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Masao Furusawa wollte seit jeher Motorradgigant Honda schlagen ©

Yamaha Ex-Entwicklungschef Masao Furusawa über Hondas historischen Vorsprung und die daraus entstandene Arroganz

Als Yamaha 2002 mit der YZF-M1 erstmals eine Vierzylinder-Viertakt-Maschine im Grand-Prix-Sport einsetzte, war Honda mit seiner RC211V zunächst deutlich im Vorteil. Max Biaggi gewann nur zwei Rennen, 2003 blieb Yamaha sogar sieglos. Das änderte sich erst, als 2004 Valentino Rossi zum Team stieß und die M1 gemeinsam mit Entwicklungschef Masao Furusawa in einer Siegermotorrad verwandelte.

"Historisch betrachtet war Hondas Vorteil immer ein technologischer. Beim Gründer Soichiro Honda angefangen hat es immer viele gute Ingenieure bei Honda gegeben", erklärt Furusawa im Gespräch mit 'Crash.net'. "Aber circa 2003 sind sie dann im Motorsport vielleicht etwas überheblich geworden. Sie haben geglaubt, dass jeder Fahrer zu Honda kommen und gewinnen kann."

Diese Arroganz habe letztendlich dazu geführt, dass Rossi Honda verlassen hat. "Ansonsten hätte ich Valentino nie bekommen können", ist sich Furusawa sicher. Der Japaner gibt zu, dass ihn Honda Erfolge schon immer motiviert haben. "Mein Traum war es, Honda zu schlagen, schon bevor ich zu Yamaha gekommen bin." Im Rennsport hat er dieses Ziel nicht zuletzt Dank Rossis Mithilfe erreicht.

Seit 2004 gingen fünf von sieben Fahrertiteln an Yamaha-Piloten. Furusawa ist sich sicher, dass Honda nun alles dafür tun werde, um Yamaha endlich wieder zu schlagen. "Bei Honda wurden viele Leute rausgeworfen und die Belegschaft wechselt ständig", weiß der Yamaha-Ingenieur. Die Verpflichtung von Casey Stoner zeige deutlich, dass man bei Honda nun ein gutes Motorrad mit einem guten Fahrer kombinieren wolle.

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