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Die Yamaha mit der Startnummer 46 wird am Wochenende wieder schnell bewegt © Yamaha

Valentino Rossi über sein schnelles Comeback am Sachsenring und den Heilungsprozess an Bein und Schulter - Zukunft noch bis Brünn offen

Mit einem solch schnellen Comeback hatte wohl niemand gerechnet. Nur sechs Wochen nach seinem heftigen Abflug im Freien Training in Mugello ist Valentino Rossi am Sachsenring wieder mit von der MotoGP-Partie. "Der Crash war wirklich schlimm, aber es lief anschließend bei der Genesung wirklich alles perfekt. Anfangs haben wir über ein Comeback in Misano im September gesprochen, danach war Brünn ein Thema und wieder eine Woche später haben wir plötzlich über den Sachsenring gesprochen", sagt der Italiener grinsend.

"Der Heilungprozess und die medizinische Betreuung sind bislang perfekt. Mein Glück ist, dass das Schienbein vollkommen gerade ist, also in einer guten Position", erklärt Rossi sein Glück im Unglück. "Die Zeit im Krankenhaus war für mich nicht leicht, ganz bestimmt nicht. Aber danach wurde das Bein Tag für Tag immer besser. Ich konnte hart an der Verbesserung der Situation arbeiten. Die Fachleute haben mir enorm dabei geholfen."

"Ich fühlte mich in einer guten Verfassung und probierte deswegen vor gut einer Woche ein Superbike in Misano. Es gab zwar Schmerzen, aber trotzdem war das Gefühl sofort wieder gut", so Rossi im Rahmen der Pressekonferenz am Sachsenring. "Daher habe ich dann noch einen Test in Brünn gemacht. Da war es deutlich besser. Da habe ich dann entschieden, alles zu versuchen, um am Sachsenring dabei sein zu können. Ich habe am Muskelaufbau gearbeitet, um die nötige Kraft zu haben."

"Es wird vermutlich etwas schwierig, aber ich bin in recht guter Verfassung", meint der italienische Yamaha-Superstar mit Blick auf die kommenden Fahrten in Deutschland. "Die kommenden zwei Rennen sind mir insofern wichtig, weil ich dadruch für den Rest der Saison gut in Form kommen möchte. Ich muss mich wieder an meine M1 gewöhnen, nach und nach das passende Gefühl aufbauen. In den letzten fünf oder sechs Saisonrennen kann ich vielleicht wieder an Siege denken, aber jetzt bin ich einfach nicht bei 100 Prozent. Es geht jetzt einfach nur darum, die Situation langsam zu verbessern."

Nicht nur das Bein könnte am Sachsenring Probleme bereiten, sondern auch die Schulter. "Während der Behandlung meines Beines konnte ich nicht daran arbeiten. Die Schulter ist etwas steifer geworden, die Bewegungsfreiheit ist nicht ganz da", beschreibt Rossi. "Ich musste mit den Physiotherapeuten erst hart wieder daran arbeiten. Seit zwei Wochen mache ich viele Übungen im Schwimmbecken. Es ist schon besser geworden. Schmerzen gibt es aber trotzdem. In Brünn werde ich auch mit meiner Schulter wieder bei annähernd 100 Prozent sein."

"Die Verletzungen am Bein sind viel schlimmer als an der Schulter, aber trotzdem wird mir das Bein beim Fahren nicht so viele Probleme bereiten. Man konnte eben an der Schulter nicht richtig arbeiten. Ich habe Muskelaufbau betrieben, damit sich die Schmerzen in Grenzen halten. Erst nach der Saison werde ich das Problem gänzlich beheben können, denn dann wird wohl eine weitere Operation fällig", sagt der Weltmeister, der sich daheim gar nicht unwohl fühlte.

"Wenn man einfach nicht fahren kann, dann fällt es nicht so schwer. Wenn ich daheim sitzen würde und fit wäre, dann würde es mich natürlich wurmen." Rossi rückt in seiner typischen Art die positiven Apsekte in den Vordergrund. "Zuerst haben die Ärzte von fünf Monaten gesprochen. Aber fünf Monate geht ja gar nicht. Natürlich haben die Leute Erfahrung mit solchen Verletzungen, aber gleichzeitig sind wir Piloten nun einmal etwas verrückt. Aber wir kommen auch in den Genuss der besten Betreuung, die Leidenschaft für den Motorradsport besorgt dann den Rest."

"Alle sind froh, dass er wieder zurück ist. Er wird der Show gut tun, alle freuen sich", sagt Teamkollege Jorge Lorenzo über die schnelle Rückkehr des Rivalen. "Ich war wirklich überrascht, dass er ein solch schnelles Comeback plant", fügt Casey Stoner hinzu. Dani Pedrosa lacht: "Er heilt auch in Rekordzeit, sogar dabei ist er schnell." Sogar Rossi konnte laut lachen. Zumindest auf die Frage nach einer möglichen Zukunft bei Ducati: "Es ist jetzt noch zu früh. Nach Brünn kann ich darüber wahrscheinlich mehr sagen."

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