ist klar."

In der Vergangenheit beschwerten sich mehrere Fahrer über die gestiegene Anzahl an Bodenwellen auf dem Circuit de Catalunya. Lorenzo scheint sich von derartigen Begleitumständen nicht ablenken zu lassen. "Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, in welchem Zustand die Strecke im vergangenen Jahr gewesen ist", so der Yamaha-Pilot. "Nach einem Rennen vergesse ich immer alles. Morgen geht es hier von neuem los, dann werden wir sehen, wie es um den Asphalt bestellt ist."

Stoner noch nicht ganz fit

Ganz anders Stoner, der anmerkte: "Leider fährt die Formel 1 hier relativ oft und sie hat den Kurs etwas uneben gemacht."Aber davon abgesehen macht es hier viel Spaß und man hat hier normalerweise häufig viele Rutscher und durchdrehende Räder. Das ist schön anzusehen und manchmal fährt es sich damit sogar ganz angenehm."

Der Ducati-Pilot hatte zuletzt mit Schmerzen in den Armen zu kämpfen. "Wir hatten jetzt bloß drei oder vier Tage, um daran zu arbeiten. Ich hatte den Sonntag, um mich zu erholen, aber es ist nicht etwas, das man leicht bewältigen kann. Aber der Arm reagiert auf das, was wir getan haben. Wir müssen abwarten, bis ich wieder aufs Motorrad steige."

Spies möchte sich fürs Werksteam empfehlen

Natürlich waren auch wieder die allseits diskutierten Wechselgerüchte ein Thema. Während Stoner Fragen nach seiner beruflichen Zukunft gewohnt routiniert auswich, machte es sich Spies mit seiner Antwort recht einfach. "Ich weiß, dass ich im kommenden Jahr auf einer Yamaha sitzen werde", so der Tech-3-Pilot, der als einziger Top-Fahrer bereits für 2011 an einen Hersteller gebunden ist.

Doch der Superbike-Weltmeister des vergangenen Jahres verheimlicht nicht, dass er sich gegen eine Beförderung ins Werksteam nicht wehren würde. "Sollte ein Platz im Werksteam frei werden, werde ich wohl in Erwägung gezogen. Letzten Endes kommt es auf meine Ergebnisse an - das ist es, was zählt", so Spies.

Der US-Amerikaner weiß, dass nach seinen guten Platzierungen in den vergangenen beiden Rennen die Erwartungen an ihn immer weiter steigen. "Aber jetzt kommen wir wieder an einen Ort, den wir nicht kennen", so Spies. "Wir wussten vorher, dass es schwer würde. Es liegt sowieso außerhalb unserer Kontrolle, deshalb müssen wir das Beste daraus machen. Bisher ist es uns ganz gut gelungen und das ist es auch, was wir weiterhin tun müssen: Weiter lernen und Fortschritte machen."

Pedrosa möchte konstanter werden

Gleiches gilt für Pedrosa, der zwar bereits alle Strecken des Grand-Prix-Kalenders kennt, aber in dieser Saison bislang ein Auf und Ab erlebte. "Ich hatte gute Rennen und schlechte Rennen. Ich hoffe, dass ich hier wieder ein gutes haben werden, denn im ersten Rennen und in Silverstone habe ich viele Punkte liegenlassen."

"Im vergangenen Jahr war ich verletzt und hatte hier nicht besonders viel Spaß", so der Honda-Pilot weiter. "Ich fuhr unter Schmerzen und fühlte mich auf dem Motorrad nicht besonders gut. Deshalb versuche ich, diesmal alles gut zu machen und den Grand Prix zu genießen. Momentan konzentriere ich mich darauf, konstant zu sein und auf jeder Strecke gut abzuschneiden."

Espargaró freut sich auf Heimrennen

Pramac-Pilot Espargaró erlebt in Barcelona ein echtes Heimspiel. "Ich wohne nur fünf Kilometer von der Strecke entfernt, also werden die ganze Familie und viele Freunde dabei sein, um uns zu unterstützen. Das wird bestimmt ein großartiges Wochenende", so der Katalane, der zuletzt eine ansteigende Form zu verzeichnen hatte. "Zu Saisonbeginn bin ich zweimal gestürzt, das war ein Desaster. Aber seitdem verbessern wir uns Rennen für Rennen und lerne immer mehr über die Ducati."

Espargaró ist sich über seinen ungewöhnlichen Aufstieg in die "Königsklasse" bewusst. "Meine Karriere ist etwas merkwürdig verlaufen. Ich bin sehr schnell von den 125ern zu den 250ern gewechselt und dann in die MotoGP. Aber jetzt bin ich in einem wirklich guten Team", so Espargaró, dessen Bruder Pol in der 125er-Klasse startet.

"Ich habe pro Wochenende immer zwei Rennen, denn ich bei den Rennen meines Bruders stehe ich in seiner Box und versuche ihm zu helfen", so Espargaró. "Pol tut dasselbe bei mir und ich denke, dass es wichtig ist, den eigenen Bruder in der Weltmeisterschaft mit dabei zu haben. Er ist in diesem Jahr recht stark. Ich hoffe er macht so weiter, damit wir am Jahresende den 125er-Titel feiern können."

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