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Casey Stoner feierte auf dem Sachsenring seinen dritten Podestplatz der Saison © Ducati

Während Casey Stoner sich hauchdünn gegen Valentino Rossi durchsetzt, kämpft sich Nicky Hayden als Siebter ins Ziel

Die beiden Piloten des Ducati-Werksteams formulierten vor dem Großen Preis von Deutschland ziemlich unterschiedliche Zielsetzungen: Casey Stoner hatte sich nach seinem zweiten Platz im Qualifying Chancen auf den Sieg am Sachsenring ausgerechnet, Nicky Hayden wollte nach seiner verpatzten Qualifikation in erster Linie den von ihm angerichteten Schaden wiedergutmachen.

Letztlich war es Hayden, der mit dem siebten Rang sein vordringlichstes Ziel erreichte. Stoner erreichte zwar als Dritter erneut das Siegertreppchen, hatte aber zu keinem eine Chance auf den Sieg. Der Australier konnte froh sein, sich am Ende knapp gegen den nach einem Beinbruch zurückgekehrten Valentino Rossi durchgesetzt zu haben.

"Ich war überrascht, ihn so früh wiederzusehen", so Stoner im Gespräch mit 'Sport1' über seinen potenziellen Nachfolger bei Ducati. "Allerdings habe ich auch schon andere Leute nach Schlüsselbeinbrüchen schnell zurückkehren sehen, wenn ihnen eine Platte oder ein Nagel eingesetzt wurde. Der Knochen ist dann so gut wie neu. Es besteht nur ein Risiko, wenn man dann wieder stürzt. Dann kann etwas passieren. Grundsätzlich hat Valentino am gesamten Wochenende einen fantastischen Job gemacht."

Dass Stoner am Sonntag nicht um den Sieg würde kämpfen können, war ihm offenbar schon früh klar. "Im ersten Teil des Rennens hatte ich kein besonders gutes Gefühl und ich tat alles, was ich konnte, um an Dani und Jorge dranzubleiben. Aber sie zogen Zehntel für Zehntel von mir davon. Also haben wir für den zweiten Abschnitt auf einen Reifen gewechselt, den wir schon gestern benutzt hatten, und ich hatte sofort mehr Grip und konnte schnellere Rundenzeiten fahren", erklärt Stoner.

Stoner gewinnt Zweikampf gegen Rossi

"Unglücklicherweise kam ich nicht nach dem Start nicht an Dovi vorbei. wodurch die ersten beiden eine Lücke auftun konnten. Als ich endlich Dritter war, waren sie bereits weg", so Stoner weiter. "Wir hatten bereits im ersten Rennen gesehen, dass Valentinos Tempo etwas schneller als unseres war. Das war dann auch im zweiten Rennen so. Er nahm mir viel Zeit ab und um ehrlich zu sein, dachte ich nicht, dass ich ihm würde folgen können, sobald er vorbei kam."

Doch Stoner wehrte sich mit allem, was er hatte, und es entwickelte sich ein mit zahlreichen Überholmanövern gespickter Zweikampf bis ins Ziel. "Ich habe es ein letztes Mal in der Senke versucht, als er mir die Tür zumachen wollte, aber ich war schon da. Wir haben uns berührt, aber es war ein guter, sauberer Zweikampf und ich bin nur froh, dass ich mit dem Podestplatz davongekommen bin."

Vier Plätze hinter Stoner erreichte Hayden das Ziel. "Auf dem Papier sieht der siebte Platz nicht wie ein großartiges Ergebnis aus, aber nach dem 15. Platz von gestern ist es tatsächlich gar nicht so schlecht", so der Weltmeister von 2006. "Ich war schon an fünfter Stelle, aber ein paar Runden vor Schluss habe ich im 'Wasserfall' das Vorderrad verloren und fiel auf Platz sieben zurück. Danach konnte ich nicht mehr zurückkommen."

In der letzten Runde ging zudem ein Gang nicht rein und Hayden wäre beinahe gestürzt. "Also bin ich froh, ein paar Punkte mitgenommen zu haben", so der US-Amerikaner. "Natürlich wäre der fünfte Platz wesentlich besser gewesen, aber ich bin stolz auf mein Team, denn gestern war wahrscheinlich der schlimmste Tag der bisherigen Saison. Aber sie haben so hart gearbeitet, um nahezu alles an der Abstimmung zu ändern: von der Gabel über den Lenker bis zu den Stoßdämpfern. Wir haben es heute morgen im Nassen getestet und es war okay."

Hayden war für die rote Flagge dankbar

Wie Stoner profitierte auch Hayden ein wenig von Rennunterbrechung nach neun Runden. "Ich war Sechster, als die rote Flagge rauskam. Das kam mir recht, denn das schloss die Lücke nach vorne." Später lieferte sich Hayden dann harte Positionskämpfe mit Andrea Dovizioso und Marco Simoncelli. "Ich habe an beiden Seiten meiner Lederkombi Reifenspuren. Aber das erwartet man, wenn man in der MotoGP als 15. startet."

Teammanager Vittoriano Guareschi war mit dem Gesamtergebnis des Tages zufrieden - obwohl man gehofft hatte, dass Stoner um den Sieg würde kämpfen können. "Das war nicht der Fall, aber wir haben trotzdem ein großartiges Rennen von ihm und einen wundervollen Kampf mit Vale gesehen, den Casey in der letzten Kurve nach so vielen Überholmanövern gewonnen hat", so Guareschi.

"Nicky startete aus einer aussichtslosen Position, aber er fuhr ein entschlossenes Rennen und fand seinen Rhythmus und seinen Speed wieder, von dem wir wissen, dass er ihn hat", so der Teammanager weiter. "Im 'zweiten Rennen' legte er ein ausgezeichnetes Tempo vor, auch wenn er am Ende gegen Dovizioso und Simoncelli verloren hat. So oder so sieht es so aus, als habe er sein Gefühl für das Motorrad wiedergefunden. Das sind - mit Laguna Seca vor der Brust - gute Nachrichten."

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