vergrößernverkleinern
Der Texaner Ben Spies war in der abgelaufenen Saison der beste Neuling © Bridgestone

Tech 3 war 2010 mit den Fahrern Ben Spies und Colin Edwards das stärkste Privatteam - Mit Cal Crutchlow soll es künftig so weitergehen

Das Yamaha-Tech-3-Team hat eine sehr erfolgreiche Saison 2010 erlebt. Als Superbike-Weltmeister kam Ben Spies zu der Mannschaft und brachte frischen Wind mit. Die Hälfte der Strecken waren Neuland für den Texaner, dazu das Motorrad, die Reifen, die Karbonbremsen und die Elektronik. Nach ein paar Problemen in den ersten vier Rennen kamen schließlich die Resultate, darunter Platz drei in Silverstone und Rang zwei in Indianapolis. Teamkollege Colin Edwards gelang zwar nicht der Sprung auf das Podium, aber mit seiner Erfahrung hat der "Texas-Tornado" der Mannschaft bei der Arbeit geholfen.

Teamchef Hervé Poncharal ist stolz auf die geleistete Arbeit, denn Tech 3 war mit Abstand das beste Privatteam. Mit Spies hat der Franzose eines der größten Talente in seinem Stall gehabt. "Wir wussten, dass wir mit Ben einen extrem starken und talentierten Fahrer bekommen würden und hatten auch hohe Erwartungen an ihn, aber wir wussten auch, dass es schwer werden würde. Wir hatten ja schon einige Fahrer aus der Superbike, die ein paar Schwierigkeiten hatten", wird Poncharal von 'MotoGP.com' zitiert.

"Er ist Rookie des Jahres geworden und hat weitaus mehr erreicht, als wir erwartet hatten. Die Pole in Indy und danach führte er das Rennen für sieben Runden an. Schließlich kam er am Ende auf das Podium. Dann die Starts aus der ersten Reihe in Brünn und auf Phillip Island, das Podium in Silverstone", zählt der Teamchef die Highlights auf.

"Wir dürfen nicht vergessen, dass er auch erst lernen musste, mit den Reifen umzugehen, die Maschine, einige Strecken - wenn wir alles das beachten, dann hat er wirklich gute Arbeit geleistet. Jetzt geht es für ihn ins Werksteam und er hat es sich verdient. Wir verlieren natürlich einen sehr guten Fahrer, aber immerhin konnten wir ihm auf seinem Weg helfen."

Spies hatte vor der Saison einen Platz auf dem Podium als Ziel ausgegeben. Dass es schon im fünften Rennen damit klappte, war auch für Poncharal eine positive Überraschung. "Ich glaube, der beste Moment war Silverstone, weil das schon so früh in der Saison kam. Ben war in schwierigen Situationen immer unglaublich. Er war am Samstag gestürzt und im Rennen war er so gut. Es war kein einfacher Grand Prix."

"In Laguna Seca haben wir mit ihm gelitten. Es war sein Heimrennen, aber beim zweiten in Indianapolis konnte er seine Chance nutzen und die Pole holen, das Rennen anführen und Zweiter vor den Yamaha-Werksfahrern werden. Das war für mich der zweitschönste Moment."

Edwards hatte mit der Yamaha zu kämpfen und kam über einen fünften Rang (Motegi) nicht hinaus. Um die Yamaha fahrbarer zu machen, wurde viel mit der Abstimmung experimentiert. Trotz ausbleibender Spitzenresultate ist Poncharal zufrieden mit seinem erfahrenen Schützling. "Colin hatte ebenfalls ein gutes Jahr. Er hat Ben sehr geholfen beim Umstieg in die MotoGP und ihn sehr unterstützt, ihm Ratschläge gegeben. Er hat fantastischen Teamgeist gezeigt und ich freue mich, ihn auch nächste Saison bei uns zu haben."

Unter dem Strich fällt das Saisonfazit positiv aus. "Sicher war das bislang die beste Besatzung für Tech 3 in der MotoGP, denn sie haben sich ausgezeichnet verstanden und respektiert - und zusammen viel gelacht." In der Teamwertung hat Tech 3 51 Punkte mehr geholt als das zweitbeste Privatteam von Fausto Gresini.

Neben Edwards wird in der kommenden Saison Cal Crutchlow auf der zweiten Maschine sitzen. Drei Siege feierte der Brite 2010 in der Superbike-WM. Die MotoGP-Maschine ist komplettes Neuland, aber Poncharal ist zuversichtlich, einen guten Ersatz für Spies gefunden zu haben. "Ich freue mich wirklich, dass wir Cal in der nächsten Saison haben. Ich denke er ist der beste Mann, um die Nachfolge von Ben anzutreten."

"Er hat sich in der Supersport-WM ausgezeichnet geschlagen und sie ewonnen. In der Superbike konnte er gleich in seiner ersten Saison gewinnen und insgesamt Fünfter werden. Er ist bereit für die MotoGP. Er ist heiß auf Erfolg und mit ganzem Herzen dabei. Er ist die Art von Fahrer, die 100 Prozent geben und zwar jeden Tag. Ich freue mich auf dieses neue Kapitel. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir gemeinsam einiges erreichen können."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel