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Laut Casey Stoner treibt das Wissen um die Gefahr die Piloten erst richtig an © Ducati

Nach dem tragischen Tod von Shoya Tomizawa erinnert Casey Stoner daran, dass Angst und Gefahr immer mitfahren - Doch die Fahrer lieben genau diesen Adrenalinkick

Stürze und Verletzungen sind im Motorradrennsport an der Tagesordnung. Knochenbrüche sind für die Piloten fast schon alltägliches, aber lästiges Beiwerk. Man beißt die Zähne zusammen und versucht im Falle einer Zwangspause, so schnell wie möglich wieder auf das Bike zu steigen. Doch der tragische Tod von Shoya Tomizawa in Misano hat allen einmal mehr vor Augen geführt, wie gefährlich dieses Spiel mit dem Feuer sein kann.

"Es sorgt dafür, dass dein Herz rast und dein Blut durch die Adern gepumpt wird. Und dieser Hauch von Angst ist das, was dich antreibt", bekennt der Australier. Natürlich wünsche man sich keine tödlichen Unfälle, "aber wenn keine Angst im Spiel wäre, dann wäre da kein wirklicher Wunsch und kein Bedürfnis, Rennen zu Fahren. Und dann wäre da nicht die Leidenschaft, die man in jungen Fahrern spürt, die ihre Träume erfüllen wollen. Um ehrlich zu sein, ist es das, was uns alle hier hält."

In den vergangenen Jahren wurde in der MotoGP viel für die Sicherheit getan. Doch auch, wenn der Rennsport vor einigen Jahren noch wesentlich gefährlicher war, fährt das Risiko weiter mit. Stoner erinnert sich an ein Gespräch, dass er einmal mit Jim Redman geführt hat. "Er sagte, dass du zu seiner Zeit nicht wusstest, ob der Freund, der neben dir auf dem Grid steht, die Saison beenden würde. Damals war es viel härter als heute. Aber sie mussten es akzeptieren. Sie mussten Ehefrauen und Freundinnen trösten. Aber sie haben weitergemacht, weil sie es geliebt haben."

Und, so fasst es Stoner zusammen: "Man kann bei etwas gehen, das man liebt und von dem man sein ganzes Leben lang geträumt hat. Irgendwie ist das schöner als sich bei etwas zu verabschieden, das man nicht mag." Genau damit trösten sich auch die Eltern der tödlich Verunglückten Tomizawa und Peter Lenz: Ihre Söhne starben bei etwas, das sie geliebt haben.

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