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Portugiesischer Hattrick: Jorge Lorenzo feierte seinen dritten Estoril-Seg in Folge © Yamaha

Jorge Lorenzo setzt sich in Estoril im Zweikampf gegen Valentino Rossi durch - Andrea Dovizioso auf dem Podium - Yamaha gewinnt Herstellerwertung

Das Estoril-Rennen wurde zur großen Show von Yamaha. Niemand konnte dem neuen Weltmeister Jorge Lorenzo und seinem Vorgänger Valentino Rossi auch nur annähernd Paroli bieten. Langweilig wurde es für die Zuschauer in Portugal dennoch nicht - im Gegenteil: Die beiden Yamaha-Stars biten sich wieder einmal über viele Runden einen spannenden Kampf. Das bessere Ende fand Lorenzo für sich, der seinen achten Saisonsieg feiern durfte.

Die erste Phase des Rennens gehörte jedoch Rossi. Der Italiener hatte sich schnell an seinem Landsmann Andrea Dovizioso vorbeigearbeitet, der durch einen Turbostart nach vorne gekommen war. Im Anschluss setzte sich Rossi in einem ersten Zweikampf gegen Lorenzo nach vorne ab, spürte zur Rennmitte aber schon wieder den Atem seines teaminternen Gegners im Nacken.

Rossi versuchte nach einem Lorenzo-Manöver alles, um an seinem schärfsten Rivalen vorbeizukommen, aber ihm fehlten die Mittel. Lorenzo zog mit einigen schnellen Runden unaufhaltsam davon und erarbeitete sich bis ins Ziel einen Vorsprung von satten 8,6 Sekunden. Der Spanier feierte somit nicht nur seinen dritten Estoril-Sieg in Folge, sondern auch einen ganz wichtigen Erfolg, der seinem zukünftigen Standing bei Yamaha nur zusätzlich gut tun kann.

Hinter den beiden Yamaha-Piloten an der Spitze entwickelte sich im Rennverlauf ein toller Fight um Platz drei. Phasenweise kämpften gleich sechs Fahrer um den begehrten Podestplatz: Nicky Hayden, Marco Simoncelli, Dovizioso, Daniel Pedrosa, Randy de Puniet und Colin Edwards. Zu Beginn hatte auch Casey Stoner gut mitgemischt, aber der Australier legte seine Ducati schon am Ende von Runde vier in den Kies - das Aus.

Zu jenem Zeitpunkt war Pramac-Pilot Aleix Espargaró schon lange draußen, denn der Spanier hatte bereits in der ersten Runde Bekanntschaft mit dem Asphalt gemacht. Ben Spies war erst gar nicht angetreten. Der Tech-3-Yamaha-Rookie war auf dem Weg in die Startaufstellung schwer gestürzt und hatte dabei eine Knöchelverletzung erlitten. Ob Spies beim Saisonfinale in Valencia starten kann, ist derzeit unklar.

Zurück zum Kampf um Platz drei: Als erster Pilot fiel Pedrosa zurück, der auch in Estoril noch unter den Folgen seines Sturzes litt. Auf der Ziellinie wurde es zum großen Duell zwischen Dovizioso und dem enorm stark auftrumpfenden Gresini-Piloten Simoncelli, der sich schließlich um den Hauch von 0,058 Sekunden geschlagen geben musste. Hinter dem Honda-Duo kamen Hayden, de Puniet und Edwards über die Linie.

Viel Pech hatte Carlos Checa bei seiner Rückkehr in die MotoGP. Der Spanier, der Mika Kallio bei Pramac-Ducati ersetzt, lieferte sich zu Beginn des Rennens nette Duelle mit Héctor Barbéra und Loris Capirossi, musste sein Bike aber in Runde 14 an der Box abstellen. Nach der Zieldurchfahrt markierte Lorenzo ein Estoril-Kiesbett per Flagge als "Lorenzo's Land", die Yamaha-Teammitglieder feierten den Gewinn des Herstellertitels.

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