vergrößernverkleinern
Andrea Dovizioso will sich im mentalen Bereich noch weiter verbessern © Honda

Andrea Dovizioso erwartet in der kommenden Saison einen spannenden Titelkampf mit mehreren Piloten - Honda geht gut aufgestellt die Herausforderung an

Der Italiener Andrea Dovizioso hat der Bologna Motorshow einen Besuch abgestattet und sich dabei Gedanken über die kommende Saison gemacht. Mit den Wechseln von Valentino Rossi zu Ducati und Casey Stoner zu Honda werden die Karten neu gemischt. Speziell im Honda-Stall trifft Dovizioso mit dem Australier, Dani Pedrosa und Marco Simoncelli auf harte Konkurrenz. Der japanische Motorradgigant hat seit 2006 keinen Titel mehr gewonnen und hat sich für 2011 stark aufgestellt.

"Die neue Saison sieht ungewiss aus, aber sie scheint fantastisch zu werden. Viele Fahrer werden um den Titel kämpfen und unsere Honda wird das führende Motorrad sein. Wir haben bereits im abgelaufenen Jahr die starken Punkte gesehen. Jetzt arbeiten die Techniker noch härter, um sie zu verbessern", wird Dovizioso von 'MotoGP'.com zitiert.

Trotzdem beendete der 24-Jährige die Saison nur auf Platz fünf hinter Rossi, der einige Rennen auslassen musste, und seinem neuen Teamkollegen Stoner. In welchen Bereichen muss sich Dovizioso noch weiter verbessern? "In meinem Kopf. MotoGP ist gefüllt mit Talenten und am Ende kommt es auf die Einstellung an, inklusive der Konzentration. Das macht den Unterschied aus."

Bei den Testfahrten in Valencia hat Dovizioso erstmals mit Stoner im gleichen Team gearbeitet. Der Australier war gleich gut dabei, obwohl er sich um seine persönliche Anpassung und nicht um die Weiterentwicklung gekümmert hat. "Casey ist unglaublich talentiert", findet der Italiener. "Wenn man ihn auf der Strecke sieht, wirkt das einschüchternd, weil er so kraftvoll fährt. Aber er ist unkonstant, oder zumindest war er das auf der Ducati, die ein sehr spezielles Motorrad ist. Entweder er gewann oder stürzte. Wir werden sehen, wie es mit der Honda läuft."

Mit Pedrosa pflegt er ein professionelles Verhältnis. "Dani und ich reden ab und zu im Motorhome. Manchmal frühstücken wir auch gemeinsam", so Dovizioso. "Er ist sehr verschlossen, aber ein guter Kerl. Ich respektiere ihn." Bis zu seinem Schlüsselbeinbruch in Motegi war Pedrosa in der alten Saison klar der schnellere der beiden Honda-Piloten.

Der große Gejagte ist Weltmeister Jorge Lorenzo. Freunde werden der Sanier und "Dovi" nie werden. "Jorge war nie mein Favorit, auch nicht in den unteren Klassen. In diesem Jahr hat er dominiert und verdient gewonnen. Was wäre gewesen, wenn Rossi sich nicht verletzt hätte? Wer weiß? Aber es hat sich für alle etwas psychologisch verändert. Ich bin immer noch überzeugt, dass Jorge in jedem Fall den Titel gewonnen hätte. Für 2011 ist er definitiv in der Pole-Position."

Das große Fragezeichen ist die Schlagkraft von Rossi auf der Ducati Desmosedici. Alle Augen werden auf den Superstar gerichtet werden. Bereits seit Jahren wird jeder Schritt und Tritt des Ausnahmekönners beobachtet. Das bekommen auch die anderen Piloten zu spüren. "Wenn man ihn schlägt, ist man sofort in den Nachrichten, selbst wenn es nur um den fünften Platz geht", sagt Dovizioso. "Ein anderes Mal bist du Zweiter und niemand schreibt über dich, weil er nicht involviert war. Das ist etwas ungerecht."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel