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Jorge Lorenzo will seinen Teamkollegen als Punkterekordhalter ablösen © Yamaha

Lorenzo und Rossi sind vor Valencia voll motiviert: Der Spanier will seinem Teamkollegen bei dessen Abschiedsrennen den Punkterekord wegschnappen

Der Grand Prix von Valencia stellt für das Yamaha-Werksteam ein ganz besonderes Rennen dar. Für Jorge Lorenzo, den ersten spanischen Champion in der Königsklasse seit Àlex Crivillé 1999, bedeutet es die Rückkehr in seine Heimat und den letzten Auftritt in seinem großen Triumph-Jahr. Für Valentino Rossi heißt es hingegen nach sieben Jahren Abschied nehmen von Yamaha - der "Doctor" holte mit den Japanern in diesem Zeitraum vier WM-Titel.

Und auch, wenn der Titelkampf längst entschieden ist, geht es in Valencia um die Ehre: Lorenzo wird alles versuchen, um den von seinem Teamkollegen Rossi 2008 aufgestellten Punkterekord zu brechen. Der Italiener kam damals insgesamt auf 373 Zähler, der Mann von der Ferieninsel Mallorca hält derzeit bei 358 Zählern - ein Podestplatz würde also reichen, um den Teamkollegen vom Thron zu stoßen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es Lorenzo schafft, denn er verpasste das Podest in dieser Saison nur zwei Mal.

Lorenzo: Podestplatz reicht für Punkterekord

Eine andere Statistik spricht gegen Lorenzo: Der Spanier hat bisher noch keinen MotoGP-Sieg in Valencia zu Buche stehen. Umso größer ist die Motivation, nach seinen Siegen in Jerez und Barcelona auch das dritte Rennen in Spanien zu gewinnen. "Jetzt geht die Saison zu Ende und für mich ist es etwas sehr spezielles, sie in Spanien zu beenden - mit all meinen Fans", freut sich der Champion. "Ich habe bereits in Mallorca gefeiert, doch jetzt fahre ich zum ersten Mal als Weltmeister in Spanien und darauf bin ich sehr stolz."

Lorenzo blickt noch einmal zurück: "Es war eine unglaubliche Saison für uns und ich bin so glücklich, dass ich am vergangenen Wochenende wieder gewonnen habe. Wir haben all unsere Ziele erreicht, doch jetzt würde ich noch gerne einen neuen Punkterekord aufstellen. Das würde mir mit einem Podestplatz gelingen. Ich habe in Valencia noch nie gewonnen, also möchte ich das an diesem Wochenende wirklich versuchen."

Während Lorenzo vielleicht am Beginn einer großen Erfolgsserie steht, geht für seinen Teamkollegen eine Ära zu Ende: Rossi fuhr 116 Rennen für Yamaha und erreichte 46 Siege. Vor seinem Wechsel zu Ducati möchte der 31-Jährige seine vom schweren Unfall überschattete Saison positiv zu Ende bringen. "Hier sind wir also - mein letztes Rennen mit Yamaha wird sicher für ein emotionelles Wochenende sorgen", weiß Rossi. "Natürlich würde ich das letzte Rennen sehr gerne gewinnen, denn das wäre ein großartiges Ende für diese Partnerschaft, die so viele schöne Momente mit sich gebracht hat."

Rossi: Abschiedsgeschenk für Yamaha?

Warum der "Doctor" an einen Abschiedssieg glaubt? "Wir haben die Einstellungen an unserem Motorrad in Estoril noch einmal verbessert, also hoffe ich, dass wir in Valencia in guter Form sein werden, auch wenn es in den vergangenen Jahren nicht gerade die beste Strecke für mich war. Dennoch ist das ein spezielles Wochenende und wir werden alles machen, was wir tun können. Ich bin nach Estoril Dritter in der Weltmeisterschaft und Platz zwei ist nicht unmöglich, obwohl wir wissen, dass Dani in Valencia stark ist und immer noch 19 Punkte Vorsprung hat."

Lorenzos Teammanager Wilco Zeelenberg mahnt sein Team dazu an, den Fokus nicht zu verlieren: "Es ist nicht Jorges beste Strecke, doch es wäre großartig, hier noch ein gutes Resultat einzufahren und einen neuen Punkterekord aufzustellen. Es ist schön, dieses Ziel zu haben, wenn alles andere bereits erreicht wurde." Ähnlich motiviert ist auch Rossis Teammanager Davide Brivio: "Das letzte Rennen ist immer etwas besonderes, doch dieses Jahr ist es sogar noch spezieller, da es Valentinos letztes Rennen mit Yamaha ist. Das gleiche gilt für viele Mitglieder unseres Teams, also wollen wir alle das Maximum geben und diese großartige Geschichte so gut wie möglich ausgehen zu lassen. Wir kommen mit viel Motivation hierher und möchten dieses letzte Wochenende genießen."

Dafür sollten auch die rund 130.000 Zuschauer sorgen, die in Valencia jedes Jahr in den Genuss der großartigen Stadion-Atmosphäre kommen. Das wird durch das Strecken-Layout noch zusätzlich unterstützt: Der enge Kurs mit vielen langsamen Kurven und kurzen Geraden wird von Tribünen umrundet.

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