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Valentino Rossi fährt erstmals seit 1999 (Aprilia) auf einem italienischen Motorrad © FWeisse

Ex-Weltmeister Wayne Gardner traut Valentino Rossi und Ducati Erfolge zu, aber es wird Zeit brauchen - Ducati-Entscheidung Richtung Big-Bang gefallen

Mit Spannung werden die Auftritte von Superstar Valentino Rossi auf der Ducati erwartet. Nach dem Saisonfinale in Valencia durfte der Ausnahmekönner erstmals auf die Desmosedici steigen. Die Ergebnisse waren ernüchternd, denn mit Platz 15 war Rossi weit hinten zu finden. Lange musste der Italiener auf die Freigabe von Yamaha warten, um schon im Jahr 2010 auf sein neues Arbeitsgerät steigen zu dürfen.

"Wenn Rossi bis zum nächsten Jahr warten hätte müssen, dann wäre die Saison wahrscheinlich ein Desaster geworden", findet Wayne Gardner, der 500er-Weltmeister von 1987. In Valencia wurden wichtige Parameter gesammelt. So ging es darum, ob Ducati auf den Big-Bang-Motor oder den Screamer setzen wird. Außerdem stellte Rossi Probleme an der Front fest, die bereits Casey Stoner oft ins Kiesbett befördert haben.

Anschließend schickte Ducati die Testfahrer Vittoriano Guareschi und Franco Battaini nach Jerez, um die Daten zu verifizieren und neue Abstimmungsvarianten zu finden. Rossi verlangte Änderungen an der Vordergabel, die bereits positive Resultate gebracht haben. Außerdem wurde in Spanien nur mit dem Big-Bang-Motor gefahren. Die Entscheidung für diese Zündfolge ist praktisch gefallen. Für die nächsten Tests Anfang Februar in Sepang will Ducati dem Meister ein fertiges Motorrad zur Verfügung stellen.

Aufgrund dieser Fortschritte ist Gardner der Meinung, dass mit Rossi zu rechnen sein wird. "Viele Leute haben erwartet, dass Rossi sofort schnell sein wird. Ich bin aber nicht überrascht, dass er es nicht war. Ich bin in der Vergangenheit Ducati MotoGP-Maschinen gefahren und es sind sehr komische Motorräder. Es dauert bis man sich daran gewöhnt hat und verlangt einen komplett anderen Fahrstil."

"War Rossi überrascht als er sich zum ersten Mal auf die Ducati geschwungen hat? Wahrscheinlich, aber wir werden vielleicht nie seine wahren Gedanken in diesem Moment erfahren. Ich glaube aber, dass Vale jetzt Caseys Fähigkeiten höher einschätzt." In der Vergangenheit konnte nur der Australier schnell mit der Ducati umgehen.

Es ist die große Frage, wie lange es dauern wird, bis Rossi sich an die neue Maschine gewöhnt hat und eine perfekte Grundabstimmung findet. "Rossi und sein Team werden die nötigen Änderungen vornehmen", sagt Gardner. "Man vergisst schnell, was er alles erreicht hat und wie gut er ist. Die Leute verwerfen seine Chancen viel zu früh. Das passiert jetzt auch."

"Wahrscheinlich wird Vale in den ersten Rennen etwas zu kämpfen haben, denn es gibt nicht viele Testmöglichkeiten. Es ist nur eine Frage der Zeit bis all die Dinge zusammenspielen. Entscheidend wird sein, wie schnell die Fabrik auf weitere Änderungswünsche reagiert. Ich bin mir sicher, dass sie für diesen Aspekt bereit sind. Sie brauchen sich ja nicht mehr um das Superbike-Team kümmern."

Die bereits absolvierten Testfahrten sind für Gardner der Schlüssel für eine erfolgreiche Saison. "So wie es jetzt aussieht, besteht eine gute Chance, dass die neue Maschine den Anforderungen Rossis entspricht. Aber die einfache Realität lautet: Es braucht etwas Zeit bis die Dinge aussortiert sind."

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