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Jorge Lorenzo sorgte auch im Test von Brünn für die Bestzeit © Yamaha

Regen am Nachmittag hat für ein vorzeitiges Ende des Testtags in Brünn gesorgt - Bestzeit für Jorge Lorenzo, Arbeiten an aktuellen Maschinen und an 2011er-Testbikes

Der letzte der wenigen Testtage der MotoGP vor dem Ende der Saison ist absolviert - und er fiel kürzer aus als geplant. Während die Teams und Piloten am Vormittag bei Sonnenschein beste Bedingungen vorfanden, sorgte am Nachmittag Regen für ein vorzeitiges Ende des Testbetriebs im tschechischen Brünn. Damit änderte sich nach der Mittagspause auch an den Topzeiten in der Ergebnisliste nicht mehr viel. Schnellster dieses Testtages war Brünn-Sieger und Gesamtleader Jorge Lorenzo mit einer am Vormittag gefahrenen Bestzeit von 1:56.269 Minuten.

Der Yamaha-Pilot drehte insgesamt 44 Runden. Dabei arbeitete er überwiegend an der Weiterentwicklung seiner Werks-M1 der aktuellen Saison, mit dieser Maschine fuhr er auch die Tagesbestzeit. Lorenzo probierte am Nachmittag aber auch schon einmal einen Prototypen der 2011er-Version aus und drehte damit sieben Runden. Der Spanier plant übrigens, zur Vorbereitung auf den Endspurt in dieser Woche noch einen Test mit dem Superbike R1 zu absolvieren. Wahrscheinlich wird das am Mittwoch in Aragon der Fall sein.

Noch-Teamkollege Valentino Rossi, der gestern seinen Wechsel zu Ducati bekanntgegeben hat, durfte verständlicherweise nicht mit der nächstjährigen Maschine fahren. Der "Doktor" testete einen neuen Yamaha-Motor, der im Saisonendspurt eingesetzt werden könnte und versuchte, die Setup-Probleme zu lösen, die er gestern im Rennen hatte. Rossi kam mit einer Zeit von 1:57.129 Minuten auf den vierten Platz.

Zweitschnellster hinter Lorenzo war Ducati-Pilot Casey Stoner. Der Australier, der in der kommenden Saison zu Honda wechselt, arbeitete wie sein Teamkollege Nicky Hayden mit einer neuen Vorderradgabel für die Desmosedici GP10. Die neue Gabel könnte bereits beim nächsten Rennen in zwei Wochen in Indianapolis eingesetzt werden, um die Aufhängungsprobleme bei Ducati zu lösen. Hayden war nach seinem Sturz am Samstag noch angeschlagen und hörte nach 38 Runden vorzeitig auf. Seine Zeit reichte für den zehnten Platz.

Auch Honda-Pilot Dani Pedrosa wechselte heute zwischen den Maschinen. Zunächst feilte der Spanier an der Bremsleistung seiner aktuellen 2010er-RC212V. Dabei stürzte er und zog sich eine Prellung am Brustkorb sowie eine Schnittwunde am Hals zu. Pedrosa konnte jedoch weiterfahren und stieg auch für sechs Runden auf das Honda-Testbike für die kommende Saison. Mit der neuen Maschine fuhr er mit 1:56.944 Minuten die drittschnellste Zeit des Tages. Mit seiner aktuellen Einsatzmaschine kam er auf die fünftschnellste Zeit. Teamkollege Andrea Dovizioso war Achtschnellster.

Spies mit M1 des Jahrgangs 2011

Tech-3-Pilot Colin Edwards testete verschiedene Einstellungen bei Motormanagement und Chassis-Geometrie und beendete den Tag als Sechster. Sein Teamkollege Ben Spies war von Yamaha damit betraut, den ganzen Tag über mit der 2011er-M1 zu arbeiten - wohl auch ein Zeichen dafür, dass der US-Amerikaner im kommenden Jahr Rossis Platz im Werksteam übernehmen könnte. Spies war am Vormittag Neunter, konnte sich am Nachmittag aber noch steigern und fuhr die siebtschnellste Zeit des Tages.

Auch Suzuki-Pilot Loris Capirossi konzentrierte sich heute auf die Arbeit für das nächste Jahr. Der Italiener fuhr mit einem für 2011 überarbeiteten Chassis und testete unter anderem verschiedene Gabeln und ein neues Aerodynamikpaket. Capirossi wurde Neunter. Sein Teamkollege Alvaro Bautista biss nach seinem Sturz im Samstagstraining von Brünn die Zähen zusammen. Trotz eines geprellten Rückenwirbels stieg er auf seine GSV-R, musste aber nach 24 Runden die Segel streichen. Er übergab die Maschine an Superbike-Pilot Sylvain Guintoli, der die Testarbeit für Suzuki statt Bautista fortsetze.

Interwetten-Pilot Hiroshi Aoyama gab heute sein Comeback auf seiner Honda. Der Japaner, der seit seinem Sturz in Silverstone Mitte Juni außer Gefecht war, drehte 46 Runden, um zu seinem Fahrgefühl zurückzufinden. Ob er in zwei Wochen in Indianapolis wieder ins Geschehen eingreifen kann, ist aber noch nicht klar, auch wenn Aoyama sich heute ganz gut gefühlt hat.

Reifenlieferant Bridgestone hatte heute eine neue Spezifikation für die kommende Saison im Gepäck, die die meisten der Piloten ausprobierten. LCR-Pilot Randy de Puniet ging heute nicht auf die Strecke, da er sein gebrochenes Bein weiter schonen möchte. Der nächste MotoGP-Test steht erst im November an, direkt nach dem Saisonfinale in Valencia.

Die Testergebnisse im Überblick:

01. Jorge Lorenzo (Yamaha) - 1:56.269 Minuten - 44 Runden

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